Google liest mit: E-Mails gescannt, Nutzungsbedingungen ergänzt

Jonas Wekenborg 4

Wer ein YouTube-Konto besitzt, ein Android-Smartphone sein Eigen nennt oder einfach das Freemail-Angebot von Suchmaschinenriese Google in Anspruch nimmt, dürfte bei dieser Meldung schlucken. Google scannt systematisch alle E-Mails, sagt aber, dass es zum Besten der Nutzer ist. Die ergänzten Nutzungsbedingungen sollen nun Erklärung liefern.

Google liest mit: E-Mails gescannt, Nutzungsbedingungen ergänzt

Der neue Abschnitt in den Nutzungsbedingungen von Google weist klar und deutlich auf das Scannen der E-Mails im hauseigenen Google Mail hin und erklärt damit auch gleich den Zweck. „Mehr Klarheit“ soll es herbeiführen, dass eure Privatssphäre offen vor dem Internetgiganten liegt. Viel wahrscheinlicher ist es aber, dass damit in erster Linie auf die weltweite Welle der Empörung und Kritik reagieren soll.

Dass Google produktrelevante Werbeanzeigen und Suchanfragen bieten, je nachdem wie sich euer Surfverhalten über die Suchmaschine verhält, ist nicht neu. Nun werden aber auch die E-Mails von den automatischen Systemen gescannt, damit „maßgeschneiderte Inserate“ angeboten und „Spam und Malware“ schneller erkannt werden können.

Die Analyse erfolgt dabei beim Versand, dem Empfangen von E-Mails und dem Speichern von Entwürfen.

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Google liest mit

Bislang wurden lediglich die englischsprachigen Nutzungsbestimmungen angepasst, es liegt aber nicht fern, dass Google sich auch noch einmal an die deutschen Nutzer wenden werden muss, liegen doch bereits mehrere Klagen gegen das Unternehmen vor, deren Inhalt überwiegend auf Verletzung von Datenschutz- und Abhörgesetzen abzielt.

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Der Kritik am Scan von E-Mails entgegnete Google bislang damit, dass die Nutzer ihrer Dienste der automatischen Verarbeitung der E-Mails stillschweigend zugestimmt hätten. Man berief sich sogar auf ein richterliches Schriftstück von 1979, das die Sammlung elektronischer Kommunikation ohne Gerichtsbeschluss erlaube.

„So wie der Absender eines Briefs an einen Geschäftspartner nicht überrascht sein dürfe, wenn der Assistent des Empfängers den Brief öffnet, können Nutzer, die webbasierte E-Mails verwenden, nicht überrascht sein, wenn ihre Nachrichten vom E-Mail-Provider des Empfängers bei der Auslieferung verarbeitet werden.“

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