Hey Google, wann unternehmt ihr etwas gegen Fake-Apps im Play Store? [Kommentar]

Johann Philipp 1

Eine Million Mal wird die Fake-App von WhatsApp heruntergeladen, immer wieder gibt es Berichte über Schadsoftware und auch beim Design ist die Konkurrenz längst vorbeigezogen. Google, kümmere dich endlich um deinen Play Store!

Hey Google, wann unternehmt ihr etwas gegen Fake-Apps im Play Store? [Kommentar]
Bildquelle: Google.

Der Google Play Store ist das Schlaraffenland für alle Smartphone-Fans. Erst durch die kleinen Programme, die hier angeboten werden, wird aus einem Telefon ein echtes Smartphone. Doch nicht nur unbedarfte Nutzer fühlen sich hier wohl: Auch Fake-Apps, Malware und andere Schadsoftware tummeln sich in Googles Marktplatz. In letzter Zeit hat Google immer häufiger mit gefälschten Apps zu kämpfen, die man nicht mehr zwischen der offiziellen Version unterscheiden kann.

Stellt euch das so vor: In jeder Innenstadt gibt es einen Marktplatz. Händler preisen ihre Produkte an, feilschen mit Angeboten um ihre Kundschaft und unterbieten sich mit niedrigen Preisen. Direkt neben dem Stand mit Käse aus der Schweiz und den Tulpen aus Holland, steht ein Händler mit gefälschten Zigaretten und einen Stand weiter bietet ein Händler geklaute Handys an.

Stellt euch vor, der offizielle Markt und ein zwielichtiger Schwarzmarkt liegen direkt nebeneinander an einem Ort. Das ist momentan der Play Store.

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Google verspricht mehr Sicherheit und Kontrolle

Dem Team von Google ist das Problem bewusst, sie arbeiten auch an Lösungen, doch so richtig funktioniert die eigene Sicherheitsoffensive noch nicht. Erst vor wenigen Monaten kündigte der Konzern an, mittels Software und künstlicher Intelligenz, schädliche Apps aus dem Play Store fernzuhalten.

Das System: Apps werden in Gruppen zusammengefasst und analysiert, stellt die Software einen gravierenden Unterschied zwischen der Gruppe und einer einzelnen App fest, wird sie gekennzeichnet und an einem Google-Experten weitergeleitet, der sie sich näher anschaut. Fällt dem Computer kein Unterschied auf, findet auch keine Prüfung statt. So konnte sich auch die WhatsApp Fake-App im Play Store verbreiten.

Apple prüft jede App

Die größte Konkurrenz für Google ist der App Store von Apple. Der iPhone-Hersteller geht bei der Überprüfung einen anderen Weg: Sie haben eine eigene Redaktion, die jede App genau unter die Lupe nimmt – händisch, mit menschlicher Intelligenz. Daher dauert es auch länger, bis Updates und Apps auch auf iPhones verfügbar sind. Android ist schneller, aber deswegen auch ungenauer.

Auch beim Design muss Google nachbessern. Mit iOS 11 hat Apple seinen App Store überarbeitet, aber auch schon vorher fällt der Vorteil der eigenen Store-Redaktion auf: Sie kümmern sich um Empfehlungen und stellen besonders schöne, einzigartige, coole oder sehr nützliche Apps vor, um bei den Millionen Apps einen Überblick zu schaffen.

Außerdem gelangen täglich unzählige neue Apps in den App Store, die man als normaler Besucher gar nicht so schnell findet, sofern man nicht konkret danach sucht. Das führt noch zu einem weiteren Vorteil einer Redaktion: Damit das Team über eine App schreibt und sie in den Vordergrund stellt, darf sie eben nicht der 100. Abklatsch einer beliebten App sein, sondern muss wirklich überzeugen. Davon profitiert die Qualität des gesamten Stores.

Was ist die Lösung für Google?

Damit Google endlich wieder aufholt, wäre im ersten Schritt eine bessere Prüfung der Apps erforderlich. Die Google KI ist ein guter Anfang, aber müsste noch ausgebaut werden, denn eigentlich ist sie extrem leistungsstark – vor allem bei der Bilderkennung. Wenn Google also weiterhin auf ein automatisiertes Verfahren setzt, wäre ein automatischer Abgleich von App-Icons und Screenshots eine Lösung, um Fake-Apps besser zu erkennen und zu verhindern.

Langfristig wäre eine eigene Redaktion nach Apple-Vorbild sicher nicht schlecht, allerdings muss Google zuerst einen überzeugenden Weg finden, Fake-Apps aus dem Store verschwinden zu lassen, bevor man sich um Empfehlungen und die Aufbereitung kümmert.

Die in diesem Artikel ausgedrückten Ansichten und Meinungen sind die des Autors und stellen nicht zwingend den Standpunkt der GIGA-Redaktion dar.

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