Google+: Vic Gundotra verlässt Google, Dave Besbris übernimmt seine Position

Andreas Floemer 3

Vic Gundotra, seines Zeichens Google+-Chef, kündigte gestern Abend an, das Unternehmen nach acht Jahren zu verlassen. Seinen Posten übernimmt überraschenderweise nicht sein Stellvertreter Bradley Horowitz, sondern Dave Besbris, der bislang die Stelle des Head of Engineer für Google+ bekleidete. Im Zuge dessen kursierende Gerüchte, dass Google sein Social Network nun einstampfe, seien aber unbegründet.

Google+: Vic Gundotra verlässt Google, Dave Besbris übernimmt seine Position

Auf Google+ schrieb Gundotra, dass er sich bereits seit Längerem fragte, was „danach“ kommt – also der Zeit nach Google. Dieser Frage wolle er nun nachgehen und etwas Neues wagen. Gundotra nannte abgesehen von privaten Motivationen keine weiteren Gründe, bedankte sich allerdings unter anderem direkt bei Google-CEO Larry Page in seinem Post für die einzigartige Chance, mit großartigen Leuten gearbeitet zu haben. Larry Page nahm sich gar die Zeit, sich im Gegenzug bei Gundotra für seine Arbeit zu bedanken.

Mit dem Weggang Gundotras wird nun der Chefposten bei Google+ frei. Dieser ist bereits neu besetzt worden – jedoch nicht von Gundotras Stellvertreter Brad Horowitz, der wohl der direkte Nachfolger gewesen wäre. Stattdessen wird es Dave Besbris, der wie Horowitz Google+ von Anfang an mit aufgebaut hat. Besbris ist seit 2008 bei Google – zuvor arbeitete er zehn Jahre bei AOL.

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Entgegen der Gerüchte, die von TechCrunch gestreut werden, dass Google+ nun eingedampft wird und über 1.000 Entwickler ins Android-Team abgestellt werden, zeichnet der Dankes-Post von Page ein gänzlich anderes Bild. Er schreibt, dass man weiterhin hart daran arbeite, großartige neue „Experiences“ für die stetig wachsende Anzahl von Google+-Nutzern entwickeln zu wollen.

Falls die TechCrunch-Gerüchte sich hingegen bewahrheiten, muss das nicht bedeuten, dass Google Google+ nicht weiter entwickeln würde. Die beiden Abteilungen Android und Google+ könnten stattdessen enger zusammenwachsen, um stärkere Synergieeffekte zu erzielen. Denkbar wäre, dass die Google+- und Android- sowie Chrome-Abteilungen – Android-Chef Sundar Pichai verantwortet schließlich auch die Chrome-Division – verstärkt an einer verbesserten mobilen Nutzbarkeit der Google-Produkte arbeiten.

Zurzeit ist unklar, wie sich Google+ weiterentwickelt. Eines bleibt aber sicher: Google+ wird uns erhalten bleiben, schließlich zeigt das Netzwerk einerseits ein gesundes Wachstum, andererseits ist Google dabei, all seine Groß-Projekte wie Google-Suche, Gmail, YouTube und weitere mit dem Netzwerk zu verknüpfen und Google+ zu einer Art sozialen, allumfassenden Basis zu entwickeln. Es ist nicht davon auszugehen, dass diese Strategie von heute auf morgen über den Haufen geworfen wird.

Quellen: Vic Gundotra @ Google+, Mashable
Artikelbild: Dave Besbris

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