Google zeigt jetzt „persönliche“ Suchtreffer in eigenem Tab

Johann Philipp

Es ist etwas unheimlich, lässt sich aber deaktivieren: Google führt einen neuen Tab in die Suchfunktion ein, der persönliche Dateien aus Gmail, Fotos und dem Kalender in die Suchergebnisse einbezieht. Seit gestern wird das Feature an alle Nutzer ausgerollt.

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Wie hoch ist der Mount Everest, wo ist der nächste Supermarkt und was ist in den Nachrichten? – „Warte, ich google es kurz.“ Die Suchmaschine ist für viele Internetnutzer unverzichtbar. Doch auch immer mehr persönliche Daten landen auf den Servern: Fotos, Dokumente, Termine. Nach einer Weile hat jeder, der Dienste wie Google Drive und Google Fotos nutzt, eine ziemlich große Datenbank angesammelt. Eine neue Google-Funktion durchsucht jetzt nicht nur das globale Web, sondern ordnet die Ergebnisse nach persönlichen Bildern, Kalendereinträgen und E-Mails.

So funktioniert die neue „persönliche“ Google-Suche

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Die Idee ist im Grunde nichts Bahnbrechendes: Schon jetzt kann man den eigenen Kalender durch eine normale Google-Anfrage anzeigen. Bisher erschienen die Ergebnisse jedoch zwischen der Websuche. Persönliche Inhalte und die globale Websuche wurden vermischt. Mit einem neuen Tab soll nun Ordnung in die Suche kommen. Die Tabs „Bilder“, „News“ und „Maps“, werden durch den Reiter „Persönlich“ ergänzt, der nur die Inhalte aus den persönlichen Bereichen anzeigen. Damit die Suche funktioniert, muss man mit seinem Google-Konto angemeldet sein. Anschließend sucht man beispielsweise nach Berlin und klickt dann auf den Tab Persönlich. Dort werden zuerst die eigenen Fotos aus Berlin anzeigt und darunter die letzten E-Mails zum Thema Berlin sortiert.

Google wird nicht „persönlich“, wenn man es nicht erlaubt

Um alle Datenschützer zu beruhigen: Der Nutzer entscheidet selbst, ob er die Funktion nutzen möchte und die Ergebnisse sieht auch nur er selbst. In den Sucheinstellungen des Google-Accounts lässt sich das neue Feature unter dem Punkt „Private Ergebnisse“ bei Bedarf ein- und ausschalten.

Logischerweise wird dazu ein Google-Konto benötigt. Außerdem auch noch persönliche Inhalte in Google-Diensten wie Gmail oder Fotos, die durchsucht werden können. Wer seine Daten einem anderen Dienstleister anvertraut hat, muss sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Wer seine Fotos etwa in Apples iCloud ablegt, wird diese nicht plötzlich in der Google-Suche sehen, denn darauf hat Google keinen Zugriff.

Private Ergebnisse bei Google: Weitere Dienste folgen

Zur jetzigen Zeit bietet die Funktion keinen sonderlich großen Mehrwert für die Nutzer. Der einzige Vorteil ist die Gruppierung der Ergebnisse. Es muss nicht mehr bei Gmail nach Mails gesucht werden und im Kalender nach den nächsten Terminen. Die normale Google-Suche zeigt alles auf einmal an. Es sind also zwei Klicks weniger nötig. Doch die Funktion soll ausgebaut werden: Bisher bestehen die Ergebnisse nur den Diensten Google Fotos, Gmail und dem Kalender. Google Drive, der Playstore und Ergebnisse von weiteren Apps werden wahrscheinlich folgen. Das würde den Mehrwert deutlich erhöhen. Die Funktion ist bisher nur bei Google für den Desktop- und Mobil-Browser verfügbar. Die Google-App für Android und iOS dürfte wohl erst später ein Update bekommen.

Quelle: GoogleWatchBlog, GSM Arena

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