Google Wireless: Eigenes Mobilfunkangebot soll heute vorgestellt werden [Gerücht]

Kaan Gürayer 6

Suchmaschinen, Onlinewerbung, Cloudspeicher und natürlich mobile Betriebssysteme: Google hat eine lange Tradition, eingeschlafene Märkte gehörig durcheinander zu wirbeln. Diese kreative Kraft dürften bald auch Mobilfunkanbieter zu spüren bekommen. Bereits heute soll der Internetgigant in den USA sein eigenes Mobilfunkangebot vorstellen, berichtet das Wallstreet Journal. 

Google Wireless: Eigenes Mobilfunkangebot soll heute vorgestellt werden [Gerücht]

Dass Google unter die Mobilfunker gehen wolle, wird schon lange gemunkelt. Zuletzt bestätigte Sundar Pichai, seines Zeichens Produktchef des Internetgiganten unter anderem für Android und Google Chrome verantwortlich, diese Pläne im Rahmen des Mobile World Congress.

Einem Bericht des Wallstreet Journals zufolge, könnte Googles Mobilfunkangebot bereits an diesem Update-Mittwoch vorgestellt werden. Der Mittwoch wird beim Unternehmen aus Mountain View zwar traditionell dazu genutzt, den eigenen Diensten und Anwendungen ein Update zu verabreichen, aber wer sagt denn, dass man den Mittwoch nicht auch zur Vorstellung neuer Dienste nutzen kann? Bereits letzte Woche ist eine Companion-App aufgetaucht, die unter dem Codenamen „Project Fi“ einen detaillierten Einblick in Googles Mobilfunkpläne erlaubt.

Google Wireless: Nicht verbrauchtes Datenvolumen in den Folgemonat mitnehmen

Allgemein ähnelt die Anwendung in ihrer Funktionalität anderen Apps sogenannter MVNOs (Mobile Virtual Network Operators) und erlaubt beispielsweise das Bezahlen der Mobilfunkrechnung, die Verwaltung des Datenvolumens oder die Buchung einer neuen Rufnummer. Google Wireless, so der kolportierte Name, soll sich vor allem dadurch von der Konkurrenz abheben, dass Nutzer immer nur für ihr tatsächlich verbrauchtes Datenvolumen zahlen müssen. Google plant, Nutzer pro Gigabyte zur Kasse zu bitten. Besonders kundenfreundlich: Nicht verbrauchtes Datenvolumen soll man bei Bedarf in den Folgemonat mitnehmen können. Normalerweise verfällt dieses zum Ende des Monats. Ist das Volumen bereits im aktuellen Monat verbraucht, soll der Kunde zusätzliches zum gleichen Preis nachbuchen können. Telefonieren und der Versand von SMS soll in den USA kostenlos sein, international hingegen nur geringe Kosten anfallen.

Das erworbene Datenvolumen steht allen Geräten des Kunden gleichermaßen zur Verfügung. Jede zusätzliche SIM-Karte muss aber mit einer kleinen Monatsrate abgegolten werden. Google Wireless soll dabei nicht nur mit Smartphones funktionieren, sondern auch mit Tablets, die lediglich Datennutzung erlauben. Die Bequemlichkeit steht hier an vorderster Front: Der Wechsel zwischen den Geräten ist ohne Austausch der SIM-Karten möglich, sogar die Weiterleitung von Anrufen und Textnachrichten funktioniert, so das Wallstreet Journal.

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Analyse des Nutzerverhaltens

Für den neuen Dienst soll Google offenbar die Netze der US-Mobilfunkanbieter Sprint und T-Mobile nutzen. Auch hier kommt Google mit der Brechstange der Innovation und soll Kunden angeblich ermöglichen, zwischen den beiden Netzen zu wechseln. Auch ein automatischer Wechsel soll, je nach Netzabdeckung, möglich sein. Einem älteren Bericht des Wallstreet Journals zufolge, soll Google Wireless zunächst nur mit dem Nexus 6 funktionieren. Das ist zwar durchaus denkbar, würde allerdings die Anziehungskraft von Googles neuem Angebot stark limitieren. Insofern sollte man dieses Detail mit Vorsicht genießen. Wie bei anderen Google-Diensten auch, soll der Suchmaschinenbetreiber das Verhalten der Nutzer analysieren, um relevante Werbung zu schalten. Ähnliches kennen wir bereits von Gmail, der Google-Suche oder auch YouTube.

Ob Google Wireless tatsächlich heute schon vorgestellt wird, ist aber zumindest fraglich. Einerseits ist das Wallstreet Journal für seine verlässlichen Quellen bekannt, andererseits wäre die Google I/O 2015, die Ende Mai in San Francisco stattfindet, der passendere Termin. Doch so oder so, Googles neues Mobilfunkangebot wird bis auf Weiteres wohl nur exklusiv in den USA verfügbar sein.

Quelle: Wallstreet Journal, Android Police, via: 9to5Google, WinFuture

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