Material Design, Googles neue Designsprache, breitet sich über immer mehr Anwendungen und Dienste des Internetgiganten aus. Eine von Google angefertigte Testversion gibt jetzt einen ersten Ausblick darauf, wie die mobile Web-Suche für Chrome in der neuen Optik aussehen wird. Teilweise scheint dieses Design sogar bereits ausgerollt zu werden. 

 

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Der offizielle Release von Android 5.0 Lollipop kommt mit großen Schritten auf uns zu. Dementsprechend hat Google in den letzten Wochen mehr und mehr seinen hauseigenen Apps das schicke Material Design verliehen – etwa dem Play Store, Google Mail oder auch Play Music –, um zum Launch von Lollipop ein einheitliches Design sicherzustellen. Prominente Ausnahme bisher: Die mobile Google-Suche für Chrome. Googles Goldesel Nummer 1, immer noch für mehr knapp 90 Prozent des Umsatzes verantwortlich, wurde bisher vom Material Design-Regen ausgenommen. Bis jetzt.

Auf „Amazon Mechanical Turk“ wurde nun ein Arbeitsprojekt gesichtet, das eine neugestaltete mobile Google-Suche für Chrome im schicken Material Design zeigt. Amazon Mechanical Turk ist eine Crowdsourcing-Plattform für kleine, sich wiederholende Jobs, die aber dennoch einen gewissen Grad an menschlicher Intelligenz voraussetzen. Unternehmen können Amazon Turk nutzen, um beispielsweise das Identifizieren von Motiven in Fotos oder Videos, der Übersetzung von Audioaufzeichnungen, der Recherche von Datendetails und vielem mehr, an eine globale, jederzeit verfügbare Online-Arbeiterschaft zu delegieren. Dort instruierte ein Account namens „Project Endor“, der höchstwahrscheinlich zu Google gehört, Online-Arbeiter mit einem Nexus 5 oder Samsung Galaxy S5 auf folgende Adresse zu gehen, die eine Testversion der mobilen Google-Suche für Chrome in Material Design beherbergte. Die Testversion, die unter der Bezeichnung „factoverflow“ mehr schlecht als recht verschleiert wurde, war zum Zeitpunkt der Entdeckung zwar online, aber fast komplett ohne Funktion. Aktuell ist sie – zumindest auf einem Nexus 5 (Test) mit Android 4.4.4 KitKat – aber nicht einmal mehr aufrubar und man erhält eine Fehlermeldung. Nach Kommentaren auf Android Police zu urteilen, könnte Google in die Anzeige der Testversion aber einfach nur wählerisch sein: Bei einigen Nutzern klappt es, bei anderen hingegen nicht. Einige Nutzer berichten gar, dass ihnen bereits die reguläre Google-Suche zumindest teilweise in Material Design-Optik angezeigt wird und sie dafür, anders als „Project Endor“ meinte, gar kein Nexus 5 oder Samsung Galaxy S5 brauchten.

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Um all jenen einen Eindruck zu geben, bei denen die Testversion nicht funktioniert, haben die Kollegen von Android Police einen Screencast der mobilen Google-Suche in der neuen Optik angefertigt:

Zu sehen sind die typischen Material Design-Elemente: Flüssige Animationen, einfarbige Flächen mit konstrastreichen Farben, überlappende Elemente, um eine Tiefe zu erzeugen und vieles mehr. Material Design ist der bis dato radikalste Designbruch, den Google in seiner 16-jährigen Geschichte vorgenommen hat: Eine einheitliche Designsprache, von den Webdiensten des Suchmaschinenherstellers über Chrome bis hin zu Android, soll eine harmonische Optik schaffen. Dabei orientiert sich Material Design zum Teil am Verhalten von echtem Papier – daher auch der Codename „Quantum Paper“ –, vereint aber auch Elemente des Flat Design.

Funktioniert bei euch die Anzeige der Testversion? Wenn ja, wie findet ihr die neue Optik? Meinungen und Bewertungen bitte in die Kommentare.

Quelle: Android Police