Der fast schon vergessene Rechtsstreit zwischen Oracle und Google, den Oracle auf ganzer Linie verloren hatte, ist offiziell noch nicht abgeschlossen. Nun ordnete der verantwortliche Richter beide Parteien an, Listen derjenigen Blogger und Printjournalisten vorzulegen, deren öffentliche Meinung durch Zahlungen der jeweiligen Unternehmen beeinflusst wurden.

Den Prozess, der angesichts aktueller Querelen zwischen Apple und Samsung vergessen schien, hatte Oracle nicht nur verloren, sondern musste auch einen Großteil der Prozesskosten tragen.

Gestern nun veröffentlichte Richter William Alsup eine Anordnung, derzufolge beide Unternehmen dazu verpflichtet sind, bis zum 17. August eine Liste mit allen Schreibern vorzulegen, die auf ihrer Gehaltsliste stehen. Dies diene dazu, Autoren zu identifizieren, die während des Prozesses als Zeugen ausgesagt oder sonst relevante Anmerkungen gemacht hatten, deren Aussage im Nachhinein aber wegen Befangenheit nicht ohne Vorbehalt zu werten sei. In den Vereinigten Staaten ist es für große Unternehmen Gang und Gäbe, Journalisten und Blogbetreiber zu bezahlen. Was hierzulande als unlauterer Wettbewerb strafbar ist, dient jenseits des Pazifik dazu, das Selbstbild in der öffentlichen Wahrnehmung in gewünschte Bahnen zu lenken.

Eine überraschende Wende in diesem Fall wird allerdings nicht erwartet. Die Information soll vielmehr verwendet werden, um entsprechende Aussagen für eventuelle zukünftige Anfechtungen kenntlich zu machen, bevor der Fall endgültig ad acta gelegt wird.

Beide Unternehmen haben die Anordnung zwischenzeitlich zur Kenntnis genommen und werden ihr Folge leisten. Oracle nutzte seine Antwort, um zu betonen, dass der Konzern seine „finanziellen Beziehungen“ schon immer offengelegt hatte und forderte Google seinersets auf, es ihm gleich zu tun.

Quelle: gerichtliche Anordnung (PDF) [via The Verge]