Yandex.Kit: Russische Alternative zum Google Play-Ökosystem vorgestellt

Lukas Funk 4

Der russische Internetriese Yandex hat dieser Tage das sogenannte Yandex.Kit vorgestellt. Durch diese App-Sammlung sollen Hersteller ihre Smartphones mit allen bekannten Komfortfunktionen und Apps ausstatten können, ohne dabei von den Google Play Services abhängig zu sein. Erste Business-Partner sind der russische Smartphone-Hersteller Explay sowie das chinesische Unternehmen Huawei.

Yandex.Kit: Russische Alternative zum Google Play-Ökosystem vorgestellt

Yandex könnte einigen unserer Leser bekannt sein, hat das russische Unternehmen doch vor einiger Zeit den noch aus Windows Mobile-Zeiten bekannten Homescreen-Ersatz SPB Shell aufgekauft und als Yandex.Shell erneut veröffentlicht. Auch mit einem Browser, einer Mail-App, einem Kartendienst und etlichen weiteren Anwendungen ist der Internetriese derzeit im Play Store vertreten.

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Nun möchte man den nächsten Schritt gehen und sich vollkommen von Googles Restriktionen lösen, ohne aber auf Android zu verzichten. Zu diesem Zweck hat man das Yandex.Kit entwickelt, das praktisch ein Gegenstück zu Googles Play Services darstellt. Dieses Framework bietet Entwicklern alternativen zu Googles Apps und APIs, um bekannte Anwendungen auch ohne die Play Services nutzen zu können. Zu diesem Zweck hat man außerdem einen eigenen App-Store mit immerhin schon über 100.000 Anwendungen im Angebot.

Die Vertragsbedingungen von Yandex wirken – zumindest auf den ersten Blick – deutlich weniger restriktiv als Googles. So ist Partnern Freigestellt, den App-Store mit eigenem Branding zu versehen und beispielsweise firmeneigene Apps darin hervorzuheben. Benutzer von Smartphones, die das Yandex.Kit nutzen, profitieren darüber hinaus von 10 Prozent Rabatt auf Apps gegenüber dem Normalpreis. Der Rabatt wird dem User-Konto gutgeschrieben und kann für weitere Einkäufe verwendet werden.

Neben dem russischen Markt, den Yandex mit Hardware-Partner Explay erobern möchte, soll das Yandex.Kit auch international in Zusammenarbeit mit Huawei vertrieben werden, besonders direkt an Unternehmen. Die internationale Version des Kits beschränkt sich dabei auf den Store, den Homescreen sowie den Browser, während die russische Variante außerdem eine E-Mail-App, die Yandex-Suche, eine Kartenanwendung sowie eine Telefon-App bietet, die – ähnlich Googles CallerID – unbekannte Anrufer anhand eines Verzeichnisses identifiziert.

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Interessant wird Googles Reaktion auf Huaweis Unterstützung des Yandex.Kit sein. Denn während eigentlich nichts dagegen spricht, einen eigenen Android-Zweig zu entwickeln, wie beispielsweise Amazon es mit seinem Fire OS unternimmt, verpflichtet sich ein Unternehmen, das wie Huawei Google-Apps lizenziert, dazu, eben keine Forks zu unterstützen.

Schon auf dem MWC 2014, der in der kommenden Woche in Barcelona seine Pforten öffnet, soll Huawei Geräte mit Yandex.Kit präsentieren. Wir werden versuchen ein solches in die Hände zu bekommen und die Unterschiede zu Googles Android zu beleuchten.

Quelle: Yandex-Blog [via TechCrunch]

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