Project Fi: Googles eigenes Mobilfunkangebot offiziell angekündigt [Umfrage]

Kaan Gürayer 3

Google geht unter die Mobilfunker: Wie erwartet hat das US-Unternehmen am gestrigen Mittwoch seinen Einstieg in den Mobilfunkmarkt angekündigt. Kernstück von „Project Fi“ soll der nahtlose Übergang zwischen WLAN und Mobilfunk sein. Darüber hinaus setzt Google auf ein innovatives Preismodell mit Gutschriften für nicht verbrauchtes Datenvolumen. 

Project Fi: Googles eigenes Mobilfunkangebot offiziell angekündigt [Umfrage]

Google betreibt in den USA kein eigenes Mobilfunknetz, sondern ist eine Partnerschaft mit den Providern T-Mobile und Sprint eingegangen und nutzt, in Kombination mit WLAN-Hotspots, deren 4G-Netze. Der Wechsel zwischen den Netzen geschieht automatisch, sodass dem Nutzer immer das Netz mit der besten Abdeckung zur Verfügung steht. Um die Nutzerdaten zu sichern, geschieht die Kommunikation zu den WLAN-Hotspots laut Google verschlüsselt über ein VPN.

Für „Project Fi“ setzt Google auf ein leicht verständliches und innovatives Preismodell. Der Grundpreis beträgt 20 US-Dollar im Monat – dafür können Nutzer innerhalb der USA kostenlos telefonieren und SMS versenden. Internationale SMS sind ebenso enthalten. Für Telefonate ins Ausland werden allerdings Zusatzgebühren fällig.

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Google Project Fi: Gutschrift auf nicht verbrauchtes Datenvolumen

Project Fi – A new way to say hello.

Separat abgerechnet wird hingegen die mobile Datennutzung und richtet sich nach dem Verbrauch in GB. Auch hier ist die Preisstruktur simpel: Ein GB Datenvolumen schlägt mit 10 US-Dollar im Monat zu Buche, 2 GB mit 20 US-Dollar, 3 GB mit 30 US-Dollar und so weiter. Clou an der Sache: Der Nutzer zahlt nur das Datenvolumen, das er tatsächlich verbraucht hat. Nicht verbrauchtes Datenvolumen wird mit der Rechnung aus dem Folgemonat verrechnet. Ein Beispiel: Verbraucht ein Nutzer in einem Monat lediglich 300 MB seines 1 GB Datenvolumens, erhält er im Folgemonat eine Gutschrift von 7 US-Dollar auf seine nächste Rechnung. Reicht das einmal gebuchte Datenvolumen nicht aus, wird der Nutzer im Umkehrschluss auch nur für das Volumen zur Kasse gebeten, das er zusätzlich verbraucht hat. Wenn in einem Monat also statt 1 GB dann 1,3 GB High-Speed-Internet verbraucht werden, zahlt der Nutzer lediglich die zusätzlichen 300 MB. Eine Drosselung bei Überschreiten der Datengrenzen gibt es nicht. Die Tarife können monatlich geändert werden, sodass Nutzer nicht an ihren einmal gewählten Datentarif gebunden sind, sondern ihn individuell ihrem Verbrauch nach anpassen können.

Project Fi: Für Vielreisende interessant

Project Fi – Innovating in connectivity and communication.

Auch für Vielreisende, die häufiger im Ausland unterwegs sind, könnte „Project Fi“ interessant sein. Für das Datenroaming fallen beispielsweise keine zusätzlichen Gebühren an. Die gebuchten Datenpakete sind auch im Ausland – dazu zählen 120 Länder, darunter auch Deutschland – gültig. Allerdings wird dann die Geschwindigkeit auf 256 kBit/s gesenkt. SMS bleiben kostenfrei, Telefonate ins Mobilfunknetz kosten jeweils 0,20 US-Dollar die Minute. Für Sprachanrufe über WLAN gelten die bekannten Hangouts-Gebühren. Apropos Hangouts: Der Messenger ist ein integraler Bestandteil des neuen Google-Dienstes. Wer sich einmal bei „Project Fi“ angemeldet hat, ist auf jedem Endgerät über Anrufe und SMS erreichbar, das Hangouts unterstützt. Ein Wechsel von SIM-Karten ist dabei nicht notwendig. Da Hangouts auf Android, iOS, Windows, OS X und Chromebooks beziehungsweise Chrome OS verfügbar ist, sollte zumindest potentiell einer weiten Verbreitung nichts im Wege stehen.

Exklusiv in den USA, exklusiv für das Nexus 6

Nexus 6 im Test: Googles großer Wurf Bild

Aktuell ist „Project Fi“ nur in den USA verfügbar. Der neue Service befindet sich in einer Testphase, weshalb eine Einladung notwendig ist. Lediglich das Nexus 6 wird aktuell unterstützt, da das Google-Smartphone bereits mit „Project Fi“ im Hinterkopf entwickelt wurde und die spezielle technische Voraussetzung dafür mitbringt. Im Laufe des Jahres sollten aber weitere Geräte folgen. Ob und wann Googles Mobilfunkangebot auch nach Deutschland kommt, steht in den Sternen.

Lacher am Rande

Google ist bekanntlich immer für einen versteckten Scherz gut, so auch bei „Project Fi“. Wer die auf den Informationsseiten auffällig platzierte Rufnummer 404-978-9316 anruft – für Deutschland mit US-Vorwahl also 001 - 404 978 9316 – wird von Lionel Richie und seinem Song „Hello“ begrüßt. Probiert es aus.

Project Fi: Soll Google das Angebot auch nach Deutschland bringen?

Quelle: Project Fi

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