Obwohl Google bereits mit Hangouts eine Messenger-App im Portfolio hat, soll das Unternehmen aus Mountain View einen weiteren Client in der Entwicklung haben. Dieser soll als direkter WhatsApp-Konkurrenz fungieren und im Unterschied zu Hangouts unabhängig von einem Google-Konto benutzbar sein.

 

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Hangouts ist unter Android- und Google-Enthusiasten ein beliebtes Kommunikationsmittel, auch redaktionsintern setzen wird es unter anderem ein – in der breiten Masse scheinen die Qualitäten des Dienstes aber noch nicht wahrgenommen worden zu sein. Um auf dem Feld der mobilen Messenger besser aufgestellt zu sein, beabsichtigte Google den Platzhirsch WhatsApp zu übernehmen – das angebliche Angebot von 10 Milliarden US-Dollar war aber eindeutig zu niedrig: Facebook hat letzten Endes den Zuschlag erhalten. Für sage und schreibe 19 Milliarden US-Dollar wechselte Whatsapp letztlich den Besitzer. Google zog damit den Kürzeren und sieht sich einem Bericht der indischen Zeitung India Times zufolge dazu gezwungen, eine neue Lösung aus dem Hut zu zaubern.

Dem Bericht nach, soll der neue Messenger, der offenbar ausschließlich für Mobilgeräte bestimmt sein soll, zunächst in Indien getestet werden. Dass Google gerade Indien als Testgebiet auserkoren hat, dürfte darin begründet liegen, dass der Subkontinent bis 2019 zum zweitgrößten Smartphone-Markt direkt nach China anwachsen soll – aus diesem Grund wurde hier möglicherweise auch die neue Plattform Android One lanciert. Der indische Smartphone-Markt ist, wie bereits erwähnt, noch im Aufwind, so auch der mobile Messenger-Sektor. Hier kämpfen allerdings bereits existierende Lösungen wie Viber, Line und auch WhatsApp um den Messenger-Thron – Google hingegen kommt etwas zu spät hinzu; doch dies gesteht das Unternehmen aus Mountain View auch unumwunden ein. Auch Facebook ist etwas verspätet gestartet, hat sich mit der Übernahme von WhatsApp aber an die Spitze des Messenger-Markts katapultiert.

Die Entwicklung der neuen Lösung soll sich indes noch in der Anfangsphase befinden; es wird allerdings damit gerechnet, dass die Anwendung 2015 veröffentlicht werden soll. Um den Messenger besonders attraktiv zu gestalten, sollen Unterstützung für verschiedene indische Sprachen, inklusive Text-zu-Sprache, Bestandteil der App sein. Im Unterschied zu WhatsApp – der Messenger kostet pro Jahr 0,89 Euro –  soll die Anwendung zudem komplett kostenlos nutzbar sein. Darüber hinaus wird dem Bericht der Economic Times zufolge zur Anmeldung kein Google-Konto vonnöten sein.

Wie Google es mit seiner neuen Lösung schaffen will, den Messenger-Markt von hinten aufzurollen, ist fraglich, schließlich gibt es schon zahlreiche gute Dienste, und Nutzer zu einem neuen Messenger zu bewegen, ist so leicht wie ein Kamel durch ein Nadelöhr zu lotsen. Derzeit ist aber ohnehin ungewiss, ob der neue Messenger auch langfristig lediglich in bestimmten Regionen oder global angeboten werden soll.

Quelle India Times [via Reuters]

Andreas Floemer
Andreas Floemer, GIGA-Experte.

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