HTC entlässt 15 Prozent der Belegschaft

Rafael Thiel

Der Abwärtsstrudel bei HTC geht in die nächste Runde: Das taiwanische Unternehmen gab heute bekannt, dass infolge der schwachen Verkaufszahlen zeitnah 15 Prozent der Belegschaft entlassen werden sollen. Insgesamt sollen die operativen damit Kosten um 35 Prozent gesenkt werden.

Die Lage von HTC als „Straucheln“ zu bezeichnen, wäre stark untertrieben. Der Smartphone-Pionier wankt und ist kurz davor zu fallen. Das vergangene Quartal bescherte tiefrote Zahlen, der Hoffnungsträger in Form des HTC One M9 verkauft sich miserabel und die Aktie ist an einem Tiefpunkt angelangt. An der Börse hat HTC mittlerweile keinen Wert mehr.

Der Sachlage zum Trotz versucht sich Cher Wang, seit März als Chefin im Amt, zuversichtlich zu geben. In den kommenden Monaten forciert sie nämlich eine Senkung der operativen Kosten um satte 35 Prozent. Darüber hinaus müssen wohl 15 Prozent der aktuell 17.000 HTC-Angestellten ihren Hut nehmen. „Diese strategische Neuausrichtung unseres Unternehmens wird sicherstellen, dass jeder Produktdivision das optimale Ziel, die optimalen Ressourcen und die optimale Expertise zur Verfügung stehen, um neue Märkte zu erobern.“ (Übersetzung von uns.), gab die Mitbegründerin von HTC zu Protokoll.

HTC One M9: Test.

Ob die angekündigten Maßnahmen jedoch tatsächlich so greifen, wie sich Wang das erhofft, ist mehr als fraglich. Die Kürzungen dienen zuvorderst der Eindämmung der roten Zahlen. Dem Unternehmen dabei helfen, erfolgreich in neue Märkte vorzudringen und gleichzeitig wieder überzeugende Smartphones herauszubringen, dürften die geschwundenen Arbeitskräfte allerdings nicht. Zumal sich HTC bereits fruchtlos an Action-Kameras und Fitness-Zubehör versucht hat; nur die HTC Vive, die in Zusammenarbeit mit Valve entsteht, erweckt einen durchaus vielversprechenden Eindruck – aber reicht das für ein Comeback?

Quelle: Wall Street Journal via Re/Code

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