Google hat Project Ara und somit die Entwicklung modularer Smartphones laut mehreren Berichten eingestellt. Das Unternehmen möchte die modularen Geräte nicht mehr selbst bauen, könnte die Technologie aber an Partner lizenzieren. Der Gründer von Project Ara zeigt sich enttäuscht über diese Entscheidung.

 

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Project Ara: What's Next
Update vom 03.09.2016, 11:30 Uhr: Ein Sprecher von Google hat gegenüber VentureBeat bestätigt, dass Project Ara nach drei Jahren der Entwicklung nun eingestellt wurde. Zu den Gründen und der Zukunft des Projekts wollte sich Google nicht äußern. Damit wird es tatsächlich keine modularen Smartphones von Google geben.

Originalartikel vom 02.09.2016:

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Google stellt Entwicklung von modularen Smartphones ein

Es sollte der nächste große Trend werden: komplett modulare Smartphones. In den letzten Monaten hat Google die Entwicklung von Project Ara aber in eine Richtung gelenkt, die die Grundidee hinter einem komplett modularen Gerät nicht mehr erfüllen würde. Statt einer kompletten Modularität mit austauschbaren Komponenten sollte die neuste Generation nur noch teilweise modular ausfallen. Komponenten wie der Prozessor sollten demnach nicht mehr ausgetauscht werden können, was zuvor noch angedacht war, um eine spätere Aktualisierung zu ermöglichen. Doch auch dieser Umschwung zur teilweisen Modularität hat nicht gereicht, um ein fertiges Produkt zu kreieren.

Die Entscheidung kommt extrem überraschend, denn Google hat im Rahmen der letzten Entwicklerkonferenz noch groß angekündigt, dass Entwickler im Herbst dieses Jahres mit einem ersten Modell ausgestattet werden und in 2017 dann eine Version für Endkonsumenten angeboten wird. Es hätte das erste echte Google-Smartphone werden sollen, dass das Unternehmen selbst entwickelt hat. Der ehemalige Motorola-Präsident Rick Osterloh soll maßgeblich für diese Entscheidung verantwortlich sein.

Project Ara

Gründer von Project Ara zeigt sich enttäuscht

Gegenüber 9to5google hat sich der Gründer von Project Ara Dan Makoski zu Wort gemeldet. Er zeigt sich natürlich enttäuscht über die Entscheidung. Die Teams hätten, so Makoski, hart an der Idee eines wirklich modularen Smartphones gearbeitet und dürften nun ebenfalls sehr frustriert sein. Gleiches gelte natürlich für Fans der Idee, die schon so lange auf das Ara-Smartphone gewartet hätten. Dem können wir nur zustimmen. Makoski ist sich trotzdem sicher, dass modulare Smartphones damit nicht Geschichte seien.

Wie geht es nun weiter mit Project Ara?

Klar ist, dass Google selbst kein modulares Smartphone mehr bauen wird. Die Technologien, die in den letzten Jahren für Project Ara entwickelt wurden, könnten aber an andere Hersteller in Lizenz vergeben werden. Diese könnten dann wiederum eigene Smartphones bauen. Wenn aber selbst der milliardenschwere Internetkonzern das nicht hinbekommen hat, wird es bei anderen Herstellern vermutlich auch nur zu mittelmäßigen Lösungen reichen, wie es aktuell beispielsweise beim LG G5 oder Moto Z der Fall ist. Project Ara von Google ist nun leider Geschichte.

Quelle: reutersrecode via theverge9to5google Update: venturebeat

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Peter Hryciuk
Peter Hryciuk, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets, Android, Windows und Deals.

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