Mithilfe von Google können Pendler neben Stauwarnung und Co. auch finanzielle Erleichterung erhalten. In Israel startet der Konzern zusammen mit dem vor rund zwei Jahren zugekauften Verkehrsdienst Waze ein Carpooling-Pilotprojekt. Glaubt man der Gerüchteküche, könnte der Mitfahrdienst ein erster Schritt auf dem Weg zum langfristigen Ziel sein, selbstfahrende Autos zu etablieren.

 

Google

Facts 

Erst heute Früh berichtete die israelischen Tageszeitung Haaretz von einem Mitfahrdienst, an dem Google und Waze zusammen arbeiten und bald ankündigen sollen. Nur wenige Stunden später hat man den Schalter umgelegt und RideWith enthüllt. Die neue App RideWith soll es Pendlern erlauben, nach potentiellen Mitfahrern beziehungsweise Mitfahrgelegenheiten zu suchen. Das Konzept basiert auf dem Navigationssystem von Waze, um die alltäglichen Routen der Fahrer zu analysieren und diese mit Pendlern mit ähnlichem Arbeitsweg zu verbinden. Mitfahrer haben einen vergleichsweise schmalen Obolus an den Fahrer zu entrichten, der sich an den Spritkosten der Route orientiert. Um bestehenden Plattformen vorerst keine Konkurrenz zu machen, können höchstens zwei Fahrten pro Tag und Nutzer vermittelt werden – also Hin- und Rückweg. Das Projekt beschränkt fürs Erste auf die Region Gusch Dan und umfasst die Städte Tel Aviv, Ra'anana und Herzlia.

ridewith-app-features

Ein erster Blick in die App – hierzulande leider nicht installierbar:

Free Ride: Google arbeitet angeblich an kostenlosem Taxi-Dienst

RideWith könnte, und hier werden wir spekulativ, ein erster Schritt zu einem waschechten Uber-Konkurrenten sein. Dass Google an einem eigenen Transportdienst arbeitet, wird bereits seit längerem gemunkelt. Dieser soll Gerüchten zufolge langfristig auf den selbstfahrenden Autos aus eigenem Hause aufbauen, die für sich schon eine Revolution darstellen und mittlerweile auf öffentlichen Straßen in Kalifornien getestet werden. Durch die Verknüpfung von fahrerlosen Fahrzeugen mit einem automatisierten Vermittlungssystem würde man den innerstädtischen Straßenverkehr vermutlich radikal verändern – genau so, wie Larry Page es mit seinem Google Y-Lab vor hat.

Google-self-driving-car-selbstfahrendes-auto

Steve Jurvetson, seines Zeichens Partner bei Draper Fisher Jurvetson, einer größeren Venture Capital-Firma, die unter anderem in Tesla Motors investiert hat, ließ kürzlich durchblicken, dass Google intern einen Dienst namens „Free Ride“ evaluiert. Dieser solle Kunden kostenfreie Fahrten anbieten, so der Unternehmer. Auf diese Weise könnten weite Teile der Konkurrenz vorzeitig aus dem Spiel genommen werden. Das sei allerdings beileibe noch keine beschlossene Sache, sondern werde lediglich in Mountain View in Erwägung gezogen und derzeit ausdiskutiert. „Zum Marktstart würde [Google] jedoch noch menschliche Fahrer einsetzen und erst später auf selbstfahrende Autos umsteigen.“, ergänzte Jurvetson abschließend. Sollte es sich dabei tatsächlich um interne Informationen handeln, wäre es denkbar, dass Google die Kosten per Werbung deckeln könnte.

In folgendem Bloomberg-Video über Uber spricht Jurvetson über das angebliche Projekt – ab Minute 4:35:

Es handelt sich hierbei selbstredend um Gerüchte und Spekulationen. Ob Jorvetson, der in der Tech-Welt gut vernetzt ist, tatsächlich eine Quelle bei Google hat, ist völlig unklar. Einen Namen wollte er im Gespräch natürlich nicht nennen. Aber ein kostenloser Taxi-Dienst mit selbstfahrenden Autos klingt zumindest verlockend und in Anbetracht der zahlreichen anderern ambitionierten Projekte des Konzerns gar nicht so abwegig. Außerdem würden solche Pläne zu den jüngst von Google-Chef Larry Page gegründeten Sidewalk Labs passen, die die Lebensqualität in urbanen Gegenden zu verbessern als Ziel haben.

Quellen: WazeHaaretz, Reuters, Bloomberg (2) via BGR

LG G4 bei Amazon

Hat dir dieser Artikel gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook oder Twitter folgen.

Rafael Thiel
Rafael Thiel, GIGA-Experte.

Ist der Artikel hilfreich?