Project Loon: Google testet Ballon-Internet mit australischem Netzbetreiber

Rafael Thiel 1

Google will hoch hinaus und arbeitet bekanntlich an diversen ambitionierten Projekten; dazu gehört auch Project Loon. Der Plan ist, weitläufige und nur schwach besiedelte Gebiete mithilfe von Ballons mit einem stabilen Internetzugang zu versorgen. Wie der Guardien berichtet, kooperiert der Konzern aus Mountain View jetzt in Australien mit Telstra, dem größten Provider des Landes und lässt zu Testzwecken 20 Ballons über dem Outback aufsteigen.

Project Loon: Google testet Ballon-Internet mit australischem Netzbetreiber

Wir sind schon einiges von Google gewohnt, unter anderem selbstfahrende Autos und smarte Kontaktlinsen. Doch im Grunde lebt der Konzern noch immer von seinen Online-Diensten, insbesondere der Suchmaschine. Daher ist man in Mountain View daran gelegen, seine Benutzerbasis kontinuierlich zu erweitern. Um die letzten Flecken der Erde ohne zuverlässigen Internetzugang zu erreichen, wurde unlängst Project Loon ins Leben gerufen. Mithilfe von Ballons soll in entlegenen Gebieten eine stabile Netzabdeckung gewährleistet werden.

Bislang wurden die Heißluftballons lediglich in den USA und Neuseeland im kleinen Rahmen getestet, jetzt allerdings sollen einem Bericht des Guardiens zufolge gleich 20 Sendeeinheiten aufsteigen. Dazu ist Google in Australien eine Kooperation mit Telstra eingegangen. Der Mobilfunkanbieter stellt seine Infrastruktur inklusive Basisstationen für die Vernetzung der Ballons zur Verfügung, welche wiederum ein WLAN-Signal nach unten senden. Als Areal wurde der australische Bundesstaat Queensland gewählt, der etwa fünf Mal größer als Deutschland, aber lediglich von 4,7 Millionen Menschen besiedelt wird.

Das seit 2011 vom semi-geheimen Google X-Labor entwickelte Projekt musste schon einige Fehlschläge und Rückschläge einstecken. So zerstörte ein zu tief fliegender Ballon in den USA eine Hochspannungsleitung und schaltete in einer kleinen Stadt die Lichter aus. In Neuseeland landete ein Testballon aufgrund von unkontrollierbaren Winden im Meer und wurde von den örtlichen Behörden fälschlicherweise zunächst für ein abgestürztes Flugzeug gehalten. Doch anscheinend hat man aus vergangenen Fehlern gelernt.

Quelle: The Guardian [via The Verge]

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