HTC: Umsatzeinbruch geht weiter – alles halb so schlimm

Daniel Kuhn 3

Wenn man die Nachrichten der letzten Wochen betrachtet, fängt man wirklich an sich Sorgen um HTC zu machen: Fast wöchentlich erreichen uns neue Meldungen über Umsatzeinbrüche und Entlassungen in der Belegschaft. Und heute die nächste Hiobsbotschaft: Im Juli hat der taiwanische Konzern 45 Prozent weniger Umsatz gemacht, als im gleichen Monat des Vorjahres. Bei genauerem Hinsehen ist die Situation bei HTC allerdings dann doch gar nicht so finster, wie es derzeit scheint.

Seit einigen Wochen braut sich eine tiefschwarze Wolke über dem HTC-Hauptquartier in Taiwan zusammen, denn in den Schlagzeilen macht das Unternehmen momentan nur noch durch die anhaltend negative wirtschaftliche Entwicklung von sich reden. Die Talfahrt nahm Ende Juni mit der Meldung, dass HTC die Hälfte der erworbenen Anteile an Beats Audio wieder zurück verkauft, richtig Fahrt auf. Wenige Tage später kam dann die Nachricht, dass das taiwanische Unternehmen 1000 Stellen streichen muss. Das Ganze gipfelte vor wenigen Tagen in der Bekanntgabe, dass die rückläufigen Umsatzzahlen des zweiten Quartals sich auch im dritten Quartal fortsetzen werden, in dem ein Rückgang von 23 Prozent erwartet wird. Diese Aussicht wird nun durch die Zahlen für den Juli 2012 bestätigt, in dem 45 Prozent weniger Umsatz gemacht wurde als im Juli 2011. Für Schwarzmaler ist es keine große Herausforderung, aus diesen Fakten eine Krise heraufzubeschwören und das Ende von HTC in unmittelbarer Nähe zu verorten. In Wirklichkeit aber ist alles gar nicht so schlimm, wie es scheint.

Natürlich sind die Zahlen richtig und im Vergleich zu 2011 erlebt HTC wirklich ein sehr schwaches Jahr, aber dafür gibt es natürlich Gründe: Anfang 2012 hat HTC zugegeben, dass das Unternehmen zu sehr auf Quantität gesetzt und damit verbunden zu viele mittelprächtige Smartphones auf den Markt gebracht hat. Die Folge war eine massive Reduktion der Produktpalette, die dafür qualitativ umso hochwertiger daherkommt, wie man an der erfolgreichen One-Serie ganz deutlich sehen kann. Diese Reduktion des Angebotes bringt aber selbstverständlich auch sinkenden Umsatz mit sich, weil man eben nicht mehr für jede noch so kleine Zielgruppe mindestens ein passendes Smartphone parat hat.

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Dass die sinkenden Umsätze kein Grund zur Beunruhigung sind, haben unsere Kollegen von HTCinside nach der Veröffentlichung der Bilanz für das zweite Quartal 2012 sehr schön zusammengefasst. Betrachtet man nämlich die Umsatzzahlen waren diese 2011 im Vergleich zum Vorjahr fast doppelt so hoch – HTC hatte 2011 also einfach ein unheimlich starkes Jahr und nun pendelt sich das Ganze wieder ungefähr auf dem vorherigen Niveau ein. Auch wenn es schade ist, dass HTC diesen Einbruch nun erleidet, sehen die Umsätze und Gewinne immer noch sehr gut aus: So konnten im zweiten Quartal immerhin 3,04 Milliarden US Dollar Umsatz und 247 Millionen Dollar Gewinn eingefahren werden. Für ein Unternehmen mit gerade einmal 13.000 Mitarbeitern ist das immer noch ziemlich beachtlich. Solange HTC die momentanen Zahlen also stabilisieren kann, was mit dem gemunkelten Samsung Galaxy Note-Konkurrenten durchaus gelingen könnte, brauchen wir uns also (noch) keine Sorgen um das Unternehmen machen.

Quelle: HTC und HTCinside [via Smartdroid]

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