Lift Labs: Google kauft Hersteller von Besteck für Menschen mit Handicap

Tuan Le 1

Ein bestimmtes Schema bei den Einkäufen von Google lässt sich derzeit nur schwer erkennen - nach dem Thermostat-Entwickler Nest und dem Drohnen-Spezialisten Aerospace nennt Mountain View nun auch Lift Labs sein eigen und gliedert die Firma in die Google X-Labs ein, die Konzernsparte für die längerfristige Erforschung neuer Technologien. Bekannt geworden ist das Unternehmen vor allem durch Liftware, eines speziell für Menschen mit starkem Tremor - etwa Parkinson-Patienten - konzipierten Bestecks, das sich von selbst stabilisisert. Wie viel Geld bei der Übernahme im Spiel gewesen ist, ist nicht bekannt.

Lift Labs: Google kauft Hersteller von Besteck für Menschen mit Handicap

Die Sektion Google X ist seit jeher mit den sogenannten Moonshot-Projekten für recht ehrgeizige Vorhaben zuständig, die einen Ausblick auf die Zukunft der Technologie bieten. Unter anderem nahm Google Glass als Project Glass dort seine Anfänge, mit Project Wing und dem Google Driverless Car gibt es weitere Projekte, die sich in der aktiven Entwicklungsphase befinden. Auch wenn die Moonshot-Projekte nicht unbedingt etwas mit Android oder mobiler Technologie zu tun haben müssen, erscheint die Akquisition von Lift Labs zur Eingliederung in Google X überraschend und alles andere als nahe liegend.

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Lift Labs ist in der Vergangenheit durch die Entwicklung von Liftware bekannt geworden. Hierbei handelt es sich um ein Besteck mit einem integrierten Motor, welcher das krankheitlich bedingte Zittern der Hände, medizinisch als Tremor bezeichnet, ausgleicht. Unter anderem wird Menschen mit Parkinson dadurch geholfen, da für diese aufgrund des für die Krankheit typischen Tremors (starkes, chronisches Zittern) der Umgang mit normalem Besteck enorm schwerfällt. Liftware stellt jedoch nicht nur hierbei eine Hilfe dar: Durch entsprechende Aufsätze sollen zum Beispiel auch Schlüssel und andere Gegenstände angesteckt werden können, um eine Verwendung trotz Tremor zu ermöglichen.

Sicherlich eine überaus sinnvolle Entwicklung, es bleibt aber unklar, weshalb Google sich für den Kauf von Lift Labs entschieden hat. Möglicherweise könnte die Technologie, welche das Zittern beziehungsweise vielleicht Erschütterungen im Allgemeinen ausgleicht, von Google auch anderweitig verwendet werden - man darf also gespannt darauf sein, welcher „Moonshot“ als nächstes von Google X zu erwarten ist. Liftware wird dabei selbstverständlich trotzdem weiterentwickelt und verkauft werden.

Was glaubt ihr, was hinter dem Kauf von Lift Labs steckt? Schreibt es uns unten in die Kommentare.

Quelle: Lift Labs @ Google+ [via The Verge]

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