Vorbild Apple? Google engagiert ehemaligen Motorola-Chef, um neue Hardwareabteilung zu führen

Philipp Gombert

Erst letzten Monat verließ Rick Osterloh seinen ehemaligen Arbeitsplatz bei Motorola. Lange hat die Jobsuche allerdings nicht gedauert: Als neuer „Senior Vice President“ soll Osterloh ab sofort Googles neue Hardware-Abteilung aufbauen.

Dabei vereint die Sparte verschiedene Projekte, die zuvor getrennt entwickelt wurden. Während Google in der Vergangenheit meist auf Partnerunternehmen angewiesen war, um in entsprechenden Märkten Fuß zu fassen — und damit oft auch erfolgreiche Produkte präsentierte —, könnte man mit Rick Osterloh als Kopf der neuen Abteilung künftig einen größeren Fokus auf die eigene Hardware-Entwicklung legen.

Bestandteil der neuen Sparte sind dabei nicht nur Nexus-Geräte, sondern auch andere Bereiche, die man bisher weniger auf dem Schirm hatte. Die Liste der Segmente unter Osterlohs Aufsicht ist dabei nicht kurz:

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Googles Friedhof: 23 Projekte, die vom Mega-Konzern zu Grabe getragen wurden
  • Nexus: Natürlich leitet Osterloh die Entwicklung Googles neuer Nexus-Flaggschiffe und kümmert sich auch um OEM-Partnerschaften. Dabei wird Osterloh eng mit Hiroshi Lockheimer, dem Verantwortlichen für Android, zusammenarbeiten.
  • Chromecast: Der TV-Stick ist bei Kunden beliebt und verbucht sehr gute Verkaufszahlen. Unter Lockheimer kam der Chromecast etwas zu kurz, das soll sich künftig ändern.
  • Consumer Hardware: Diese Abteilung beinhaltet die Entwicklung von Geräten wie Chromebooks und dem Pixel C.
  • OnHub: Dabei handelt es sich um Wireless Router. Bisher wurde OnHub von der „Access Company“ unter Alphabet entwickelt, diese Aufgabe wird künftig Osterloh zuteil.
  • ATAP beinhaltet Teile des experimentellen Hardware-Bereichs, die nicht zu Googles Virtual-Reality-Abteilung gehören. Dem ist unter anderem die Entwicklung modularer Smartphones und dergleichen untergeordnet.
  • Glass: Die smarte Brille wird seit Kurzem von einem Team unter dem Namen Project Aura behandelt und fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich Osterlohs.

Obendrein beaufsichtigt der neue Hardware-Chef eine Produktlinie unter dem Namen „living room“. Dabei wird deutlich, dass Google wohl auch im Markt smarter Geräte für den Haushalt große Ambitionen hat.

Im folgenden Werbevideo zum Moto X Force ist der ehemalige Motorola-Chef übrigens Hauptdarsteller. Der Clip ist durchaus zum schmunzeln und die 55 Sekunden Zeitaufwand wert.

Moto X Force Vorstellung.

Ein Schritt in Richtung Apple

Es ist also zu erwarten, dass Googles Hardware-Abteilung in Zukunft deutlich mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. Damit könnte das Unternehmen einen Schritt in Richtung Apple gehen. In Cupertino werden Hardware und Software intern entwickelt und perfekt aufeinander abgestimmt. Womöglich arbeitet Google künftig ebenfalls vermehrt an eigenen Geräten, sodass eine ähnliche Konstellation denkbar ist.

Auswirkungen auf Dritthersteller?

Für andere Hersteller könnte besagte Entwicklung Fluch und Segen zugleich sein. Einerseits ist von einer einfacheren Zusammenarbeit mit Google auszugehen – bisher mussten sich Partner oftmals mit verschiedenen Bereichen des Unternehmens herumschlagen, die zukünftig in einer Abteilung gebündelt sind. Andererseits ist Google durch die Entwicklung eigener Hardware weniger auf Dritthersteller angewiesen und konzentriert sich möglicherweise mehr auf eigene Produkte.

Quelle: Re/Code

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