HTC in der Krise: Verschlankte Produktpalette und massiver Stellenabbau angekündigt

Kaan Gürayer

Es gibt Nachrichten, die wiederholen sich einfach: Wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in dem Bill Murray den selben Tag wieder und wieder erleben muss, scheint offenbar auch HTC in einer Zeitschleife festzustecken – denn um sich aus dem Strudel aus sinkenden Verkaufszahlen und fallenden Marktanteilen zu befreien, wärmt das Unternehmen nun eine Strategie aus dem Jahr 2012 auf. 

„Wir haben einfach versucht, zu viel zu machen. 2012 werden wir uns darauf konzentrieren, unseren Kunden wieder etwas Besonderes zu bieten. Wir müssen sicherstellen, dass wir unsere Produktpalette nicht mit zu vielen Produkten fragmentieren“, sprach dereinst Phil Roberson, seinerzeit Chef von HTC in Großbritannien. Das war Anfang 2012. Mehr als drei Jahre später hören sich die Verlautbarungen des taiwanischen Herstellers heute ganz ähnlich an: Gegenüber Reuters gab HTC bekannt, dass man in Zukunft weniger Smartphone-Modelle anbieten und sich verstärkt auf den High-End-Sektor konzentrieren wolle, um besser mit den Big Playern der Branche wie Samsung und Apple konkurrieren zu können. Besonders in Schwellenländern, wo HTC laut eigener Aussage bei Smartphones zwischen 250 und 400 US-Dollar auf einen Marktanteil von 20 Prozent kommt, erhoffe sich die Führungsetage, mit dieser Strategie weiter punkten zu können.

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Was könnte HTCs recycelte Strategie also in der Realität bedeuten? Die Aussagen des Konzerns sind derzeit noch ziemlich schwammig, am wahrscheinlichsten dürfte aber sein, dass sich HTC ein Stück weit aus dem Geschäft mit Einsteiger- und Mitteklasse-Smartphones herauszieht. Nachdem das One M9 nicht den erhofften Erfolg brachte, hat HTC für die zweite Jahreshälfte bereits ein weiteres Topmodell in petto: Das HTC Aero. Dessen Lauch könnte tatsächlich den Beginn von HTCs neuer High-End-Strategie markieren, da das Gerät unter anderem mit einer „bahnbrechenden Kameratechnologie“ und einem 2,5D-Display mit WQHD-Auflösung aufwarten soll.

Massiver Stellenabbau bei HTC

Neben einer verschlankten Produktpalette kündigte HTC außerdem einen massiven Stellenabbau an: „Die Kürzungen werden in allen Unternehmensbereichen zu spüren sein“, sagte Chialin Chang, HTCs Chief Financial Officer (CFO) gegenüber der Nachrichtenagentur. „Sie werden beträchtlich sein“, so Chang weiter. Konkrete Zahlen wurden zwar nicht genannt, das Sparprogramm soll aber bis ins erste Quartal 2016 andauern.

Die Analysten konnte HTC mit diesem Strategiewechsel jedoch nicht überzeugen. Ihnen zufolge werde HTC noch mindestens vier Quartale mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. „Wir glauben, dass HTC weiterhin Marktanteile verlieren und Verluste schreiben wird“, urteilt etwa wenig optimistisch Calvin Huang von Bank- und Investmenthaus SinoPac Securities.

Quelle: Reuters

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