OnHub: Google stellt den WLAN-Router der Zukunft vor

Tuan Le 10

Google hat mit OnHub einen WLAN-Router der neuesten Generation vorgestellt. Der unterstützt nicht nur alle relevanten WLAN-Standards, sondern lässt sich auch komfortabel per App konfigurieren. Außerdem ist er jetzt schon für das „Internet of things“ vorbereitet – und sieht einfach klasse aus.

OnHub: Google stellt den WLAN-Router der Zukunft vor

„Wie, dein Router hat keinen Dual-Core-Prozessor?“: Der neue OnHub von Google könnte die gefühlte Klassengesellschaft in der Techniknutzerschaft erneut aufleben lassen. Zum Preis von 200 US-Dollar hat das Unternehmen einen WLAN-Router vorgestellt, der aufgrund seines extravaganten Designs mit riesigem, aber Gott sei dank, dimmbaren LED-Kreis schon allein optisch für Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Natürlich steigt Google nicht ohne triftigen Grund in den Markt für Netzwerktechnik ein, sondern will mit dem OnHub die allgegenwärtige Vernetzung des Nutzers mit der Technik auch im Haushalt weiter bestärken. So dient der OnHub, mitsamt seiner Apps für iOS- und Android-Geräte, zur Verwaltung aller verbundenen Geräte und soll dank kontinuierlicher Software-Updates nach und nach neue Funktionen erlernen. Außerdem soll durch Software-Optimierungen die zur Verfügung stehende Internet-Bandbreite so gut wie möglich genutzt werden. Abgesehen von Quality of Service-Mechanismen, die heutzutage praktisch jeder Router besitzt, kann der Nutzer über die App auch bestimmte Geräte für einen gewünschten Zeitraum mehr Bandbreite zuweisen: Wer Abends eine Runde Counter-Strike zocken möchte, priorisiert einfach seinen PC für 3 Stunden, damit der Ping nicht durch ein auf einem Smartphone laufendem Firmware-Update in die Knie geht.

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Interessant ist dabei die Hardware, die Google dem OnHub zu diesem Zweck zur Seite gestellt hat: Mit einem 1,4 GHz taktenden IPQ8064 Qualcomm-Prozessor mit zwei Rechenkernen, 4 GB internem Speicher und 1 GB RAM könnte man glatt meinen, das Datenblatt eines Einsteigersmartphones in den Händen zu halten. Als Router unterstützt der OnHub die Übertragung mit 2,4 und 5 GHz, natürlich auch den ac-Standard und mi einer Bandbreite von bis zu 1900 MBit/s, Aux Wireless sowie Ethernet, wobei sich die Zahl der Anschlüsse, die sich im Inneren des Gehäuses verbergen, in Grenzen hält. Neben einem einzelnen USB 3.0-Anschluss gibt es sonst nur noch zwei Ethernet-Ports. Die leuchtende kreisrunde Leuchte an der Oberseite ist nicht nur nett anzusehen, sie leuchtet auch in verschiedenen Farben und kann in, per App einstellbarer, Helligkeitsstufe den Nutzer über den aktuellen Systemstatus informieren.

Onhub-antennendesign

Grünes Licht steht etwa für eine fehlerfreie Verbindung, während Orange Probleme signalisiert. Der Lautsprecher an der Oberseite dient indes zum Empfang von Ultraschallwellen, die andere Geräte zur Übermittlung von Informationen aussenden. Mithilfe der 13 (!) integrierten Antennen soll es außerdem möglich sein, detaillierte Informationen über umliegende Netzwerke aufzugreifen und diese nicht nur zur Analyse, sondern auch der Verbesserung und Optimierung der Bandbreite im Eigenheim zu verwenden. Verantwortlich für den OnHub sind im Übrigen das Chrome und Google Access-Team, wobei letztere auch an dem Fiber-Projekt für ultraschnelles Internet mitwirken, das bereits in einigen US-Städten verfügbar ist. Gefertigt wurde der OnHub dagegen von TP-Link, wobei ein alternatives Modell von ASUS ebenfalls in Aussicht gestellt wurde.

OnHub Google.

Mit einem Preis von 200 US-Dollar erscheint der OnHub im Vergleich zu anderen WLAN-Routern angesichts fehlender VoIP-Funktionen und des nicht integrierten ISDN-Splitters recht hoch, allerdings verspricht Google die Funktionalität durch automatische und nicht die Verbindung unterbrechende Firmware-Updates zu erweitern. Dank der zwar integrierten, aber momentan noch nicht genutzten Protokolle Bluetooth Smart, Weave und 802.15.4 wird der Router mittelfristig als Zentrale für Googles Heimautomatisierungssysteme wie Nest und die Gehversuche des Konzerns im „Internet of Things“ verwendet werden können. Zunächst wird der Router nur in den USA und Kanada verfügbar sein, über einen Start in anderen Ländern ließ Google noch nichts verlauten.

Quelle: Google, via Ars Technica

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