Paukenschlag: So viel mehr könnten Android-Smartphones mit Google-Apps in Deutschland kosten

Peter Hryciuk 2

Google soll in Europa eine Milliardenstrafe für die Bündelungen der eigenen Apps und Services in Android-Smartphones zahlen. Um das zu umgehen, ändert Google das Android-Geschäftsmodell. Jetzt wurde der Betrag bekannt, um wie viel teurer die Smartphones werden könnten.

Paukenschlag: So viel mehr könnten Android-Smartphones mit Google-Apps in Deutschland kosten
Bildquelle: GIGA - Google Pixel 3 XL, Samsung Galaxy Note 9.

Android-Smartphones: Gerätehersteller müssen für Google-Apps zahlen – in Europa

Update vom 19.10.2018, 19:40 Uhr: Ein internes Dokument gibt einen Ausblick darauf, um wie viel die Preise für Android-Smartphones in Deutschland steigen, wenn alle Google-Apps vorinstalliert sind, wie es bisher der Fall ist. Bis zu 40 Dollar, also etwa 35 Euro, muss man mehr zahlen – maximal. Deutschland ist dabei in der höchsten Preisstufe, andere EU-Länder könnten günstiger wegkommen. Der Preis hängt vom Land und der Pixeldichte des Smartphones ab. Bei über 500 PPI werden 40 US-Dollar pro Gerät fällig. Zwischen 500 und 400 PPI sind es 20 US-Dollar, darunter 10 US-Dollar.

Damit die Hersteller die Google-Apps aber weiterhin vorinstallieren, gibt es noch andere Bedingungen. Es können Vereinbarungen getroffen werden, wo Google diese Kosten trägt, wenn die Hersteller alle Google-Apps vorinstallieren – also so, wie es bisher der Fall ist. Wenn ein Hersteller aber Chrome nicht vorinstalliert, muss er zwar nichts zahlen und kann Android kostenlos ohne Google-Apps nutzen, es entgehen ihm aber auch anteilige Werbeeinnahmen, die sie über Chrome auf den Android-Smartphones generieren. Ende des Monats tritt die neue Reglung in Kraft. Im Optimalfall ändert sich nichts für die Endkunden. Im schlimmsten Fall werden die Smartphones teurer und haben trotzdem Google-Apps drauf.

Originalartikel

Nach der Verkündung der Rekordstrafe gegen Google zu den vorinstallierten Apps des Unternehmens auf Android-Geräten werden nun Konsequenzen gezogen, die aber nur in Europa gelten. Demnach verlangt Google ab dem 29. Oktober 2018 eine Gebühr für die Google-Apps und -Services, die auf Android-Geräten installiert werden. Möchte ein Smartphone- oder Tablet-Hersteller in Europa also ein Gerät verkaufen, das mit den Google-Apps, z.B. dem Play Store, YouTube oder Chrome usw., ausgeliefert wird, wird dafür eine Gebühr fällig. Das hat Vor- und Nachteile.

Die Preise der Android-Smartphones könnten steigen

Wenn ein Android-Smartphone oder -Tablet also alle Apps und Services von Google beinhaltet, könnte das den Preis in Europa steigern. Die Hersteller werden die zusätzlichen Gebühren mit Sicherheit an die Kunden weitergeben. So will Google die Entwicklung von Android finanzieren, da bisher die Nutzung der Apps und Dienste auf den Android-Smartphones dafür gesorgt hat, dass dadurch die Entwicklung bezahlt wurde. Laut Google bleibt Android aber weiterhin Open Source und kostenlos. Und da kommen jetzt viele Vorteile für die Kunden.

Viele Google-Apps würden verschwinden

Auf Android-Smartphones und -Tablets muss nämlich nicht mehr zwingend jede Apps und die Suche von Google vorinstalliert sein. Bisher waren die Hersteller an das komplette Paket gebunden. Entweder alles oder nichts lautete die Devise. Das ändert sich jetzt. So könnten Hersteller nun beispielsweise nur noch den Play Store vorinstallieren – aber keine weiteren Google-Apps. Selbst der Browser und die Suche könnten von einem anderen Unternehmen stammen. Die Besitzer der Geräte könnten die Apps aus dem Play Store natürlich trotzdem installieren.  Doch es kommt noch besser.

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Der Smartphone-Markt in Europa könnte sich ändern

Mit der neuen Vereinbarung ist es Herstellern von Android-Smartphones und -Tablets nun nicht mehr untersagt ausschließlich Geräte mit Google-Services oder ohne anzubieten. Ein Beispiel: Samsung könnte zukünftig ein Android-Smartphone anbieten, das komplett auf Google-Apps und -Services verzichtet und würde dabei sogar noch Geld sparen, da keine Gebühren anfallen. Das Unternehmen könnte aber trotzdem noch ein Samsung Galaxy S10 mit allen oder nur einigen Google-Services und -Apps auf den Markt bringen. Das war bisher nicht erlaubt.

Fraglich ist nur, ob die großen Hersteller das auch wirklich machen werden. Zumal es ein deutlicher Mehraufwand ist, nur Geräte für Europa zu entwickeln. Die Entscheidung der EU und die Reaktion Googles ist also sowohl ein Fluch als auch ein Segen. Es wird sich zeigen müssen, ob wir nun davon profitieren oder mit höheren Kosten für die Endgeräte konfrontiert werden.

Quelle: Google-Blog via golem Update: theverge

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