Studio für elektronische Musik: Das feiert Google heute im Doodle

Stefan Bubeck

Das Google-Logo auf der Startseite verwandelt sich heute in ein Graffiti, auf dem das Studio für elektronische Musik gezeigt wird. Aber was ist das überhaupt?

Wen die von Google verwendete Illustration gefällt, kann dem Berliner Künstler Henning Wagenbreth auf Instagram folgen:

Es geht nicht um heute populäre Musik-Software wie Ableton Live, Apple Logic oder Steinberg Cubase, sondern um eine geschichtsträchtige Räumlichkeit in Köln: Das Studio für elektronische Musik wurde am 18. Oktober 1951 vom Westdeutschen Rundfunk ins Leben gerufen und widmet sich – wie der Name unmissverständlich ausdrückt – der Klangerzeugung mit elektronischen Instrumenten. Dazu gehören etwa Synthesizer, Rausch- oder Sinusgeneratoren. Das Studio hat international Musikgeschichte geschrieben.

Studio für elektronische Musik: Klassik statt Techno und House

„Elektronische Musik? Na das ist doch sowas wie Scooter, David Guetta, Nina Kraviz oder Solomun?“ Ja, im allgemeinen Verständnis ist das so – aber hier geht es musikalisch in eine etwas andere Richtung.

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Das Studio für elektronische Musik in Köln widmet sich einem anspruchsvolleren Ansatz, es handelt sich um klassische Musik. Statt Violine, Cello und Flügel kommen allerdings elektronische Geräusch- und Klangerzeuger zum Einsatz. Der wohl wichtigste Vertreter dieses Genres war der deutsche Komponist Karlheinz Stockhausen, der das Studio für elektronische Musik in Köln ab 1963 künstlerisch leitete. Stockhausen steht nicht selten auf dem Lehrplan in deutschen Schulen, so ist der eine oder andere so bereits vom Musiklehrer auf die Klangwelten des in Kerpen geborenen musikalischen Genies aufmerksam gemacht worden. Leicht verdaulich sind die experimentellen und avantgardistischen Sounds sicherlich nicht, dafür aber atmosphärisch und interessant. Man muss sich allerdings darauf einlassen – auf der offiziellen Webseite kann man sich Beispiele anhören.

So ganz weit weg vom heutigen Techno sind Stockhausen und die Werke aus dem altehrwürdigen Studio für elektronische Musik aber nicht, zumindest ein bedeutender Einfluss des Studios auf viele zeitgenössische Musiker ist unbestritten. Auf die Frage, ob er Techno erfunden habe, antwortete Stockhausen dem Magazin De:Bug im Jahr 1998 kurz und knapp mit „Ja!“.

Quellen: WDR, Stockhausen, Debug

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