Unser Sorgenkind HTC macht wieder einmal von sich Reden. So kursieren derzeit Gerüchte durch die Techwelt, nach denen die Taiwaner bereits seit August mit dem chinesischen Computerhersteller Lenovo in Verhandlungen stünden — trotz jüngster Aussagen von Cher Wang, kein Interesse an einem Verkauf des Unternehmens zu hegen. 

 

HTC

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Wie viele mittlerweile wissen dürften, steht der Smartphone-Hersteller HTC seit geraumer Zeit auf sehr wackligen Füßen: Die Verkaufszahlen der tollen Geräte der One-Serie sind schlechter als erwartet, Hersteller von Bauteilen wie Prozessoren und Kameras scheinen wenig gewillt, das Unternehmen zu beliefern – zumindest gab es im Frühjahr dieses Jahres entsprechende Berichte –  und zu allem Übel fuhr HTC zum ersten Mal seit Firmengeschichte im dritten Quartal dieses Jahres einen Verlust in Höhe von 101 Millionen US-Dollar ein.

Zu all diesen Hiobsbotschaften gesellt sich nun das Gerücht, dass sich Lenovo bereits seit August mit HTC in Übernahmeverhandlungen befindet. Laut des taiwanischen Portals Apple Daily soll nach dem Kauf die Marke HTC weiterhin bestehen bleiben — ganz wie es beispielsweise bei der Marke ThinkPad der Fall war, die der Hersteller vor Jahren von IBM übernommen hatte. Zu den konkreten Details gibt es keinerlei konkreten Informationen, es heißt allerdings, dass der Deal schon bis Mitte 2014 vollständig abgeschlossen sein soll.

HTC und Lenovo wären mit Sicherheit keine schlechte Kombination, zumal die Chinesen selbst einiges an Know-how im Smartphone- und Tablet-Segment mitbringen – man denke beispielsweise an das K900. Als Smartphone-Hersteller ist Lenovo indes in Europa und den USA nicht sonderlich bekannt – dies wollen die Chinesen ändern. So hieß es bereits im August, dass man  nach Gelegenheiten suche, sich breiter aufzustellen. Die Akquisition von HTC wäre eine solche Gelegenheit, schließlich verfügt der Hersteller hierzulande über einen sehr guten Ruf, der sich durch gekonntes Marketing und Management weiter ausbauen ließe.

Auch wenn der Kauf HTCs durch Lenovo aus der Sicht vieler womöglich eines der wohl interessantesten Übernahmeszenarien wäre, so scheint es bis auf Weiteres nicht mehr als ein Gerücht zu bleiben. Schließlich steht dieser Nachricht über einen möglichen Verkauf eine sehr deutliche Absage der Vorstandsvorsitzenden Cher Wang entgegen. Aber wer weiß – vielleicht hat Wang mit ihrem Statement lediglich ein paar Nebelkerzen gezündet, die von den eigentlichen Verhandlungen ablenken sollen. Wir hoffen indes, dass HTC sich auch ohne Lenovo wieder hochrappeln kann und weiterhin tolle Smartphones baut.

Quelle: AppleDaily [via AndroidBeat; Danke an iLJA für den Hinweis]

Andreas Floemer
Andreas Floemer, GIGA-Experte.

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