Google, Microsoft, Netflix und Co.: IT-Riesen arbeiten an einheitlichem und lizenzfreiem Video-Standard

Kaan Gürayer 4

Zusammenarbeit: Google, Intel, Microsoft und andere IT-Giganten haben die Alliance for Open Media (AOM) gegründet. Ziel ist die Entwicklung eines modernen und offenen Video-Codecs, der frei von Patentansprüchen und Lizenzgebühren ist. 

Google, Microsoft, Netflix und Co.: IT-Riesen arbeiten an einheitlichem und lizenzfreiem Video-Standard

Mozilla entwickelte Daala, Google hatte VP9 und VP10 und vor kurzem stellte Cisco Thor vor – bisher kochte jedes Internet- und Technologieunternehmen sein eigenes Codec-Süppchen. Mit der Gründung der Alliance for Open Media sollen diese Alleingänge aber nun der Vergangenheit angehören. Hinter dem Zusammenschluss steht mit Google, Microsoft, Intel und Cisco das „Who-is-Who“ der IT-Branche. Außerdem sind noch Mozilla, Amazon und Netflix an Bord.

Die sieben Unternehmen haben sich zusammengetan, um Technologien und Medienformate „der nächsten Generation“ zu entwickeln, wie es auf der Webseite der Alliance for Open Media heißt. Erster Stopp ist die Entwicklung eines modernen Video-Codecs, der fürs Web optimiert ist und gleichermaßen über alle gängigen Plattformen hinweg funktioniert. Außerdem soll sich der Codec an jede Displaygröße und Bandbreite anpassen können, leistungseffizient sein und sowohl Streaming als auch die Auslieferung von Live-Videos ermöglichen. Zu guter Letzt legt die AOM auch großen Wert darauf, dass sich ihr neuer Codec sowohl für nutzergenerierten Content à la YouTube oder Snapchat eignet, als auch kommerziell zur Übertragung von kopiergeschützten Inhalten verwendet werden kann. Letzteres dürfte besonders wichtig für Netflix und Amazon sein, sind beide Unternehmen doch die Marktführer bei Video-on-Demand-Diensten.

aomedia-description

Bilderstrecke starten
11 Bilder
Top-10-Handys: Das sind die besten Kamera-Smartphones.

Wiederkehrende Konflikte mit der MPEG LA

In den vergangenen Jahren gerieten diverse Technologieunternehmen immer wieder in Konflikt mit der MPEG Licensing Administration (MPEG LA), die als Lizenzverwalter hinter weit verbreiteten Technologien wie etwa MPEG-2 und MPEG-4 oder H.264 auftritt. Es dürften auch die Probleme mit der MPEG LA gewesen sein, die Google, Intel, Microsoft & Co. nun zur Entwicklung eines neuen und frei von Patentansprüchen und Lizenzgebühren Video-Codecs getrieben haben.

Laut Techcrunch soll der Video-Codec unter der Apache 2.0-Lizenz sowie den Patentregelungen des W3C veröffentlicht werden. Im Laufe des Jahres möchte die Alliance for Open Media weitere Informationen über ihre Arbeit preisgeben – dazu zählt unter anderem auch, wie man sich als Unternehmen der Gruppe anschließen kann. Einen konkreten Fahrplan zur Veröffentlichung des Video-Codecs oder anderen von der AOM entwickelten Technologien gibt es hingegen noch nicht.

Quelle: Alliance for Open Media, via: Techcrunch

Nexus 6 bei Amazon kaufen *

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung