Spiel, Satz und Sieg: Künstliche Intelligenz schlägt Go-Weltmeister 3:0 [Update]

Tuan Le 2

Skynet lässt zwar (glücklicherweise) noch auf sich warten, ein weiterer Schritt in Richtung Computer-Herrschaft ist aber getan: Im Duell zwischen Googles künstlicher Intelligenz AlphaGo sowie Weltmeister und Spieler-Legende Lee Sedoll hat der Computer-Algorithmus seine Dominanz im chinesischen Brettspiel Go abermals unter Beweis stellen können. Nach dreieinhalb Stunden sah sich der menschliche Gegenspieler zur Aufgabe gezwungen, weitere Partien werden allerdings noch folgen.

Update 11. März: AlphaGo hat soeben den dritten Sieg in Folge einfahren können und somit die Partie offiziell gewonnen. Obwohl es für Lee Se-Dol gar nicht mehr möglich ist zu gewinnen, werden am kommenden Sonntag und Dienstag noch die letzten beiden Runden gespielt. Ob der 18-fache Weltmeister sich wie der Europa-Meister 5:0 geschlagen geben muss, bleibt abzuwarten.
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Update 10. März: Die 2. Partie zwischen dem Go-Weltmeister und der künstlichen Intelligenz von Google ist soeben beendet worden. Obwohl Lee Se-Dol sich nach dem ersten Duell zwar schockiert, aber dennoch siegessicher gab, konnte AlphaGo auch die zweite Runde für sich entscheiden. Sollte die dritte Runde ebenfalls zugunsten der KI ausgehen, ist der Sieg der Maschinen über die Menschheit (zumindest in dem chinesischen Brettspiel Go) besiegelt.

Einige von uns werden sich vermutlich noch an den historischen Moment erinnern, als Computerprogramme den Menschen im Schach ein für alle Mal hinter sich ließen: 1996 gelang es dem Computerprogramm Deep Blue erstmals einen amtierenden Schachweltmeister in die Knie zu zwingen. Weitere Siege für künstliche Intelligenzen folgten. Heutzutage ist es sogar zur Rarität geworden, dass Menschen gegen professionelle Schachprogramme gewinnen.

Eine letzte Festung im Duell gegen Algorithmen blieb lange Zeit das chinesische Brettspiel Go, das aufgrund seiner vielfältigen Möglichkeiten eine besondere Herausforderung für KI-Programmierer darstellte. Schon seit 1968 messen sich Computerprogramme in Go mit menschlichen Spielern – bislang nur mit mäßigem Erfolg.

Go: Für künstliche Intelligenzen die Königsdisziplin

Dem technologischen Fortschritt konnten die Go-Spieler aber nicht auf Dauer Einhalt gebieten: Im Oktober vergangenen Jahres besiegte die von Google entwickelte künstliche Intelligenz AlphaGo den Europameister Fan Hui mit einem eindeutigen Ergebnis von 5:0. Für Googles Entwicklerteam war dies bereits ein bedeutender Meilenstein – ähnlich wie die Entwickler von Deep Blue strebt man aber nach höherem und wollte AlphaGo unbedingt gegen die weltweit besten Go-Spieler antreten lassen.

Mit Lee Sedol hatte Google schließlich einen würdigen Gegner gefunden, der in der Theorie eine deutlich größere Herausforderung als der Europameister Fan Hui darstellen sollte. Fan Hui hatte zwar 2013 bis 2016 die Europameisterschaften in verschiedenen Disziplinen gewonnen, besaß aber tatsächlich auf der Weltrangliste keine sehr hohe Platzierung – wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Go vor allem in Asien weit verbreitet ist.

Se-Dol spielt in einer ganz anderen Liga als Fan Hui

Zur Erläuterung: Anfänger arbeiten sich im Ranglisten-System zunächst absteigend vom 30. bis zum 1. Kyu hoch und erreichen danach mit dem 1. Dan etwa das Äquivalent zum schwarzen Gürtel. Nach dem 1. Dan gibt es als professioneller Spieler die Möglichkeit noch weiter aufzusteigen. Während Fan Hui – wohlgemerkt als mehrfacher Europameister – nur den 2. Dan innehat, erreichte die Spieler-Legende Lee Sedol den 9. Dan. Somit hat Googles auserkorener Gegner für AlphaGo die höchstmögliche Auszeichnung, die man im Go erhalten kann und die nur für außergewöhnliche Leistungen vergeben wird.

Was noch beeindruckender ist: Se-Dol erreichte diesen Meistergrad schon 2003 im Alter von nur 20 Jahren, ein absolutes Novum in der Geschichte von Go. Von 2007 bis 2011 galt Sedol als der weltbeste Go-Spieler, auch heute hält Sedol auf der Weltrangliste den 4. Platz inne. An Motivation dürfte es Se-Dol nicht mangeln, denn neben Ruhm und Ehre kann der Go-Spieler 1 Million US-Dollar als Preisgeld gewinnen. Bei der ersten Partie gegen AlphaGo am heutigen Morgen musste sich Se-Dol allerdings geschlagen geben. In einem Duell auf Zeit gab der Weltmeister mit 28 verbleibenden Minuten auf und verließ unter Blitzlichtgewitter den Ort des Geschehens.

Noch ist die Sache aber (buchstäblich) nicht vom Tisch: Weitere Partien zwischen Se-Dol und AlphaGo werden folgen. Es bleibt also abzuwarten, ob der Mensch auch in dieser Disziplin von der Maschine endgültig abgelöst wird.

Quelle: The Verge, (2Zeit Online, Gobase

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