Quantum Paper: Googles universelles UI für Android, das Web und iOS [Gerücht]

Tuan Le 11

Die zu erwartenden Umbrüche in Googles Design-Philosophie scheinen größer zu sein als sich bislang erahnen ließ: Mit dem Projekt Quantum Paper möchte das Unternehmen aktuellen Gerüchten zufolge die Nutzererfahrung unter Android, im Web und sogar unter iOS vereinheitlichen und erheblich konsistenter gestalten. Dies beinhaltet nicht nur neue Design-Richtlinien und den Abschied vom Holo UI, sondern auch die Bereitstellung zahlreicher Werkzeuge für Entwickler, um den Umstieg zu Quantum Paper zu erleichtern.

Seit den ersten Gerüchten rund um Project Hera gab es eine ganze Reihe von Leaks und Gerüchten bezüglich der Orientierung, die Android zukünftig einschlagen würde – vor allen Dingen die Annäherung zwischen Webapplikationen und Android-Apps ist seit jeher im Gespräch, ebenso wie eine noch stärkere Integration von Google Now in Android. Im Interview äußerte sich Googles Chef-Designer Matias Duarte bereits dahingehend, dass viele Entwickler ihre Benutzererfahrung zu sehr auf spezifische Geräteklassen ausrichten und daher eine recht inkonsistente Nutzererfahrung je nach Plattform bieten. Google sieht plattformübergreifendes Design als die Herausforderung der Zukunft und bislang ging man davon aus, dass die Entwicklung unter dem Codenamen Project Hera stattfindet.

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Die Kollegen von Android Police haben nun allerdings neue Erkenntnisse erhalten, die verdeutlichen, dass es sich bei Project Hera nicht um eine neue Design-Sprache handelt. Vielmehr beschreibt Project Hera die Bemühung, Google Chrome und die Suche unter Android zu vereinen, wohingegen Quantum Paper die neuen Designrichtlinien sowie das dazugehörige Framework für Entwickler umfasst. Dieses soll nicht nur Android und Chrome näher zusammenbringen, sondern im Allgemeinen auf sämtlichen Plattformen - darunter auch iOS - eine einheitliche Nutzererfahrung bieten.

Während Google Quantum Paper zukünftig vermutlich als Ersatz für das Holo UI einführen und für Android-Entwickler als neue Vorgabe festlegen wird, könnte die neue Designsprache unter iOS zumindest für die hauseigenen Applikationen obligatorisch werden. Ob unabhängige iOS-Entwickler Quantum beziehungsweise GoogleKit, wie es für Apples Betriebssystem heißen wird, für ihre Applikationen nutzen werden, hängt aber letzten Endes von deren eigenem Ermessen ab.

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Was optisch von Quantum Paper zu erwarten ist, sollen die vermeintlichen Project Hera-Leaks wie zur neuen Gmail-Applikation und dem Google Kalender Timely bereits angedeutet haben: Das ausziehbare Seitenmenü wird - wie bereits zuvor klargestellt worden ist - demnach weiterhin erhalten bleiben, wobei die drei Streifen nun etwas weiter weg vom Rand positioniert sind und die Aktionsleiste in Apps künftig etwas bunter und zugleich minimalistischer wird. Dazu passt auch die bei Polymer im vergangenen Jahr vorgestellte Designsprache, ein auf der letzten Google I/O vorgestelltes Toolkit zur einfachen Erstellung von eleganten Web-Applikationen (ab 1:05:22):

Google scheint die notwendigen Bausteine für die kommenden Veränderungen also bereits vor einiger Zeit gelegt zu haben. Die spannende Frage ist natürlich, wann man mit einem Release rechnen kann: Vermutlich wird Google Quantum Paper zusammen mit der nächsten Android-Version 4.5/5.0 - mit dem Anfangsbuchstaben L - offiziell vorgestellt werden. Allerdings ist es gut möglich, dass etwaige Google-Applikationen bereits zuvor Elemente von der neuen Design-Sprache enthalten werden, es gilt also die Augen offen zu halten.

Was sagt ihr zu Quantum Paper? Meldet euch wie immer unten in den Kommentaren zu Wort.

Quelle: androidpolice

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