Es klingt wie ein Scherz, ist aber keiner: HTC hat beim jährlichen Meeting der Großinvestoren zweihundert Smartphones verlost, Thermosflaschen verschenkt und Brote verteilt. Eigentlich ja ganz nett, für die Herren Investoren aber anscheinend nicht gut genug: Neuestem Klatsch und Tratsch zufolge gab es nicht wenige Beschwerden, warum der Hersteller denn nicht  – wie im Vorjahr – jedem Investor ein Smartphone geschenkt habe.

 

HTC

Facts 

Wir rechnen einmal vor: Mal angenommen, HTC schenkt jeden der fast 2.000 anwesenden Aktienhalter ein neues One (M8, Test) zum Anschaffungspreis von rund 560 Euro, würde das dem Unternehmen rund 1,12 Millionen Euro kosten. Klar, mit 560 Euro spekulieren wir ein wenig hoch, jedoch dürften sich die Kosten im hohen sechsstelligen Bereich bewegen, selbst wenn man einen Selbstkostenpreis der Geräte von 250 bis 300 Euro in Betracht zieht.

Jeder Investor hatte beim jährlichen Treffen die Chance, wichtige Fragen an die leitenden Herrschaften des taiwanischen Unternehmens zu richten. Viele nutzten diese Chance, allerdings wohl etwas anders als geplant: Mehr als einmal wurde die Frage in den Raum geworfen, warum es denn dieses Jahr nicht für jeden ein neues Smartphone geben würde – das sei doch immerhin im Vorjahr auch so gewesen. HTC war ja so frech und hatte nur zweihundert Smartphones bereitgestellt, zum Verlosen – was eine Gewinnchance von zehn Prozent ermöglicht. Für die Investoren anscheinend dennoch nicht genug, die sich ob der minderwertigen Geschenke brüskierten.

Bedenkt man, dass HTC seit geraumer Zeit in finanziellen Problemen steckt – der Aktienkurs ist seit dem Jahr 2011 um rund 90 % gesunken, dürfte es eigentlich – insbesondere für Investoren – nur logisch erscheinen, dass an allen Ecken gespart wird. Als Geldgeber erfreut man sich aber wohl eher an Geschenken als an steigenden Aktienkursen – zumindest, wenn man den oben genannten Gerüchten Glauben schenkt.

HTC hat nun auf jeden Fall zwei Probleme: Zu den finanziellen Schwierigkeiten gesellen sich jetzt auch noch enttäuschte Investoren. Der Hersteller selbst bleibt aber seiner Linie treu: Wie Peter Chou, seines Zeichens CEO von HTC, bekanntgab, erwarte er sichtbare Verbesserungen in den nächsten zwei bis drei Quartalen. Man darf gespannt sein, ob Investoren dann auch wieder reicher entlohnt werden.

Quelle: Wall Street Journal [via AndroidPolice]

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Oliver Janko
Oliver Janko, GIGA-Experte.

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