Habt ihr schon von Google Fiber gehört? Dabei handelt es sich um ein Glasfasernetz, mit dem Google Hochgeschwindigkeits-Internet (bis zu 1 Gigabit pro Sekunde) in ausgewählte Haushalte bringt. Nachdem Kansas City als erste Test-Gemeinde mit der neuen Breitbandinternet-Infrastruktur ausgestattet wurde, will nun auch Los Angeles mit einem ähnlichen Angebot nachziehen. Und zwar in noch größerem Stil.

 

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Die Amerikaner lieben Superlative. Davon kann ich mir jetzt wieder einmal mehr ein eigenes Bild machen, sitze ich doch gerade in Santa Monica/Kalifornien und erlebe tagtäglich, was die Amerikaner mit dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ eigentlich meinen.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Stadt Los Angeles nun auch plant, ein Glasfasernetzwerk für das Internet in die Weltstadt zu bringen. Und schneller bedeutet in diesem Fall bis zu 100 Mal schneller als heutzutage herkömmliches Breitband-Internet. Bis zu 1000 Mbps schnell. Hier ein kurzer Clip, der das Ganze etwas besser verdeutlicht:

Introducing Google Fiber: The Next Chapter Of The Internet

 

Und genau das will nun also auch Los Angeles haben. Und zwar für 3,5 Millionen Einwohner. Im kommenden Monat wird die „Stadt der Engel“ hierzu einen Antrag stellen, um „jedes Anwesen, jedes Unternehmen und jede Regierungsorganisation in  den Stadtgrenzen von Los Angeles“ mit  einem Glasfasernetz-Anschluss auszustatten.

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Googles Friedhof: 23 Projekte, die vom Mega-Konzern zu Grabe getragen wurden

Nicht gerade günstig

Insgesamt soll die ganze Sache zwischen 3 und 5 Milliarden Dollar kosten, diese Kosten sollten dann im Idealfall allerdings von den einzelnen Lieferanten getragen werden.

Mit dem neuen Internetzugang wären dann oben beschrieben Geschwindigkeiten möglich, auch eine kostenlose Variante von etwa 2 bis 5 Mbps würde angeboten werden, diese könnten allerdings durch Werbung finanziert werden. Zusätzlich würde das Glasfasernetzwerk auch öffentlich Wi-Fi Hotspots im öffentlichen Raum versorgen.

Wie auch bei uns in Deutschland variieren die derzeitigen Internetgeschwindigkeiten in Los Angeles derzeit zwischen 5 und 50 Mbps, Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, für einen bisher hohen Aufpreis (höher als in anderen amerikanischen Gemeinden)schnelleres Internet zu bekommen.

Googles Geschäftsmodell reicht nicht aus

Das bisherige Geschäftsmodell, wie es Google mit seinem Fiber anbietet, käme so allerdings nicht in Frage. Dieses richtet sich nämlich ausschließlich an Wohnsitze. Dabei stehen drei verschiedene Modelle im Angebot: Zum einen gibt es eine kostenlose Version (fast, denn eine einmalige Anschlussgebühr von 300 Dollar muss gezahlt werden) mit normalem Internetanschluss (mindestens 7 Jahre lang, so Google). Die zweite Version kostet 70 Dollar (plus 300 Dollar Anschlussgebühr) für die Gigabit Internetverbindung. Und wer noch etwas mehr haben will, kann sich das Gigabit + TV-Modell zulegen, bei dem monatlich 120 Dollar fällig werden (zzgl. 300 Dollar Anschlussgebühr).

Für Los Angeles sind aber nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen und Regierungsorganisationen äußerst wichtig. Denn mit dem Angebot eines Glasfasernetzes soll vor allem auch verhindert werden, dass mehr und mehr Unternehmen die Stadt verlassen, um sich andernorts günstiger niederzulassen.

Nachdem der Antrag gestellt wurde, können die Interessenten (und zwar nicht nur Telekommunikationsunternehmen wie AT&T und Verizon) ihre Gebote abgeben, dafür haben sie drei Monate Zeit. Sollte sich dann jemand finden, würde es an die Verhandlungen gehen, die problemlos 6 bis 9 Monate dauern können. Und erst wenn das alles erledigt ist, könnte das Glasfasernetz in los Angeles Wirklichkeit werden. Es dauert also noch ein bisschen.

Quelle: Ars Technika

Kamal Nicholas
Kamal Nicholas, GIGA-Experte.

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