Google+: App-Update bringt Bildbearbeitung, Location-Teilung & mehr

Frank Ritter 3

Als Vic Gundotra gestern andeutete, dass er nicht schlafen könne vor Aufregung, was man am kommenden Tag zu erwarten habe, da war die Techwelt alarmiert. Schließlich wurde es dann doch „nur“ ein Update der Google+-App für Android mit diversen neuen Features, das derzeit ausgerollt wird.

Zunächst gab es bei der Verteilung des Updates eine Panne, denn es ging aufgrund eines defekten Manifest-Files zunächst nur an Geräte mit Android 2.2 und 2.3 heraus. Einige Stunden war der Schaden aber behoben, daraufhin konnten auch Nutzer von Android 4.x das Update herunterladen.

Enthalten sind vor allem jede Menge neuer Foto-Features. So kann man per Google+ hochgeladene Bilder jetzt bearbeiten, zu diesem Zweck sind Teile der Technik von Snapseed integriert. Hierzu mzuss man in einem Bild auf „Bearbeiten“ (Stift-Button) tappen und hat die Wahl zwischen zahlreiche Retrofiltern, kann aber über die Snapseed-typische Steuerung durch Druck auf das Bild und vertikalen bzw. horizontalen Wischbewegungen grundsätzliche Einstellungen wie etwa Sättigung und Helligkeit treffen.

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Es gibt einen Button für die Auto-Optimierung (Tipp: Er ist ausgegraut, lässt sich aber trotzdem klicken), mit dem man automatisch das Beste aus seinen Fotos herausholen lassen kann; im Test hat das formidabel funktioniert. Die App erinnert den Nutzer dabei daran, dass er sämtliche Änderungen rückgängig machen kann.

Google hat außerdem die Fotoansicht aufgebohrt und präsentiert diese jetzt erheblich übersichtlicher. Standardmäßig werden „Highlights“ angezeigt, man kann sich die Bilder aber auch nach Alben, in zeitlicher Reihenfolge oder nur mit Bildern von der eigenen Person anzeigen lassen.

Generell wurde auch das Layout der App ein wenig überarbeitet. Leider ist die Sidebar zur Navigation noch nicht an Googles eigene neue Designrichtlinie angepasst – wir vermuten, dass es noch ein Layout-Update in nächster Zeit geben wird.

In der Sidebar findet sich jetzt nicht mehr der Punkt „Local“ bzw. „In der Nähe“, sondern „Locations“ oder auf Deutsch „Standorte“. Hier ist das Latitude-ähnliche Feature zur Anzeige des Ortes von Freunden und anderen Personen enthalten, die dem Nutzer ihre Position freigegeben haben. Leider ist dieses noch nicht optimal implementiert, die Karte mag zwar auf Maps zugreifen, allerdings noch auf eine kachelbasierte Version, die deutlich schlechter performt als die native, vektorbasierte Google Maps-App. Insbesondere, wenn man den Bildausschnitt verschiebt oder zoomt, „wandern“ die Avatare der Personen nicht immer im Verhältnis zur Kartenbewegung hin und her. Hier muss dringend nachgebessert werden.

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Auch Hangouts ist jetzt mit einem neuen Menüpunkt in der Sidebar vertreten, der auf die App verweist. Dabei ist allerdings auch noch der Google+ Messenger zu sehen, den Google eigentlich abschaffen wollte. Immerhin verweist der Messenger bereits mit einem großen Button in der App auf Hangouts.

Schließlich wurden noch die Nutzerprofile etwas aufgehübscht. Der Avatar des Google+-Nutzers befindet sich jetzt in der Mitte, über Tabs kann man zwischen Beiträgen und Fotos wechseln. Auch sonst gibt es noch einige kleinere neue Features – insgesamt 42 an der Zahl.

Fazit: Die Änderungen am Fotodienst waren notwendig. Mit seiner verschachtelten Menüstruktur und dem Alles-in-einem-Anspruch wirkt die Google+-App aber derzeit etwas konfus. Trotzdem kann man Google+ guten Gewissens aktualisieren, schlechter wird die App jedenfalls nicht.

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Quelle: Google Plus Project

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