HTC: 122 Millionen Euro Verlust im dritten Quartal 2015

Kaan Gürayer 6

HTCs wirtschaftlicher Absturz geht unvermindert weiter: Im abgelaufenen dritten Quartal hat der Hersteller einen Verlust von umgerechnet 122 Millionen Euro eingefahren. Ob das One A9, das mutmaßlich am 20. Oktober vorgestellt wird, die erhoffte Rettung bringen kann? 

HTC: 122 Millionen Euro Verlust im dritten Quartal 2015

Wirft man einen Blick auf die Umsätze, die HTC für die Monate Juli, August und September verbuchen konnte, schauen die Geschäftszahlen sogar noch düsterer aus: nur 21,4 Milliarden New Taiwan Dollar (NTD), umgerechnet 586 Millionen Euro, hat HTC im dritten Quartal eingenommen – ein gewaltiges Minus von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Überraschend kommen diese „Horror-Zahlen“ allerdings nicht: Bereits im zweiten Quartal 2015 rutschte HTC aufgrund der schwachen Verkaufszahlen des One M9 in die Verlustzone. Im August überstiegen die Bargeldreserven des Konzerns den eigenen Börsenwert - womit HTC an der Börse praktisch nichts mehr wert ist und  folgerichtig auch aus Taiwans Top-50-Börsenindex flog. Angesichts des Abwärtsstrudels hat sich das Unternehmen selbst eine Rosskur verordnet und will unter anderem 15 Prozent der eigenen Belegschaft entlassen. Noch scheinen die Kürzungen, die erst Anfang August verkündet wurden, aber nicht zu greifen, wie am Quartalsergebnis deutlich abzulesen ist.

Ohnehin scheint es eher fraglich, ob HTC allein mit Kosteneinsparungen wieder profitabel werden kann. Die Veröffentlichung neuer und attraktiver Produkte, die den Hersteller wieder ins Bewusstsein der Kunden rücken könnten, ist mindestens genauso wichtig. Wie eine erfolgreiche Produktstrategie aussehen kann, weiß HTC aus eigener Erfahrung: Das One M7 und One M8 waren zwar keine Topseller à la Samsungs Galaxy S-Reihe oder gar Apples iPhones, verkauften sich aber solide und brachten dem Unternehmen im vergangenen Jahr sogar wieder einen bescheidenen Gewinn ein. Erst die fragwürdige Entscheidung, mit dem One M9 den dritten Aufguss eines Vorgängermodells auf den Markt zu bringen, bescherte HTC diese Turbulenzen.

HTC One M9: Test.

Bringt das One A9 die Rettung?

Nun ruhen HTCs Hoffnungen als Smartphone-Hersteller – mit der HTC Vive hat man ja immerhin eine vielversprechende VR-Brille in petto – auf dem One A9. Ob das Lifestyle-Smartphone mit Spezifikationen der gehobenen Mittelklasse, das sich optisch die eine oder andere „Inspiration“ beim iPhone holt, den Umschwung bringt, werden wir ab dem 20. Oktober sehen: An diesem Tag veranstaltet HTC unter dem Hashtag #BeBrilliant ein Event, von dem allgemein erwartet wird, dass der Konzern das One A9 offiziell vorstellt.

 

Quelle: WSJ (Paywall), via HTC Source  Hinweis: Das Artikelbild zeigt die Rückseite des HTC One M9. 

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