Ein Besuch bei Google und im Silicon Valley: Jetzt mit etwas fadem Beigeschmack

Kamal Nicholas 13

Vergangene Woche hatte ich endlich die Möglichkeit, mir ein eigenes Bild von Silicon Valley, Mountain View, Cupertino, Google, Apple, Facebook und weiteren Unternehmen zu machen. Und irgendwie habe ich die Reise mit sehr gemischten Gefühlen beendet. Warum das so ist, erfahrt ihr hier.

Ein Besuch bei Google und im Silicon Valley: Jetzt mit etwas fadem Beigeschmack

Letzten Mittwoch um 8 Uhr ging die Reise aus San Francisco los in Richtung Mountainview und Cupertino. Auf dem Reiseplan standen die HP Garage, wo quasi der Grundstein für Silicon Valley gelegt wurde, gefolgt von Facebook, Google, Intel und zu guter Letzt noch Apple.


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Natürlich sind im Silicon Valley noch viele, viele andere Unternehmen beheimatet, die meisten bestehen allerdings aus eher langweiligen Bürogebäuden und bieten sich daher nicht sonderlich für einen Besuch an. Außerdem war meine Zeit in San Francisco leider auch etwas begrenzt.

Jedenfalls habe ich nun endlich Google gesehen, für mich als Android-Redakteur natürlich eine Art Mini-Mekka, zu dem man unbedingt mal reisen sollte. Leider war ich von der ganzen Sache nicht nur begeistert. Aber schaut euch doch vielleicht zuerst einmal das Video an:

Silicon Valley.

Mein Google Besuch: So und so

Es ist schon komisch, wenn man bei einem Unternehmen zu Besuch ist, mit dem man sich tagtäglich auseinandersetzt. Plötzlich stand ich an dem Ort, an dem extrem viel entwickelt wird, was unser aller Leben beeinflusst. Da sind auf einmal die Android-Figuren vor einem, die man bisher immer nur auf Bildern gesehen hat. Und man bekommt durch die Größe des Campus ein gutes Gefühl dafür, wie viel bei Google eigentlich passiert. Warum also die gemischten Gefühle?

Nun, abgesehen vom schlechten Wetter, für das ja niemand etwas kann, habe ich mich mit meinem anwesenden Kollegen ständig ein wenig wie ein Industrie-Spion gefühlt. Ja, Android ist ein „offenes“ System, von Google selbst kann man das aber nicht behaupten. Davon konnte ich mir bereits im Vorfeld einen guten Eindruck machen.

Bei Google eine Führung zu bekommen ist unheimlich schwierig. In bestimmte (offene) Gebäude kommt man nur rein, wenn man dort arbeitet oder wenn man jemanden kennt, der dort arbeitet. Nun kenne ich über mehrere Ecken tatsächlich 2-3 Personen, die dort tätig sind, das mit der Führung hat dennoch nicht geklappt. Und selbst wenn man dann reinkommt, ist es eher unwahrscheinlich, dass bei der Tour entstandene Fotos in redaktionellem Zusammenhang veröffentlich werden dürfen. Das ist vor allem deshalb seltsam, weil es bereits Bilder von solchen „Touren“ gibt, was Google sicherlich bekannt sein dürfte.

 

Google ist vor allem eins: Ein Arbeitsplatz

Ok, dafür habe ich vollstes Verständnis, immerhin ist Google keine reine Touristenattraktion, sondern vorwiegend ein Arbeitsplatz. Das vergisst man einfach manchmal, nicht zuletzt durch solche Filme wie „The Internship“ und Berichte im Netz, wie super Google als Arbeitgeber doch ist. Wahrscheinlich stimmt das auch.

Wo es aber komisch wird ist, wenn man nicht einmal in der Lobby ein Foto von einer Statue machen darf und man „lieber nicht die Gebäude“ von außen filmen sollte, da es dann zu Problemen mit der Security kommen könnte.

Auch ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, wieso man als Besucher nicht in den Google -Shop am Googleplex kommt. Dort gibt es ausschließlich Souvenirs zu kaufen. Dochauch hier ist eine offizielle Begleitung mit Ausweis zwingend notwendig. Und wenn man dann auch noch von einer arroganten Google-Angestellten schnippisch von oben bis unten gemustert und blöd angemacht wird, weil man so einen Ausweis oder eine solche Begleitung nicht hat, kann sich das schon auf die Laune und das eigene Bild von Google auswirken. Ja, es handelt sich dabei nur um eine person eines gigantischen Unternehmens, im Zusammenspiel mit den anderen Umständen hat sich das aber definitiv bemerkbar gemacht.

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Don’t be evil

Natürlich erwarte ich nicht, dass Besucher dort mit rotem Teppich empfangen werden, aber wenn man bei einem Unternehmen ist, dass die gesamte Welt mit Fotos kartographiert, das unglaublich viele Informationen über seine Kunden sammelt und das sich „Don‘t be evil“ auf die Fahne, Regenschirme und Fahrräder schreibt, könnte man doch auch ein wenig mehr Freundlichkeit und Offenheit erwarten.

Dass das anders geht, hat etwa der Besuch bei Intel gezeigt. Dort gibt es ein kleines Museum, dass man sich (kostenlos) ansehen darf, Fotos sind gar kein Problem und auch sonst war das Sicherheitspersonal dort (wie auch bei Facebook) äußert freundlich und zuvorkommend.

Natürlich hat sich die Reise gelohnt, einen faden Beigeschmack hatte mein Besuch bei Google aber leider dennoch. Vielleicht habe ich aber auch einfach einen schlechten tag erwischt.

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