Das erste, was beim gestrigen Update der Google+-App ins Auge fiel, war die neue Optik. Aber noch etwas hat sich Verändert. Mit der Abschaffung der SlideOut-Navigation sind diverse Funktionen der G+-App aus dem Rampenlicht gerückt worden. Ein Zeichen dafür, dass sie bald in eigene Apps und Dienste ausgelagert werden? Wir fänden das sinnvoll.

Ein bisschen ärgerlich ist es schon – kaum hat man sich an die SlideOut-Navigation gewöhnt, schafft Google sie mit dem jüngsten Update der Google+-App auch schon wieder ab. Damit einher geht, dass viele Unterpunkte aus der App deutlich schwerer zu erreichen sind. Die Sektion Fotos beispielsweise oder die Standorte von Kontakten, die ihre Locations freigegeben haben. Ein Gedanke liegt nahe: Google könnte einige der Funktionen, die sich aktuell noch in der Google+-App befinden, in separate Apps auslagern – oder in Apps, wo sie besser hinein passen.

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Google+ ist nicht der Weisheit letzter Schluss

Ich fände das sinnvoll. Ich habe beispielsweise immer bedauert, dass GooglesLatitude-Funktion aus der Google Maps-App gestrichen und durch die halbgare Implementation als Locations-Funktion in der Google+-App ersetzt wurde. Es wäre nur logisch, wenn das Feature wieder in Maps Einzug hält. Die Events-Funktion könnte ebenso gut den Google Calendar bereichern.

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Aber auch Googles Foto-Funktion könnte davon profitieren, ausgelagert zu werden. Zum einen weil eine separate Anwendung gegenüber Konkurrenten wie Flickr, Instagram und Co. besser aufgestellt wäre. Der Shortcut auf die Fotos-Untersektion der Google+-App, der vor einigen Monaten mit einem Update der Google+-App in den App Drawer hinzugefügt wurde, ist Beleg dafür, dass Google sich dessen bewusst ist. Zum anderen weil der Funktionsumfang, mitsamt aller Sortierungs- und Bearbeitungsfunktionen, die Google+-App mittlerweile stark aufgebläht haben dürfte. Schließlich: Google+ Fotos ist auch in der neuen App im alten Layout gehalten – das wirkt auf uns so, als ob es sich nur um eine Zwischenlösung handelt und Google einen größeren Relaunch seines Foto-Dienstes plant.

Ausgelagerte Apps sind für Google nichts Neues

Gerüchte, dass Google+ zurechtgestutzt wird, kursieren, seit Google+-Mastermind Vic Gundotra vor einigen Wochen seinen Hut nahm und Google verließ. Kurz darauf hieß es in der Gerüchteküche, dass die Google-Führung vom Plan abgerückt sei, das Netzwerk als zentralen Hub für alle sozialen Aktivitäten nutzen zu wollen. Manche spekulierten sogar, dass dies das Ende von Google+ sei.

Beispiellos wäre so eine Auslagerungsaktion nicht: Bereits Hangouts war ursprünglich in Google+ integriert und wurde dann eigenständig. Kürzlich hat Google zudem die Drive-App aufgeteilt und die vormals integrierten Anwendungen zum Bearbeiten von Schriftstücken und Tabellen in Einzel-Apps ausgelagert. Womöglich war das der Vorbote für einen Paradigmenwechsel bei Google.

Wie seht ihr das – sollte Google+ entschlackt und dessen Einzelfunktionen lieber in Einzeldienste umgewandelt werden? Ist die neue App ein Hinweis darauf? Eure Meinung bitte in die Kommentare.

[via Ron Amadeo @ Google+]

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