Der HP TouchPad Test - das erste WebOS 3.0 Tablet

Christof Wallner
Der HP TouchPad Test - das erste WebOS 3.0 Tablet

HP möchte mit dem HP TouchPad Tablet, richtig in den Tablet Markt einsteigen. In diesem HP TouchPad Test werdet ihr erfahren, ob HP mit dem TouchPad ein konkurrenzfähiges Tablet auf den Markt bringt, welcher bereits von dem Apple iPad (2) und weiteren Android Tablets dominiert wird.
 

Das TouchPad kommt vorerst nur in der Wifi-only Variante mit    und mit . Weiteres kommt in Zukunft eine TouchPad 3G Variante.
 

 

HP TouchPad Hardware

Das HP TouchPad kommt in einem sehr eleganten Look. Die Rückseite des HP TouchPad besteht aus einem Plastik mit einem schwarzen Piano Lack. Die meisten kennen eine ähnliche Oberfläche vom Apple iPhone 3G(S). Dies wirkt hochwertig und fühlt sich gut an. Der Nachteil ist, dass die Oberfläche wie ein Fingerabdruckmagnet wirkt und man auch auf spitze Gegenstände achten sollten, diese könnten sichtbare Kratzer hinterlassen. Ähnlich wie beim iPad finden wir auch mittig ein HP Logo auf der Rückseite.

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Mit der Größe von 190 x 240 x 13,7 mm ist das Tablet zwar noch handlich, allerdings mit einem Gewicht von ca. 740g relativ schwer, was sich im HP TouchPad Test nicht gut auswirkt. Schon nach einigen Minuten in einer Hand, wird das TouchPad zu schwer und man muss die Hand bzw Position wechseln. Hier gibt es einige Tablets die leichter sind und auch noch dünner gebaut sind. (zB. iPad 2 oder Samsung Galaxy Tab 10.1 )

 

Beim TouchPad gibt es nur wenige Tasten oder Anschlüsse. So befindet sich auf der Oberseite ein Audio Anschluss, Microfon und ein On/Off Button. Auf der rechten Seite befindet sich der Volume Regler und ein Slot, welcher beim TouchPad 3G für die SIM Karte ist. Auf der Unterseite gibt es nur einen Micro USB Anschluss und auf der rechten Seite befinden sich die zwei Stereo Lautsprecher. Auf der Vorderseite befindet sich eine 1,3 Mega Pixel Kamera für Skype und ein einziger Button, mit dem man immer zum Startbildschirm zurückkehren kann. Allerdings haben wir das beim HP TouchPad Test nicht oft genützt da man die gleiche Funktion auch mit einem „wisch“ vom unteren Rand des Displays nach oben, ausführen kann.

 

Über den Micro USB Anschluss können einfach Dateien vom PC auf das TouchPad gespeichert werden. Sofern man es am PC oder am Mac anschließt, fragt das TouchPad, ob es als USB Laufwerk verwendet werden sollte und bei Bestätigung erscheint das Tablet als normales Laufwerk am Computer.

 

Was uns fehlt, ist das integrierte GPS. Schade dass hier HP den Weg von Apple einschlägt und das GPS nur bei der 3G Variante verbaut und nicht wie andere Hersteller bei Android Honeycomb Tablets, was auch der eine oder andere Tablet PC Test zeigt.

 

Display:

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Das HP TouchPad kommt mit einem 9,7 Zoll IPS Display und einer Auflösung 1024 x 768 Pixel. Das Displayformat ist 4 : 3 und somit auch gleich wie beim iPad bzw iPad 2. Die Farben wirken sehr kräftig und das Display hat einen hohen Betrachtungswinkel. Hier steht das TouchPad den anderen Tablets nichts nach. Einziger kleiner Schwachpunkt sind kleine hellere Flecken, die bei schwarzen Hintergründen (zB. Bootscreens) zu sehen sind. Allerdings sind die bei normalen Gebrauch nicht störend. Beim TouchPad Test hat das Display jede Berührung wie gewünscht angenommen, auch Multitouch Gesten.

 

Performance & Akkulaufzeit

Das HP TouchPad kommt mit einem Qualcomm Snapdragon APQ8060 1,2 Dual Core Prozessor, 1GB Arbeitsspeicher und wahlweise mit 16GB /32GB internen Speicher welcher leider nicht via MicroSD Karte oder ähnlichen erweitert werden kann.

Somit sind im TouchPad konkurrenzfähige Komponenten verbaut. Aber trotz alldem gibt es beim TouchPad einige Performance Schwächen. So benötigt der Systemstart beim HP  TouchPad Test 1 : 12 min. Hier liegt die Konkurrenz mit Android Honeycomb oder iOS weit darunter. Auch wichtige Anwendungen wie die Email App oder oder AppCatalog benötigen beim Ersten mal starten (nach Reboot) etwas länger (ca. 10sek). Hier kann HP aber sicher noch an der Performance Schraube drehen und Ladezeiten kürzen. Dies wurde auch bereits angekündigt.

 

Der 6300mAh Akku schafft in unserem HP TouchPad Test eine Laufzeit von ca 7:55h bei eingeschaltetem WLAN und voller Display Helligkeit. Hier ist die Akkulaufzeit zwar etwas kürzer wie bei anderen Tablets aber durchaus konkurrenzfähig.

 

Sound & Kamera

Als HP das TouchPad im Februar angekündigt hat war auch die Soundqualität des TouchPad Tablets ein wichtiges Thema. Hier hat HP in Kooperation mit bekannten Musiker das neue Beats Audio entwickelt. Das zeigt sich auch im HP TouchPad Test, denn die Lautsprecher sind kräftig und haben einen guten Sound.

 

Beim HP TouchPad ist nur eine Kamera auf der Vorderseite integriert. Diese hat eine Auflösung von 1,3 Mega Pixel. Diese ist Hauptsächlich für Videotelefonie gedacht, was HP mit Skype insgesamt gut ins WebOS integriert hat. Auch wenn dies die meist genutzte Anwendung für eine Kamera auf einem Tablet PC ist, wäre eine zweite Kamera auf der Rückseite zB. für „augmented reality Apps“ praktisch gewesen.
 

HP TouchPad Video Test & Bilder - Hardware


 

WebOS 3.o Software

HP bringt das schon vorhandene WebOS Betriebssystem in der Version 3.0 für Tablet PCs auf das HP TouchPad. Dabei wirkt die Menüführung durchdacht und durchaus praktisch, was sich beim TouchPad Test zeigt. Vor allem im Bereich Multitasking macht sich das WebOS bei uns sehr beliebt.

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Nach dem etwas längeren Systemstart hat man einen Homescreen mit bis zu 5 wichtigen Apps auf der Unterseite die man wählen kann. Auf der Oberseite befindet sich die Notification Zeile, in der Benachrichtigungen angezeigt werden. Hier wird auch der Batterie Status angezeigt und man hat die Möglichkeit verschiedene Einstellungen wie Wlan On / Off , Bluetooth On / off, die Bildschirmhelligkeit ändern oder auch die Drehungssperre ein- / ausschalten.
Weiteres ist auch ein „Einfach lostippen…“ Feld am Bildschirm sichtbar. Dies ist wie eine Schnellsuche. Man kann hier zB. schnell Kontakte durchsuchen, bzw. den AppCatalog, GoogleWikipedia, Maps durchsuchen lassen. Dazu wird die jeweilige Anwendung gestartet.

 

Sofern eine Anwendung läuft, wird diese in der Karten Ansicht dargestellt. Praktisch ist das diese gestapelt werden können, bzw. diese gestapelt geöffnet werden. Wenn man zB in einer Email App einen Link öffnet, öffnet sich der Browser im gleichen Stapel. So hat man mehr Übersicht und es wirkt auch organisierter.

Anwendungen lassen sich einfach schließen, indem man Karten einfach nach oben aus dem Bildschirm schiebt.

 

Weiteres gibt es einen Launcher, in dem alle Apps bzw Einstellungen verfügbar sind. Hierfür gibt es vier Tabs: Anwendungen, Downloads, Favoriten, Einstellungen. Die Apps können durch längeres drücken auf die App nach belieben verschoben, gelöscht oder angeordnet werden.

 

Der Endsperrbildschirm sieht dem vom Android Honeycomb ziemlich ähnlich, nur das auch Benachrichtigungen, wie Kalendereinträge und neue Emails angezeigt werden.

 

Email App

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Die Email App auf dem TouchPad kommt mit HP Synergie. Mit diesem werden auf einmal mehrere Accounts angezeigt. Emails Accounts können einfach von Google, Microsoft Exchange, Yahoo, Mobile Me und Pop 3 integriert werden. In unserem HP TouchPad Test wurde der Gmail Account innerhalb von wenigen Sekunden hinzugefügt und danach synchronisiert.
Angezeigt wird der Account /Posteingang/ Email in einer Panel-Ansicht. Praktisch ist das man diese nach belieben verschieben kann, zB. möchte man nur die Mails und die Vorschau angezeigt haben, verschiebt man das Posteingang Panel einfach über das Account Panel. Dies ist oft sehr praktisch und übersichtlich. Beim Email erstellen hat man auch die Möglichkeit einen Anhang mitzusenden und kann diese vom internen Speicher wählen. Alles in allem zeigt sich die Email Funktion im TouchPad Test als gut gelöst. Einzig an der Geschwindigkeit könnte HP noch etwas ändern. Möchte man nämlich eine Email Verfassen wird eine eigene Karte geöffnet und dies benötigt erneut ca. 2 Sek. Dies ist aber noch akzeptabel und die eigene Karte ist praktisch, so kann man trotzdem nach früheren Emails suchen ohne das man den Editor komplett schließen muss.

Internet Browser

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Der Internet Browser auf dem TouchPad kommt mit vorinstallierten Flash Player. Dieser kann zwar in unserem HP TouchPad Test, HD Flash Content nicht ganz ruckelfrei wiedergeben, glänzt aber durch die angenehme Scroll- Geschwindigkeit und auch das Pinch-to-zoom funktioniert ohne Verzögerung.

 

HP verzichtet bei dem Browser auf Tabs. Dafür kann man aber einfach eine neue Karte im gleichen Stapel öffnen. Hier wären aber Tabs praktischer, denn so muss man zum wechseln immer auf den Startbildschirm und die passende Karte wählen.

Kalender

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Der Kalender beweist sich im HP TouchPad Test als sehr übersichtlich und praktisch. Man kann einfach und schnell Termine von verschieden Accounts wie Google, Facebook synchronisieren. Die unterschiedlichen Accounts können nach belieben versteckt oder angezeigt werden. Unter den Einstellungen des Kalenders, können den Accounts verschieden Farben zugewiesen werden. Schade ist, dass das umschalten zwischen der Tages-,Wochen- und Monatsansicht relativ lange dauert. Außerdem kann man beim erstellen von Terminen nur einen Account zum Speichern auswählen. Benützt man allerdings nur einen Service ist dies nicht tragisch.

AppCatalog

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Der AppCatalog ist der AppStore von HP. Hier können verschiedenste Anwendungen heruntergeladen werden. Diese sind in verschiedenen Kategorien wie zB. Spiele, Unterhaltung, Business, Bildung, …  gegliedert. Man kann diese auch nach Bezahlt, Gratis, Neu filtern.
Was uns beim HP TouchPad Test gefällt, sind die „Für TouchPad“ Markierungen. Hier erkennt man auf einem Blick, welches App auch für Tablet angepasst ist, denn es befinden sich auch Smartphones Apps in dem AppCatalog. Leider gibt es aber keine Möglichkeit, sich nur die TouchPad Apps anzeigen zu lassen. Im TouchPad Test als praktisch erwiesen hat sich auch der Favoriten Button im AppCatalog. Bei diesem wird mit nur einem Klick eine App zu den Favoriten hinzugefügt, um diese zB. später noch einmal etwas genauer anzusehen.

 

Noch gibt es um die 300 TouchPad angepassten Apps und um die 6000 Apps die fürs Smartphone angepasst sind. Dies kann sich allerdings schnell ändern.

 

Bilder & Videos:

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In der Bilder und Video Galerie des HP TouchPad kommen auch wieder Panele zum Einsatz. Auf der linken Seite des Bildschirms sieht man die Bibliotheken und Alben. Hier wird unterschieden zwischen „Mein TouchPad“  und eventuell andere Bibliotheken zB von Facebook. Die Einbindung ging bei unserem TouchPad Test automatisch, mit der Anmeldung vom Facebook Account.

Auf der rechten Seite wird eine Vorschau der Bilder bzw Videos angezeigt, die sich in dem ausgewählten Album befinden.
Betrachtet man ein Bild kann dieses auch einfach unter anderen Alben abgespeichert oder versendet werden.

Office und Messaging

Mit dem TouchPad wird auch das QuickOffice  mitgeliefert. Dies bietet allerdings noch nicht die Funktion, Dokumente zu bearbeiten sondern vorab nur Dokumente zu betrachten. Dies war beim TouchPad Test etwas störend, denn unterwegs kurz ein Word oder Exel Dokument zu bearbeiten ist praktisch. Aber noch in diesem Sommer sollte diese Funktion mittels eines Software Updates verfügbar sein.

 

Im Bereich Messaging geht das HP TouchPad als Vorbild voraus. Das „Messaging App“ ist vorinstalliert und bietet Unterstützung für die wichtigsten Services wie zB. Skype, google, AIM und Yahoo.  Das hat beim HP TouchPad Test einige Zeit erspart, die einzelnen Anwendungen im AppCatalog zu suchen, zu installieren und immer wieder die einzelnen Accounts einzugeben. Gibt man denn zB einmal einen Google Account ein, kann man die Freigabe zur Synchronisierung von verschieden Inhalten wie Kontakte, Kalender, Dokumente, Messaging .. freigeben.

HP TouchPad Video Test & Bilder - WebOS


Zubehör

HP bietet zum Start des TouchPad wichtiges Zubehör wie eine passende HP TouchPad Tasche, eine Bluetooth Tastatur und die TouchStone Ladestation, welche kabelloses laden ermöglicht.

 

HP TouchPad Tasche :

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Die Tasche für das Tablet kommt mit einem Gummiartigen Material, welches sich gut reinigen lässt und das TouchPad gut vor Kratzern und Schmutz schützt. In der Innenseite ist die Tasche mit einem feinen Material ausgestattet. Es gibt lediglich ein Loch auf der Unterseite für den MicroUSB Anschluss und auf der Oberseite für den Audio Anschluss. Selbst die Tasten sind mit dem gummiartigen Material geschützt.
 
Mit der Tasche kann das TouchPad in 3 verschiedenen Positionen aufgestellt werden. Die Funktionen und die Qualität haben uns beim HP TouchPad Test gefallen, aber mit einem muss man dafür Tief in die „Tasche“ greifen.

HP TouchStone Ladestation

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Die TouchStone Ladestation ermöglicht kabelloses laden des TouchPad Tablets. Für ist dies für viele Luxus, doch mit diesem Zubehör fühlt man sich der Zukunft einen Schritt näher. Zudem erhält man hier einen schönen Tablet Halter. Mit der TouchStone Ladestation wird ein passender Ladeadapter (gleich wie beim TouchPad mitgeliefert) und drei Verschieden Stromadapter für Europa, USA,.. . Zum Laden muss man das Tablet nur auf die Ladestation legen. Als Zusatzfunktion zeigt das TouchPad wahlweise die Uhrzeit oder die vorhanden Bilder. Bei der Uhr kann zwischen 3 verschiedenen Typen gewählt werden.

HP TouchPad Zubehör Video Test & Bilder

 

Fazit:

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Der HP TouchPad Test zeigt, dass das erste WebOS Tablet noch ein paar Performance Schwächen hat, trotz guter  Hardware Ausstattung. Hier kann und wird HP noch an der Software arbeiten und verschiedene Ladezeiten verkürzen. Die WebOS Oberfläche selbst wirkt jedenfalls durchdacht und mit der Karten- und Stapelansicht ist es auch ein OS mit guten Multitasking Möglichkeiten. Ein leichteres und flacheres Gehäuse hätte uns im HP TouchPad Test noch besser gefallen und hätte im Vergleich die eine oder andere Konkurrenz verdrängen können.

 

 

 

Vorteile:

+ hohe Verarbeitungsqualität

+ gutes Display

+ durchdachte Oberfläche

+ durchdachte vorinstallierte Apps (zB. Email)

+ verbinden von verschiedenen Services

+ AppCatalog

 

Nachteile

- etwas schwerer und dicker als so manche Konkurrenz

- Ladezeiten beim Starten von Apps

- keine Kamera auf der Rückseite

- teures Zubehör

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