Hands Free: Googles gruselige Bezahlmethode à la Minority Report

Kaan Gürayer 2

Der Name ist Programm: Mit „Hands Free“ testet Google in den USA ein neues Bezahlsystem, das vollkommen freihändig funktioniert. Statt an der Kasse mit Bargeld oder Kreditkarte zu hantieren, reicht lediglich ein „Ich zahle mit Google“ – schon wird der Bezahlvorgang abgeschlossen. Die Bequemlichkeit hat aber ihren Preis. 

Als John Anderton fälschlicherweise des Mordes beschuldigt wurde, musste der Polizist schnellstens abtauchen, um seine Unschuld zu beweisen. In Washington D.C. des Jahres 2054 leichter gesagt als getan: An jeder Ecke sind Kameras montiert, die unentwegt seine Netzhaut scannen und ihn identifizieren können. Die Szene aus dem Streifen „Minority Report“ ist wieder ein Stück realistischer geworden – dank Google.

Gestern Abend hat der Internetkonzern eine neue Bezahlmethode namens „Hands Free“ vorgestellt. In Kooperation mit McDonalds, der Pizza-Kette John’s und anderen Restaurants in San Franciscos Bay Area testet Google derzeit das neue Verfahren. Was an „Hands Free“ so besonders ist? Der Bezahlvorgang geschieht komplett freihändig. Nach dem die entsprechende App auf dem Android-Smartphone oder iPhone installiert ist, nutzt das System eine Kombination aus Bluetooth Low Energy (LE), WLAN und Ortungsdiensten, um festzustellen, ob sich der Nutzer mit seinem Mobiltelefon in einem am Projekt teilnehmenden Geschäft befindet.

Ist dies der Fall, kann der Kunde auf Bargeld oder Kreditkarte verzichten und an der Kasse lediglich „Ich zahle mit Google“ sagen, um den Bezahlvorgang einzuleiten. Im zweiten Schritt fragt der Kassierer dann nach den Initialen des Kunden und schaut auf das Profilfoto, das im „Hands Free“-System hinterlegt wurde, um eine Übereinstimmung zu erkennen. Stimmt beides, ist der Bezahlvorgang abgeschlossen und der Kunde kann das Geschäft verlassen. Nervenaufreibendes Herumhantieren mit Portemonnaie oder der Handtasche entfällt somit.

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„Hands Free“: Freihändiges Bezahlen mit Google

Hands Free: Freihändiges Bezahlen mit Google.

Automatische Gesichtserkennung

Gruselig wird es aber jetzt: Google zufolge testet der Konzern auch eine visuelle Erkennung der Kunden, die vollkommen automatisiert abläuft. In einigen Geschäften hat der Suchmaschinenanbieter dazu spezielle Kameras montiert, die erfassen sollen, ob der Mensch an der Kasse auch der ist, für den er sich ausgibt. Dazu setzt Google auf seine Gesichtserkennungssoftware und vergleicht die Bilder mit dem im „Hands Free“-System hinterlegten Profilfoto – Minority Report lässt grüßen.

Wie sicher „Hands Free“ ist, wird der Probelauf in den nächsten Monaten zeigen. In Deutschland dürfen wir die gruselige Bezahlmethode aufgrund unserer strengen Datenschutzbestimmungen bis auf Weiteres aber wohl nicht erwarten.

Quelle: Google 

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