HTC hält monatliche Sicherheitsupdates für „nicht realistisch“

Kaan Gürayer

Klare Absage: Monatliche Sicherheitsupdates, wie es Google, Samsung und LG im Zuge des berüchtigten Stagefright-Exploits versprochen haben, wird es mit HTC nicht geben. Das erklärte Jason Mackenzie, Chef der amerikanischen HTC-Niederlassung, in einem Gespräch auf Twitter. Mackenzie zufolge seien solche Versprechen „nicht realistisch“, da Hersteller nicht alleine über den Zeitrahmen entscheiden könnten, in dem Sicherheitsupdates ausgerollt werden. 

Stolze 94 Prozent aller Android-Nutzer, so die damaligen Schätzungen, waren von Stagefright betroffen. Der Exploit wurde also nicht zu Unrecht als „Mutter aller Sicherheitslücken“ bezeichnet. Mittlerweile haben diverse Hersteller Sicherheitsupdates ausgeliefert, um das Leck im gleichnamigen Multimedia-Framework von Android zu stopfen. Doch in jeder Krise steckt bekanntermaßen auch eine Chance, wie nicht nur Kollege Amir in seinem Kommentar argumentierte – denn Stagefright hat das bisher sträflich vernachlässigte Thema Sicherheit ins Rampenlicht der Android-Welt gerückt. Nachdem Google vorpreschte und monatliche Sicherheitsupdates ankündigte, zogen Samsung und LG ihrerseits nach und wollten ihre Smartphones und Tablets ebenfalls im 30-Tage-Rhythmus gegen mögliche Gefahren wappnen.

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Glaubt man nun aber HTC, sind diese Versprechen, zumindest im Falle von Samsung und LG, nicht mehr als heiße Luft. Auf die Nachfrage, wieso HTC nicht ebenfalls monatliche Sicherheitsupdates angekündigt habe, antwortete Jason Mackenzie, dass solche Zusagen „nicht realistisch“ seien. Hardware-Hersteller hätten den Update-Prozess nicht selbst in der Hand, sondern müssten vor jedem Softwareupdate auf Zustimmung der Netzbetreiber warten. Monatliche Sicherheitsupdates seien also rein zeitlich gar nicht zu schaffen.

Es steht und fällt mit den Netzbetreibern

In der Tat legt Mackenzie hier einen Finger in die Wunde: Im Gegensatz zu Google oder Apple, die Softwareupdates für ihre eigenen Geräte ohne Umwege bereitstellen können, müssen reguläre Hersteller wie HTC auf die internen Tests der Netzbetreiber warten. Erst wenn Telekom, Vodafone & Co. ihre Freigabe erteilt haben, kann das Update verteilt werden. Ein Problem dabei: Die Netzbetreiber haben ihrerseits auch nicht unbegrenztes Personal, um jedes eingereichte Update unverzüglich zu testen und im Anschluss auszurollen. Insofern sollte man das Versprechen auf monatliche Sicherheitsupdates, das Samsung und LG gegeben haben, tatsächlich mit etwas Skepsis betrachten.

Quelle: Twitter, via: derStandard

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