HTC: Vorstandsvorsitzende Cher Wang denkt nicht an Verkauf – Fokus auf Innovation, Aktienkurs egal

Andreas Floemer 23

Um den taiwanischen Smartphone-Hersteller HTC ist es wirtschaftlich bekanntlich nicht sonderlich gut bestellt: Seit Monaten schon geht es kontinuierlich bergab – und das, obwohl die neue One-Serie sehr positiven Anklang findet. Seit Ende August kursieren gar Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Unternehmens, was angesichts der letzten desaströsen Quartalszahlen nicht vollkommen realitätsfern klingt. Nun räumt die Vorstandsvorsitzende HTCs, Cher Wang, in einem Interview mit vielem auf – deutet allerdings zwei bevorstehende harte Monate an, um den Kopf über Wasser halten und sich gegen die „Smartphone-Großmächte“ Apple und Samsung behaupten zu können.

HTC: Vorstandsvorsitzende Cher Wang denkt nicht an Verkauf – Fokus auf Innovation, Aktienkurs egal

Cher Wang bezog im Zuge eines Interviews mit CNBC zur aktuellen Situation des strauchelnden Unternehmens Stellung: Sie betonte, dass HTC nicht übernommen werden müsse – der Börsenpreis interessiere sie nicht und sei für sie Vergangenheit. Was für die Zukunft zähle, seien Innovationen. „Ich sehe mir ehrlich gesagt nie den Aktienkurs an, da er mich nicht beeinflusst,“ so Wang. Was aus ihrer Sicht zählt, sei die Möglichkeit, die eigenen Visionen zu verwirklichen. Ob dies die anderen Anleger und Investoren ähnlich sehen, deren Gelder langsam davon schwimmen, wurde nicht beantwortet.

Außer der Absage an einen Verkauf komme für sie auch kein Wechsel an der Spitze des Unternehmens und eine damit einhergehende Umstrukturierung in Frage. HTC-CEO Peter Chou sei aus ihrer Sicht ein großartiger Mensch mit innovativen Ideen, der sehr charismatisch gegenüber Menschen und Ingenieuren sei. Auf Unstimmigkeiten innerhalb des Unternehmens, die mit Chou in Verbindung stehen sollen, wurde indes nicht eingegangen.

Wang ging, wie zu erwarten, auch nicht weiter auf die obligatorische Frage ein, womit in den kommenden Monaten noch zu rechnen sein wird. Sie erwiderte lediglich, dass man eine sehr interessante Roadmap besitze. In einem Interview mit Bloomberg TV betonte sie stolz, dass man über die beste Technologie und das beste Produkt verfüge. Um diese erfolgreich an den Mann und die Frau zu bringen, müsse man indes eine bessere Kommunikation mit Konsumenten an den Tag legen. Ein Grundstein der neuen Kommunikationsstrategie dürfte wohl die milliardenschwere Marketingkampagne sein, für die man den bekannten Schauspieler Robert Downey jr. an Land gezogen hat.

Ob HTC trotz dieser positiven Einstellung der Vorstandsvorsitzenden tatsächlich noch die Biege bekommt, ist fraglich: Eines der kommenden Produkte, das Phablet HTC One Max, richtet sich wohl in erster Linie an ein Nischenpublikum, auch um die Zulieferung von High End-Bauteilen verschiedener Hersteller scheint es offenbar nicht gut bestellt zu sein – schon im Frühjahr dieses Jahres hatte HTC Probleme an bestimmte Bauteile für das One zu kommen, da der Hersteller sein gutes Standing bei Zulieferern verloren hat – dies dürfte sich nicht verbessert haben. Sicherlich kann sich Wang, die zusammen mit ihrem Ehemann Chen Wen-Chi, dem CEO von VIA Technologies, 18 Prozent der HTC-Anteile hält, gegen einen drohenden Verkauf stemmen. Falls die kommenden zwei Monate aber weiterhin nicht von Erfolg gekrönt sind und das Weihnachtsgeschäft ein Durchhänger bleibt – was dann HTC?

Quelle(n): CNBC, Bloomberg [via MobileGeeks]

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