Die größten Google-Flops der letzten Jahre

Rafael Thiel 6

In den vergangenen Jahren ist Google zu einem der größten Technologie-Konzerne der Welt aufgestiegen und gilt als experimentierfreudiger Innovator. Doch nicht alles, was Larry Page und Co. anfassen, wird auch zu Gold – im Laufe der Zeit sind auch einige Fehlschläge zusammengekommen. Wir blicken auf die größten Flops der näheren Vergangenheit.

Die größten Google-Flops der letzten Jahre

Es hat bei Google schon Tradition, dass sich an zahlreichen Projekten versucht wird, von denen sich am Ende aber nur ein Bruchteil durchsetzen kann. In vielen Fällen schickt der Konzern gar parallel mehrere Produkte gegeneinander ins Rennen und beobachtet deren Erfolg beziehungsweise Misserfolg. So gibt es etwa mit Gmail und Inbox zurzeit zwei Email-Clienten, die auf demselben Dienst fußen und somit quasi in gegenseitiger Konkurrenz stehen, dabei aber unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Google+: Verlor Interesse von Nutzern und Entwicklern

Überhaupt forcierte Google in den vergangenen Jahren den Bereich der Online-Kommunikation und brachte diverse Dienste heraus. Ein prominentes Beispiel ist Google Wave, das nach vielversprechendem Start 2009 aufgrund ausbleibendem Erfolges bereits 2012 wieder vom Netz genommen wurde. In der Zwischenzeit hatte der Konzern zudem mit Google+, das 2011 startete, einen potenziellen Nachfolger ins Portfolio aufgenommen, der im Stile eines sozialen Netzwerkes zeitgemäßer daherkam.

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Nun ist Google+ im Gegensatz zu Wave zwar noch aktiv, doch sind die Nutzerzahlen im Vergleich mit Facebook, Twitter und Co. verschwindend gering und erhält die Plattform mittlerweile kaum noch Aufmerksamkeit aus Mountain View. Trotz ambitionierter Versuche, wir erwähnen an dieser Stelle auch noch Google Buzz, ist der Konzern in puncto sozialer Vernetzung bislang gescheitert und konnte keine ernstzunehmende Alternative zu Facebook oder anderen Konkurrenten aufbauen. Ob Google+ als Ort für Sammlungen und Communitys, so der neue Verwendungszweck, mehr Erfolg haben wird, muss die Zeit zeigen – wir bleiben eher skeptisch.

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Hangouts: Der Versuch eines erfolgreichen Instant Messengers

Wenig erfolgreich war Google außerdem bei Messengern. In dieser Disziplin versuchte sich der Konzern bereits unzählige Male – bislang ohne wirklichen Erfolg. Zuletzt war es Hangouts, das sich auf dem hart umkämpften Markt durchsetzen sollte. Der Dienst startete 2013 und wirkte zu Beginn erfrischend modern. Im Gegensatz zum Branchenführer WhatsApp bot Hangouts nämlich native Clients für mehrere Plattformen an und war damit auch am PC nutzbar.

Allerdings erlitt Hangouts ein ähnliches Schicksal wie Google+: Die Weiterentwicklung blieb weitgehend aus. Die Programmierer waren wohl anderweitig involviert – womöglich sogar in der Entwicklung von Google Allo, dem auf der I/O-Entwicklerkonferenz 2016 angekündigten Messenger mit Anbindung an den ebenfalls frisch vorgestellten Google Assistant. Im Gegensatz zu den bisherigen Messenger-Versuchen Googles macht Allo vieles richtig und ist auch ohne Google-Konto nutzbar, sondern verlangt lediglich eine Telefonnummer. Hier hat man sich ein Beispiel an WhatsApp genommen – ob es hilft? Ab Herbst, wenn der neue Messenger an den Start gehen, erhalten wir die Antwort.

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Google Glass: Dem Hype erlegen

Doch hat sich Google in der jüngeren Vergangenheit auch zunehmend mit Hardware beschäftigt und in diesem Bereich versucht, Grenzen auszuloten. Ein solches „Grenzprojekt“ ist Google Glass – eine smarte Brille für die Alltagsnutzung. Die erstmalige Vorstellung fand im Rahmen der I/O 2012 statt und war beeindruckend: Die Möglichkeiten der Brille wurden anhand eines live übertragenen Fallschirmsprungs demonstriert.

Damit stieß Google aber einen derartigen Hype an, dem Glass schlussendlich zum Opfer fiel. Weder die 2013 zur Verfügung gestellte Entwickler-Version noch die 2014 freigegebene Beta-Ausführung konnten den hohen Erwartungen an das Projekt gerecht werden. Von der negativen Presse, die in Glass das Ende der Privatsphäre sah, konnte sich die Datenbrille auch nicht erholen. Der Verkauf wurde daher im Januar 2016 eingestellt und das Projekt aus der Öffentlichkeit verbannt.

Zwar ist Google mit Glass ordentlich gegen die Wand gefahren – tot ist das Projekt allerdings noch nicht. Laut Eric Schmidt, Chairman bei Google, werde die Brille „aktuell für Endverbraucher vorbereitet“. Denn: Google Glass hatte nie den Anspruch, ausgereift zu sein. Unter dem Codenamen „Aura“ spukt bereits eine zweite Iteration durch die Gerüchteküche. Dass diese Version aber den verbrannten Markennamen „Google Glass“ tragen wird, ist nur schwer vorstellbar.

Project Ara: Von der Realität eingeholt

Ein weiteres Projekt, das das Potenzial zum Flop hat, aber im Moment noch künstlich am Leben gehalten wird: Project Ara. Die ursprüngliche Idee, ein modulares Smartphone zu haben, dessen Komponenten sich vollständig austauschen lassen, war seinerzeit verlockend – und offensichtlich mehr Traum denn Realität.

Project Ara: What's Next.

Nachdem das angekündigte Pilotprojekt mehrmals aufgeschoben werden musste, brachte Google auf der diesjährigen I/O alle auf den aktuellen Stand – und dieser enttäuschte. Von der einstigen Modularität war nicht viel übrig geblieben. Der technische Kern ist fortan fest verbaut, lediglich zusätzliche Features wie Kamera, Lautsprecher oder sekundäres Display lassen per Modul integrieren.

Immerhin gibt es mittlerweile eine (weitere) Release-Agenda: Im Herbst 2016 soll eine Developer-Edition für interessierte Entwickler erscheinen. In Anbetracht der eingebüßten Modularität ist jedoch fraglich, womit sich Project Ara abheben möchte.

Das waren sie: die unserer Meinung nach größten Google-Flops der vergangenen Jahre. Fallen euch noch weitere ein? Dann sagt es uns in den Kommentaren! 

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