HTC musste gerade den ersten Quartalsverlust in der Geschichte vermelden. Die negative Entwicklung des Unternehmens ist nicht gerade neu, weshalb immer wieder Fragen nach den Konsequenzen aufkommen. Aufsichtsratsvorsitzende Cher Wang ging in einem Interview nun in die Offensive und machte klar, dass sie von Aktienkursen, Unternehmensverkauf und Auswechseln der Chefetage nichts hält. 

 

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Wang ist Aufsichtsratsvorsitzende von HTC und hält zusammen mit ihrem Ehemann rund 18 Prozent der HTC-Aktien. Im Interview mit dem US-Sender CNBC erklärte die Milliardärin, dass HTC trotz Verlusten und fallender Aktienkurse nicht von einem anderen Unternehmen übernommen und gerettet werden müsse. Sie persönlich interessiere sich nicht für die Kurse, sondern dafür, die eigenen Visionen zu verwirklichen.

Außerdem nahm Wang den HTC-CEO Peter Chou in Schutz. Für sie komme es nicht in Frage, Chou abzusetzen, da dieser einen guten Umgang zu den Angestellten pflege und innovative Ideen in die Unternehmenspolitik einfließen lasse.

Mit Innovation und Kommunikation in die Zukunft

Innovation sei die Zukunft, so Wang. Dank der „sehr interessanten Roadmap“ für die kommenden Monate und da man die beste Technologie und das beste Produkt sein eigen nennen könne, habe es HTC nicht nötig, von einem anderen Unternehmen aufgekauft zu werden. Auf kommende HTC-Geräte wie das One Max ging Wang jedoch nicht ein.

Ein Punkt, an dem HTC dringend nachbessern müsse, sei die Kommunikation mit dem Kunden. Man arbeite deshalb bereits daran, diese zu verbessern. Ein Aspekt dieser neuen Strategie wird wohl auch die millionenschwere Marketingkampagne mit Robert Downey Jr. sein, die unter dem Motto HTC Change steht.

Die nächsten zwei Monate (also das Weihnachtsgeschäft) werden laut Wang die größte Herausforderung für das Unternehmen, bevor man sich im nächsten Jahr vor allem auf den chinesischen Markt konzentriere, um dort langfristig 20 Prozent Marktanteil zu erreichen.

Nach dem Interview bleiben viele Fragen offen: Was passiert, wenn die nächsten zwei Monate kein Erfolg werden? Im Oktober wird wahrscheinlich das One Max vorgestellt, aber das Phablet wird sich niemals so gut verkaufen, wie es das One getan hat. Und spricht Wang eigentlich nur für sich selbst, wenn sie sagt, dass ein Verkauf nicht in Betracht kommt und Aktienkurse nicht interessant seien? Was halten die anderen Aktionäre und HTC-Chefs davon?

Quellen:  CNBCBloomberg via Androidnext, MobileGeeks

Steffen Pochanke
Steffen Pochanke, GIGA-Experte.

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