Verblüffender Trick: So will Google die Akkulaufzeit in Android-Smartphones erhöhen

Kaan Gürayer 9

Sie ist ein kostbares Gut für jeden Handy-Besitzer: Akkulaufzeit. Das weiß auch Google und hat die Stromfresser in unseren mobilen Begleitern genauer unter die Lupe genommen. Mit einem verblüffenden Trick will der US-Konzern jetzt die Akkulaufzeit von Android-Smartphones erhöhen. 

Verblüffender Trick: So will Google die Akkulaufzeit in Android-Smartphones erhöhen

Neben dem iPhone galt Android lange Zeit als das „hässliche Entlein“ unter den Smartphone-Betriebssystemen. Während iOS wie aus einem Guss wirkte, versprühte Android den zweifelhaften Charme von eilig zusammengezimmerter Beta-Software. Das änderte sich 2014, als Google das sogenannte „Material Design“ einführte. Die neue Designsprache verlieh Android einen modernen, minimalistischen Look, der sich gegenüber der Apple-Konkurrenz nicht verstecken brauchte. Was Google damals nicht oder nicht hinreichend einbezog: Material Design saugt genüsslich am Akku.

Material Design erhöht Akkuverbrauch im Android-Smartphone

Das musste sich Google auf einer aktuell stattfindenden Android-Entwicklerkonferenz eingestehen. Der Grund für den hohen Akkuverbrauch vom Material Design liegt in hellen Farben und weißen Flächen.

Zu Testzwecken hat sich Google den Akkuverbrauch von Smartphone-Displays in unterschiedlichen Modi angeschaut. So verbraucht der OLED-Bildschirm des ersten Pixel-Smartphones im Nachtmodus satte 63 Prozent weniger Energie. Dass OLED-Bildschirme aufgrund ihrer Bauart im Nachtmodus weniger Akku-Energie verbrauchen, war klar. Im Gegensatz zu LCDs sind OLED-Pixel bei schwarzen Anzeigen auch tatsächlich ausgeschaltet. Doch wie stark dieser Effekt in der Praxis ist, hat Google wohl überrascht.

Im direkten Vergleich (siehe Foto oben) verbraucht das auf maximaler Helligkeit eingestellte OLED-Display des Pixel 1 bei schwarzen Anzeigen signifikant weniger Akkuleistung als bei weißen Elementen und weißer Schrift. Interessant: Der Effekt scheint sich nicht nur auf den Unterschied zwischen hellen und dunklen Anzeigen zu beziehen, sondern auch auf farbigen. Rote oder grüne Flächen und Schrift verbrauchen ebenfalls deutlich weniger Energie.

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Akkulaufzeit bei Android-Smartphones: So will Google die Wende schaffen

Und wie will Google jetzt die Akkulaufzeit in Android-Smartphones erhöhen? Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Das Unternehmen hat sich den Fehler eingestanden, in den eigenen vergangenen Jahren innerhalb der eigenen Apps viel zu stark auf helle Elemente und weiße Schrift gesetzt zu haben. Aber nicht nur das: Auch die Material-Design-Richtlinien selbst empfehlen App-Entwicklern den großzügigen Gebrauch von Weißraum und hellen Farben.

In den kommenden Monaten dürften also weitere Google-Apps einen sogenannten „Dark Mode“ (Nachtmodus) erhalten, um Akkulaufzeit zu sparen. Zudem dürfte Google die Material-Design-Richtlinien anpassen und Entwicklern empfehlen, mehr dunkle Elemente zu verwenden. Allgemein wird Android in der näheren Zukunft wohl etwas dunkler werden. Wer weiß – vielleicht kehren wir ja designseitig in frühere Zeiten zurück? Denn weiße oder gar blaue Schrift auf schwarzem Untergrund in vielen Teilen des Betriebssystems gab’s schon mal: Zu Zeiten von Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“.

Quelle: SlashGear

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