Google soll Schüler und Studenten ausspioniert haben

Tuan Le 1

Von der Electronic Frontier Foundation (EFF) sind schwere Vorwürfe gegen Google erhoben worden: Danach habe der Konzern Schüler und Studenten, die im Rahmen des Education Programs Chromebooks von ihren Schulen erhalten haben, ausspioniert. Unter den gesammelten Daten sollen sich pikante persönliche Informationen wie zum Beispiel eingegebene Suchbegriffe und Browser-Verläufe befinden.

Google soll Schüler und Studenten ausspioniert haben

Einer der schlimmsten Alpträume so manches Heranwachsenden ist vermutlich die Veröffentlichung seines Browser-Verlaufs – auch, weil es nur in den seltensten Fällen glaubwürdig klingt, wenn man behauptet, man habe die eine oder andere Webseite nur zu „Recherche-Zwecken“ gegoogelt. Schüler und Studenten müssen sich aber offenbar nicht nur vor den Kommilitonen, Lehrern und Eltern in Acht nehmen, sondern vor allem vor Google selbst. Das behauptet zumindest die EFF und erhebt derzeit schwere Vorwürfe gegen den Suchmaschinen-Giganten. Der Vorwurf: Google habe über an Schulen und Universitäten genutzte Chromebooks Daten der Schüler und Studenten gesammelt wurden.

Hierbei sollen insbesondere eingegebene Suchbegriffe und Internet-Suchverläufe ohne Wissen der Betroffenen über die Chrome Sync-Funktion gespeichert worden sein. Per se ist dies nur bedingt als kritisch einzustufen, da die Sync-Funktion derartige Informationen zur Synchronisierung mit anderen Geräten des Nutzers zwangsläufig abspeichern muss. Die EFF kritisiert jedoch, dass die Synchronisierung ohne Wissen der Nutzer standardmäßig eingeschaltet ist und darüber hinaus auch eine Datenkommunikation mit anderen Google-Diensten stattfindet. Diese könnten die gesammelten Informationen noch anderweitig verwenden – all das ohne das Wissen der Nutzer.

Google: Keine Verletzung von Gesetzen oder der Privatsphäre

Video-Bild: chromebook-for-everyone-everywhere-68534.mp4 (21)

Dementsprechend hat die EFF bei der United States Federal Trade Commission (FTC) eine Beschwerde eingereicht, um die Privatsphäre der Schüler besser zu schützen. Google scheint dies aber nicht zu beeindrucken: Ein Mitarbeiter erwiderte gegenüber Venture Beat, dass man den Fokus der EFF auf die Privatsphäre der Studenten durchaus zu schätzen wisse. Die von Google eingesetzten Tools seien jedoch gesetzeskonform und würden die Privatsphäre der Nutzer keineswegs kompromittieren, zumal der Sinn und Zweck der Chromebooks ja gerade das synchronisierte Arbeiten an verschiedenen Orten und Geräten ist – eine Sichtweise, die wir zu teilen geneigt sind.

Es bleibt abzuwarten, wie die FTC die Angelegenheit betrachtet. Bis dahin, liebe Kinder, gilt weiterhin: Nutzt für „Recherchen“ den Inkognito-Modus des Chrome-Browsers – der schützt zwar kaum vor Google Blicken, erspart euch aber Erklärungsnöte gegenüber Eltern oder Partnerinnen …

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Was ist Chrome OS?

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Quelle: Venture Beat

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