Google: Suchmaschine soll in Zukunft dem Star Trek-Computer entsprechen

Daniel Kuhn 21

Die Suchmaschine hat Google zu dem Erfolgsunternehmen gemacht, das es heute ist. An dem klassischen Such-Konzept, das langsam in die Jahre gekommen ist, wird fleißig gearbeitet, um den Erfolg beizubehalten und dem Nutzer immer bessere Ergebnisse zu liefern. Als großes Vorbild gilt dabei der Bordcomputer der USS Enterprise aus Star Trek.

Google: Suchmaschine soll in Zukunft dem Star Trek-Computer entsprechen

Dass Google eine der nerdigsten Firmen ist, wurde schon des Öfteren unter Beweis gestellt, daher wundert es auch nicht, dass viele Mitarbeiter große Star Trek-Fans sind. Diese Begeisterung hat wiederum Auswirkungen auf viele Produkte und diese Auswirkungen werden in Zukunft noch viel stärker spürar. In der Vergangenheit wurden immer wieder Anspielungen auf den Bordcomputer der USS Enterprise in Star Trek gemacht – zuletzt mit Google Now, das Anfangs unter dem Projektnamen Majel gehandelt wurde. Dabei handelte es sich um eine einen Verweis auf die Sprecherin des Star Trek-Bordcomputers, Majel Barrett-Roddenberry.

Derartige Referenzen gab es schon öfter und wurden bisher weitestgehend als feuchter Nerd-Traum der Google-Entwicklungsabteilung abgetan. In einem Interview mit einigen Google-Mitarbeitern hat Slate allerdings herausgefunden, dass dies durchaus nicht der Fall ist. Stattdessen stellt der Star Trek-Bordcomputer tatsächlich das angepeilte Ziel von Google dar. Das Unternehmen hält sich sogar sehr eng an die Vision aus der Science Fiction-Serie.

Dieser Computer funktioniert nicht nur komplett sprachgesteuert, sondern besitzt auch die Fähigkeit, mit dem Nutzer zu kommunizieren. Zudem präsentiert er auf Suchanfragen des Nutzers nicht nur eine Liste mit vermutlich hilfreichen Links, sondern eine konkrete Antwort und kann sogar Fragen beantworten, bevor sie überhaupt gestellt wurden.

Auch wenn Google mit dem Knowledge Graph, Google Now, sowie der Spracherkennung unter Android deutliche Schritte in diese Richtung unternommen hat, ist das Unternehmen noch weit von dem anvisierten Ziel entfernt. Nicht nur muss die, inzwischen bereits sehr gute Spracherkennung noch deutlich verbessert werden, sondern auch der Ansatz der Suchanfragen. Bisher müssen nach wie vor bestimmte Suchbegriffe eingegeben werden – in Zukunft soll Google diese Keywords aus einem vollständigen Satz ableiten können. Dieser Schritt ist besonders schwer, da die Suchmaschine dafür Konzepte und Zusammenhänge von Inhalten, sowie die Strukturen von Sprache verstehen muss.

Eine weitere große Herausforderung ist das Ziel, statt vieler relevanter Links, eine richtige Antwort auf eine Suchanfrage zu geben. Das Problem hierbei ist natürlich, dass es oftmals keine oder mehr als eine richtige Antwort auf bestimmte Fragen gibt. Auch die Betreiber mancher Webseiten sind ob dieser Ansichten nicht allzu erfreut, denn wenn Google Fragen selbst beantwortet, anstatt auf relevante Seiten weiterzuleiten, besteht die Gefahr, mittelfristig weniger Besucher auf die eigenen Seiten geleitet zu bekommen.

Als I-Tüpfelchen soll Google dann auch noch die Bedürfnisse und Fragen des Nutzers vorhersagen können, sodass man als Nutzer gar nicht mehr aktiv nach etwas suchen muss. Android spielt bei dieser Vision natürlich auch eine nicht ganz unwichtige Rolle; Smartphones könnten somit künftig die Rolle der Tricorder aus Star Trek übernehmen.

Wann diese Projekte Realität sind, lässt sich natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Amit Singhal, seines Zeichens Senior Vice President bei Google, gibt immerhin eine ungefähre Prognose ab. Danach soll das System in drei Jahren so weit sein, dass es dem Nutzer Pro Tag mindestens zwei korrekte Antworten präsentiert und in fünf Jahren soll es so gut ausgereift sein, dass wir uns nicht mehr vorstellen können, jemals ohne ausgekommen zu sein – ein bisschen Geduld ist also noch nötig.

Quelle: Slate

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