Skandal um HP-Drucker: So dreist werden Tintenpatronen von Drittanbietern sabotiert

Laura Li Tung 1

123inkt, ein niederländischer Händler von Tintenpatronen, beschuldigt HP Dritthersteller-Patronen zu sabotieren. Der niederländischen Firma zufolge zeigten tausende der HP-Drucker, die mit Dritthersteller-Patronen ausgestattet waren, punktgenau am 13. September 2016 eine Fehlermeldung.

Skandal um HP-Drucker: So dreist werden Tintenpatronen von Drittanbietern sabotiert

„Cartridge Problem. The following ink cartridges appear to be missing or damaged. Replace the cartridges and resume printing.“ Auf gut Deutsch gesagt: „Wir haben ein Problem. Die Druckerpatronen scheinen zu fehlen oder sind beschädigt. Bitte wechsle sie und versuche es noch mal.“

123inkt selbst gibt an, dass sie intensive Tests durchgeführt haben, um die Quelle des Fehlers zu finden. Deren Druckexperten sagten aus, dass lediglich HP-Drucker betroffen sind. Eben genau die, die mit Dritthersteller-Patronen ausgestattet waren. In weiteren Test kam ans Licht, dass alle Drucker den Fehler am selben Tag zeigten und das nicht nur in den Niederlanden – sondern in der ganzen Welt.

Firmware-Update als Sündenbock

123inkt kontaktierte HP unverzüglich, doch wusste dort zunächst niemand etwas über die Quelle des Fehlers. Erst einen Tag später wandte sich ein HP-Pressesprecher an 123inkt und gab an, dass ein Firmware-Update die Wurzel allen Übels sei. Doch die niederländische Firma fand heraus, dass das vorgeschobene Firmware-Update gar nicht existierte. Genauer gesagt wurde das letzte Firmware-Update, welches sämtliche Druckermodelle beeinflusste, im März 2016 veröffentlicht.

Des Weiteren waren selbst Drucker, die nicht mit dem Internet verbunden waren, betroffen. Demzufolge konnten diese das Firmware-Update nicht einmal durchführen. Trotzdem zeigten alle den selben Fehler.

Die einzig sinnvolle Erklärung, mit der 123inkt aufwarten konnte, ist, dass HP ein Datum in der Firmware implementiert hat, welches einen Fehler triggert, der alle HP Drucker mit Dritthersteller-Patronen betrifft.

Nachdem das Thema in den Medien und zahlreichen Support-Foren heiß diskutiert wurde, wandte sich der Hersteller schließlich mit der Wahrheit über den niederländischen Fernsehkanal NOS an die Öffentlichkeit.

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Fehler soll Innovation und intellektuelles Eigentum schützen

Die Firma gab an, dass die jüngsten Drucker-Modelle darauf ausgelegt sind, nur mit Tintenpatronen zu funktionieren, die mit einem HP-Sicherheitschip ausgestattet sind. Der Chip garantiert sicheren Datentransfer zwischen Drucker und Patrone, so HP. Außerdem möchte der Hersteller Innovation und intellektuelles Eigentum beschützen.

Laut 123inkt betreffe es folgende Drucker-Modelle:

  • HP Officejet Pro 6830
  • HP Officejet Pro 8610
  • HP Officejet Pro 8615
  • HP Officejet Pro 8620
  • HP Officejet Pro 8625
  • HP Officejet Pro 8630
  • HP Officejet Pro 8640
  • HP Officejet Pro 8660
  • HP Officejet Pro x451dn
  • HP Officejet Pro x451dw
  • HP Officejet Pro x476dn
  • HP Officejet Pro x476dw
  • HP Officejet Pro x551dw
  • HP Officejet Pro x576dw

HP gibt jedoch selbst zu, dass auch andere Modelle betroffen sind: „Es wirkt sich auf Patronen aus, die kompatibel mit OfficeJet, OfficeJet Pro und OfficeJet Pro X sind und einen Nicht-HP-Sicherheitschip mit den HP-Produktnummern 934/935, 950/951 and 970/971 besitzen.“

Die einzige Möglichkeit diesem Fehler vorzubeugen ist einen Downgrade der Firmware zu vollziehen, die in 2014 veröffentlicht wurde, welche laut 123inkt das vorprogrammierte Verfallsdatum für Dritthersteller Tintenpatronen nicht enthalte.

Quelle: Bleepingcomputer

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