Google: Monatlich 30 Millionen Piraterie-Löschanträge

Martin Malischek

Googles Transparenzbericht zeigt die Anträge auf Löschungsersuche von Urheberrechtsverstößen. Im Monat Juli sind laut den Zahlen 30 Millionen solche Löschanträge bei dem Suchmaschinenriesen eingegangen. Auch werden die am meisten beanstandeten Seiten sowie URLs, deren Ausschließung aus den Suchergebnisse nicht stattgegeben wurde, aufgezeigt.

Google: Monatlich 30 Millionen Piraterie-Löschanträge

Neben dem „Recht auf Vergessen“ bei EU-Privatpersonen, aufgrund welchem seit Mai über 90.000 Löschanträge gestellt wurden, hat Google noch ein weiteres Lösch-Pflaster zu bedienen: Das Entfernen von Suchergebnissen zu Webangeboten, die Urheberrechte verletzen.

Hierbei werden nicht etwa komplette Domains von den Suchergebnissen ausgeschlossen, sondern nur die betroffenen, einzelnen URLs. Digital Millennium Copyright Act (DMCA) heißt das Gesetz der Vereinigten Staaten, welchem die Löschanträge illegaler Downloads zugrunde liegen. Es soll Rechteinhaber dabei unterstützen, Urheberrechtsverletzungen eindämmen zu können.

Urheberrechtsverletzung? Kamerahersteller wollte Negativ-Bewertung verschwinden lassen

Das Gesetz DMCA ist aber nicht ganz unumstritten: So wurde ein Fall bekannt, bei welchem der Kamerahersteller GoPro einer Internetseite die Nutzung des Markennamens „GoPro“ und „Hero“ verbieten wollte. Augenscheinlich wegen einer negativen Kritik.

Zu den Zahlen: Letzten Monat gingen 30.143.926 solcher URL-Löscheinträge bei dem Unternehmen Google aus Mountain View ein, welche 4.547 Unternehmen beantragt haben. Die über 30 Millionen Anträge beziehen sich lediglich auf 47.301 Domains, auf jeder der Seiten befinden sich also im Durchschnitt 637 Suchergebnisse, die den Rechteinhabern ein Dorn im Auge sind.

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Britischer Musikverband auf erstem Platz der Antragsteller

Neben den Zahlen zeigt Google auch, welche Unternehmen die meisten Löschanträge stellten. Mit 6.335.726 Anträgen findet sich der britische Musikverband British Recorded Music Industry Ltd. auf Platz 1, seit 2011 hat er 93 Millionen Löschanträge gestellt. Ebenfalls sind in der Statistik Unternehmen zu finden, die sich auf den Schutz des Urheberrechts spezialisiert haben.

Die zweit meisten Urheberrechtsverletzungen sind bei dem Portal 4shared zu finden. Jedoch wurden bei dem Filehosting-Anbieter lediglich 0,1% aller indexierten Seiten mit einem Löschantrag versehen. Der Prozentsatz liegt wesentlich niedriger, als bei Portalen, die scheinbar auf das Angebot illegaler Inhalte durch Nutzer abzielen.

Google kommt nicht allen Löschanträgen nach

Google kommt aber nicht allen Anträgen nach und gibt auch diese Entscheidungen in seinem Transparenzbericht bekannt. Eine Begründung, warum diese Ergebnisse nicht entfernt wurden, ist dort jedoch nicht zu finden.

Quelle: Google, via ZDNet
Artikelbild via shutterstock

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