DPD und Hermes: Paketdienste planen Zusatzgebühren

Stefan Bubeck 5

Es wird teurer: DPD-Boss Winkelmann erwähnt in einem Interview zukünftige Zusatzgebühren für die Lieferung zur Haustür statt nur zum Paketshop. Unterstützung kommt von Hermes-Chef Rausch.

DPD und Hermes: Paketdienste planen Zusatzgebühren
Bildquelle: DPD.
Update vom 09.12.2017: Frank Rausch (CEO Hermes Germany GmbH) bekräftigte seine Haltung kürzlich in einem weiteren Interview, diesmal mit der ZEIT. Der Paketmarkt sei „am Limit“, weil die (Online-)Händler „eine Null-Versandkosten-Mentalität etabliert“ hätten.

Rausch kündigt für 2018 umfassende Investionen in die Logistik sowie „klare Preissteigerungen für die Weihnachtszeit“ an. Die Zustellung an die Haustür müsse künftig “teurer sein als zum Paketshop“.

Originalartikel vom 04.12.2017:

Boris Winkelmann ist Geschäftsführer des 8.000 Mitarbeiter zählenden Paketdiensts DPD. Seine Aussagen in einem Interview mit dem Magazin Wirtschaftswoche sorgen derzeit für Aufregung: 2018 könnte das Jahr werden, in dem Paketdienste erstmals zwischen einer Lieferung an den Paketshop (oder die Paketstation) und der komfortablen Lieferung bis an die Haustür unterscheiden.

Lieferungen bis an die Haustür: Nur gegen Aufschlag

Die sogenannte letzte Meile ist kostenintensiv und aufwendig: Die Paketdienste wollen die aufwendige Zustellung an die Haustür zukünftig ausbezahlt bekommen:

„Wenn der Trend so weitergeht, dann wäre es denkbar, dass die Entwicklung der Branche irgendwann dahin geht, nicht alle Pakete selbstverständlich an die Haustüre zu bringen (…) In der Zukunft könnte es so kommen, dass die Paketdienste standardmäßig an den Paketshop liefern und die Lieferung zur Haustür dann zum Beispiel 50 Cent extra kostet“ – Boris Winkelmann, Geschäftsführer DPD

Winkelmann steht mit seiner Aussage nicht alleine da. Auch Hermes-Geschäftsführer Frank Rausch sieht Handlungsbedarf: „Die Zustellung an die Haustür muss angesichts des hohen Aufwandes teurer werden. Was wir dringend brauchen, sind große Paketshops oder Mikrodepots in den urbanen Räumen, die alle Paketdienste nutzen können.“

Der „normale“ Service wäre in diesem Szenario dann die Lieferung an Shops und Paketkästen, selbst die wettbewerbsübergreifende gemeinsame Nutzung solcher Stationen kommt für die Anbieter also infrage. Ob und wann dies so umgesetzt wird, ist indes noch offen – die Hinweise der Paketdienste-Chefs sprechen aber eine klare Sprache. Die Zusatzgebühren werden früher oder später kommen.

Tatsächlich ist die Lieferung an die Haustür in der Praxis für keinen Beteiligten traumhaft schön, allzu oft klappt etwas nicht und sorgt für Frust:

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Lieferung an Weihnachten: Das wird teuer

Während die allgemeine Zusatzgebühr für die Lieferung bis an die Haustür derzeit nur eine Forderung ist, wird Hermes-Germany-CEO Rausch bei einem anderen Thema konkreter: „Wir werden 2018 einen Preiszuschlag für das Weihnachtsgeschäft einführen,“ so Rausch gegenüber der Wirtschaftswoche. Die genaue Höhe wird noch ermittelt, als Basis werden die Erkenntnisse aus dem Weihnachtsgeschäft 2017 dienen. Als Beispiel können die USA genannt werden, dort hat UPS die Preise pro Paket in der Weihnachtssaison um 27 US-Cents angehoben.

Einen kleinen Lichtblick für die Kunden gibt es bei DHL, dort stellt man sich aktuell nicht auf die Seite der Wettbewerber Hermes und DPD: „Einen Zuschlag für das Weihnachtsgeschäft oder Obergrenzen für unsere Großversender haben wir aktuell ebenso wenig geplant wie eine zusätzliche Gebühr für die Zustellung von Paketsendungen an der Haustür“, teilte eine DHL-Sprecherin mit.

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Zusatzgebühren bei Paketdiensten für die Lieferung an bis an die Haustür

Die sogenannte letzte Meile ist kostenintensiv und aufwendig: Die Paketdienste wollen die aufwendige Zustellung an die Haustür zukünftig extra bezahlt bekommen.

Quellen: RP, Wirtschaftwoche, Deutsche Welle, Bloomberg

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