Google+: API freigegeben, Weg frei für Android-Clients -- mit Einschränkungen

Frank Ritter

Googles soziales Netzwerk Google+ wurde Ende Juni der Öffentlichkeit vorgestellt und konnte, vor allem in techaffinen Kreisen, eine relativ große Nutzerzahl für sich begeistern: Im August hatte Google+ angeblich weltweit schon 25 Millionen Nutzer. Gestern Abend hat Google endlich seine Programmierschnittstelle (API) der Öffentlichkeit freigegeben. Für Android bedeutet das: Demnächst wird es Google+-Clients geben. Diese werden aber zunächste mindestens eine erhebliche Einschränkung haben.

Google+: API freigegeben, Weg frei für Android-Clients -- mit Einschränkungen

Diese Einschränkung betrifft das Posten auf Google+. Die API, welche von Google zur Verfügung gestellt wird, ist nämlich zunächst „Read-only“, bietet also erst nur Lese-, aber keinen Schreibzugriff.

Konkret bedeutet das, dass ein Programm oder eine Android-App wie TweetDeck zwar den Google+-Feed eines Nutzers anzeigen kann, allerdings dem Nutzer nicht erlaubt, neue Posts darüber zu senden. Google begründet diesen Schritt damit, dass so verhindert werden soll, das zu viel automatisierte Inhalte gesendet werden können. Damit ist wohl, obwohl es nicht direkt ausgesprochen wird, gemeint, dass etwa Feeds von Webseiten oder andere Inhalte automatisiert eingespielt werden und Google+ somit zu einem halben Feedreader verkommt, wie bei Facebook und Twitter zu beobachten ist. Der Fokus bei G+ liege auf von Menschen generierten Inhalten, und das solle sich auch nicht ändern. Dennoch werde man bei Google Möglichkeiten erforschen, mit denen Entwicklern auch Schreibzugriff genehmigt wird.

Zunächst kann man über die API nur auf öffentlich Postings und Profile zugreifen, das komplexe „Circles“-System wird also noch nicht wirklich unterstützt. Eine weitere Einschränkung ist die der maximal möglichen Anfragen an die API. Diese ist zunächst eingeschränkt — Google limitiert sie auf 1000 Stück am Tag pro Nutzer. Ein Drittanbieter-Client darf also im Durchschnitt nur etwa alle 90 Sekunden die API abfragen. Ein solches Prozedere ist nicht ungewöhnlich, auch Twitter limitiert die API-Abfragen, allerdings auf ein pro Stunde begrenztes Maximalkontingent.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die API ist da, so wirklich viel anfangen kann man damit erstmal nicht, aber das ändert sich vielleicht bald. Wir sind gespannt, wie die ersten Apps für und mit Google+ aussehen werden. Unterstütz werden Entwickler durch zahlreiche Libraries, die für die gebräuchlichsten Programmiersprachen zur Verfügung stehen, etwa für Java. Zentrale Anlaufstelle für Entwickler ist Stack Overflow die URL developers.google.com/+

[via Google+ Platform Blog]

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