5 Wünsche an Google: Was wir 2016 gerne sehen würden

Kaan Gürayer 1

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen – Zeit also, die vergangenen 12 Monate Revue passieren zu lassen. In unserer Artikelserie „5 Wünsche an …“ blicken wir auf die Höhen und Tiefen von fünf unterschiedlichen Herstellern zurück und formulieren unsere Wünsche für 2016. Heute an der Reihe: Google

5 Wünsche an Google: Was wir 2016 gerne sehen würden

Liebes Google,

es war ohne Zweifel ein sehr ereignisreiches Jahr für dich. Mit Android 6.0 Marshmallow wurde die nächste Major-Version deines mobilen Betriebssystems präsentiert, mit YouTube Red bist du erste Schritte in eine werbefreie Welt gegangen, hast mit dem Nexus 5X und Nexus 6P gleich zwei neue Nexus-Smartphones vorgestellt und als wenn das alles noch nicht genug wäre, dir völlig überraschend mit Alphabet eine neue Firmenstruktur verpasst. Aber bei all den Hummeln, die dir in den vergangenen 12 Monaten im Hintern herumflogen, warst auch du nicht frei von Fehlern. Damit es nächstes Jahr besser geht, unsere Wunschlichte für 2016 an dich.

Niedrigere Nexus-Preise für Europa

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Für WhatsApp und Co: Apples neue iPhone-Emojis in der Vorschau.

Video-Bild: Alle Infos zu Googles Nexus-Event im einem Video: GIGA Breaking

Wir sind hier ja nicht im Märchen bei „Des Kaisers neuen Kleidern“, weshalb wir das Offensichtliche auch ohne Umschweife ansprechen können: die überteuerten EU-Preise des Nexus 5X und insbesondere Nexus 6P. Die waren gelinde gesagt eine Frechheit und ein Schlag ins Gesicht eines jeden europäischen Nexus-Fans. Damit sind nicht die Preise an sich gemeint, auch wenn sie aus Kundensicht selbstverständlich etwas tiefer hängen könnten, sondern die gigantische Differenz zu den US-Preisen. Selbst unter Berücksichtigung von Wechselkursen und unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen, werden Europäer wie Kühle gemolken.

Beispiel gefällig? Das günstigste Nexus 6P, also die Variante mit 32 GB Speicher, kostet im hiesigen Google Store 649 Euro, was umgerechnet aktuell circa 709 US-Dollar sind. Im amerikanischen Google Store schlägt das 32 GB-Modell des Nexus 6P lediglich mit 499 US-Dollar zu Buche – europäische Käufer zahlen also einen Aufpreis von mehr als 200 US-Dollar. Zwar bewegen sich die „Straßenpreise“ beider Geräte, vor allem beim Nexus 5X, langsam nach unten. Für deine 2016er Nexus-Generation, herzallerliebstes Google, möchten wir im Vergleich zu unseren Cousins jenseits des Atlantiks aber nicht erneut über den Tisch gezogen werden.

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Nachfolger für das Nexus 7 (2013)

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Neben den beiden Nexus-Brüdern wurde Ende September auch ein neues Android-Tablet vorgestellt: das Pixel C. Mit ansteckbarer Tastatur richtet sich das High End-Tablet vor allem an Nutzer, die auch unterwegs produktiv arbeiten möchten. Mit dem Nexus 9 hat sich im vergangenen Jahr HTC wieder nach langer Abstinenz in den Tablet-Markt gewagt und mit Stereo-Frontlautsprechern, lesefreundlichem 4:3-Format und leistungsstarkem Nvidia Tegra K1-Chip ein hervorragendes Stück Hardware abgeliefert. Was bislang fehlt, ist jedoch ein neues 7-Zoll-Tablet – also ein echter Nachfolger für das populäre Nexus 7 (2013).

Der von Asus gefertigte 7-Zoller punktete zum Release mit einem knack-scharfen Full HD-fähigem Display, schnellen Snapdragon S4 Pro-SoC, 2 GB RAM, ordentlicher Verarbeitung und nicht zuletzt einem sehr wettbewerbsfähigen Preis von 229 Euro für die 16 GB-Variante. Selbst heute, 2,5 Jahre später, hat man Probleme, ähnlich gut ausgestattete Tablets zu einem so günstigen Preis zu finden. Die Displaydiagonale von 7 Zoll war nahezu perfekt: Groß genug, um E-Books, YouTube-Videos, Spiele und andere Inhalte noch bequem auf dem Gerät genießen zu können – andererseits immer noch so handlich, dass es auch ohne Probleme mal in die Jackentasche gepasst hat. Dass Smartphone-Apps auf einem 7-Zoll-Display noch immer passabel aussehen und sich gut bedienen lassen, war ein zusätzliches Sahnehäubchen.

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Fokus auf Tablets und Tablet-Apps

Nexus 9 vs. iPad Air: Android 5.0-Flaggschiff und Apple-Platzhirsch im Videovergleich Bild

Das bringt uns direkt zum dritten Punkt auf unserer Wunschliste: Tablet-Apps. Am 23. Februar 2011 wurde mit Android 3.0 Honeycomb die erste Android-Version veröffentlicht, die speziell auf Tablets optimiert war. Doch selbst nach knapp fünf Jahren hat sich am grundsätzlichen Trauerspiel, das Android auf Tablets abgibt, nicht viel geändert. Die wenigsten Apps im Play Store sind an Tablets angepasst – selbst einige Google-Apps lassen dieses essenzielle Feature vermissen. Die Folge: Smartphone-Apps, die im schlimmsten Fall auf 10 Zoll gestreckt sind und einfach nur fürchterlich aussehen. Auch dein neues Pixel C leidet immens an fehlenden Tablet-Apps, vom nicht vorhandenen Splitscreen-Modus ganz zu schweigen. Im nächsten Jahr wünschen wir uns also, dass du deinen Worten auch Tagen folgen lässt und Tablets endlich in den Fokus rückst.

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Transparente Entwicklung von Android Wear

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Kommen wir von den ganzen großen Tablet-Displays hin zu den kleinen Bildschirmen, die unsere Smartwatches schmücken. Mit Android Wear hast du ein hervorragendes Wearable-OS im Portfolio, das stromsparend ist, sich flüssig bedienen lässt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Was hingegen fehlt, ist eine „große Vision“ für Android Wear, die aufzeigt, wohin die Reise gehen soll. Bislang läuft die Schose ja so ab: In unregelmäßigen Abständen wird vollkommen überraschend eine neue Android Wear-Version aus dem Hut gezaubert, die tolle neue Features mitbringt und dann einige Wochen später ausgerollt wird. Das mag ja dem „kreativen Chaos“ entsprechen, der im Googleplex gelebt wird – verlässlich ist es jedoch nicht. Eben jene Verlässlichkeit ist aber notwendig, um Vertrauen in die noch junge Plattform zu gewinnen. Nimm dir für 2016 also ein Beispiel an Apple: Die Entwicklung des watchOS für die Apple Watch läuft vollkommen transparent ab, sodass sowohl Hardware-Hersteller als auch potenzielle Kunden wissen, was sie kurz- und mittelfristig erwartet.

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YouTube Red kommt nach Europa

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Zum Abschluss noch ein vergleichsweise kleiner Wunsch, der sich im kommenden Jahr hoffentlich erfüllt: Bitte, Großmeister Google, bring‘ 2016 YouTube Red auch nach Europa. Für lediglich 9,99 US-Dollar erhalten amerikanische Nutzer die Möglichkeit, YouTube komplett werbefrei anzusehen, Videos zum Offline-Anschauen herunterzuladen und sie in mobilen Apps sogar im Hintergrund laufen zu lassen – perfekt für alle, die YouTube seit jeher als persönliche Jukebox benutzt haben. Dass Abonnenten von Google Play Music kostenlos auf den Service zugreifen können und YouTube Red ab 2016 mit Filmen und Serien zum Netflix-Konkurrenten aufsteigen soll, ist das Tüpfelchen eines ohnehin schon ansehnlichen i. Wir sind uns daher todsicher, dass es auch in unseren Gefilden jede Menge Nutzer gibt, die für YouTube Red liebend gerne 9,99 Euro im Monat zahlen würden – immer vorausgesetzt natürlich, dass der Service bei uns nicht „beschnitten“ ist und mit denselben Features wie in den USA aufwarten kann.

Das waren unsere fünf Wünsche an Google für 2016. Fallen euch noch weitere ein? Dann sagt es uns in den Kommentaren! 

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