Google: Content-Angebot an Internet-Piraterie schuld

Martin Malischek

Australien hat vor, das „Three Strikes“-Gesetz einzuführen (mehr dazu im Artikel), um Raubkopien den Garaus zu machen. Der Suchmaschinenriese Google sieht das Problem allerdings an anderer Stelle. Es solle eher mehr für die Verfügbarkeit gesorgt werden, als Gesetze verschärft.

Die Grundproblematik sowie die Strafbarkeit illegaler Downloads im Überblick

Während es kein Problem mehr ist, Musik auf legalem Wege ziemlich einfach zu „bekommen“, sehen Film-Freunde meist noch in die Röhre. Bei Spotify wird man kostenlos oder für 9,99€ mit Musik bedient und kann sich dabei fast aus dem kompletten Musik-Katalog bedienen. Bei Filmen sieht die Sache bisweilen schlechter aus. Hier gibt es zwar auch (kostenpflichtige) Angebote, das Spektrum ist aber um einiges kleiner. Wer sich einen aktuellen Film ansehen möchte, muss meistens auf hochpreisige DVDs und Blu-Rays zurückgreifen und wird zusätzlich mit unüberspringbaren Trailern und Warnhinweisen gegen Raubkopien abgestraft.

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Googles Friedhof: 23 Projekte, die vom Mega-Konzern zu Grabe getragen wurden

Viele greifen hier lieber zu Raubkopien (was wir keinesfalls gut heißen) und besorgen sich die Filme somit kostenlos. Mittlerweile gibt es eine große Lobby an Abmahn-Anwälten, hinter denen die Filmgesellschaften stehen. Diese strafen das illegale Downloaden mit weitaus höheren Geldsummen ab, als der einmalige Kauf des Films gekostet hätte. Neben Geldbußen werden hierzulande in seltensten Fällen auch Gefängnisstrafen verhängt, dies ist jedoch nur der Fall, wenn im großen Stil raubkopiert, bzw. auch illegaler Content angeboten wurde. In manchen Regionen gibt es das „Three Strikes“-Prinzip, nachdem nach drei Verstößen der Internetzugang für ein bestimmtes Zeitfenster verwehrt wird. Mitunter ist dies in Frankreich, England und Südkorea so, Australien will hier nachlegen.

Übrigens wurde vor einigen Jahren ein solches Gesetz auch in Deutschland diskutiert, aber aufgrund der großen negativen Resonanz wieder fallen gelassen.

Google reagiert auf das Vorhaben und mahnt die Verfügbarkeit legaler Inhalte an

Google sieht nicht im Nutzer, der illegalen Content herunterlädt, das Problem, sondern in der Verfügbarkeit. Hier solle nachgelegt werden, dann würde auch das Raubkopie-Problem drastisch zurückgehen. Aber nicht nur am Angebot, sondern auch an den Preisen müsse geschraubt werden, damit jedermann sich einfach und kostengünstig legalen Content beschaffen könnte. Ebenfalls sei es negativ, dass Australien Seiten komplett sperren möchte, die solchen Content anbieten, da das Internetzensur darstellen würde und möglicherweise auch weitere, unliebsame Seiten gesperrt werden könnten.

Vor allem interessant ist die Aussage von Google in dem Kontext, dass der Suchmaschinenriese vor einiger Zeit selbst zum Content-Anbieter wurde und wohl auch mit Problemen der Internet-Piraterie zu kämpfen hat. Den kompletten offenen Brief an die australische Regierung könnt ihr hier einsehen. Google äußerte sich zu der Problematik aufgrund einer Bitte der australischen Regierung.

Das „Three Strikes“-Prinzip wird auch häufig allgemein häufig als kritisch gesehen, da hier Nutzern der komplette Internetzugang verwehrt wird und möglicherweise auch Haushalts- und Familienmitglieder betroffen sind.

Quelle: torrentfreak

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