Vorbild Nokia: HTC will seinen Namen verkaufen – eine gute Idee?

Peter Hryciuk 6

Sind HTC-Smartphones bald gar keine echten HTC-Smartphones mehr? Was bei Nokia und HMD Global gut funktioniert, könnte auch für HTC aufgehen – nämlich die Lizenzierung der weltweit immer noch sehr bekannten Marke „HTC“ für andere Hersteller. Das kann aber auch in die Hose gehen.

Vorbild Nokia: HTC will seinen Namen verkaufen – eine gute Idee?
Bildquelle: GIGA.

Wie Nokia: HTC will den eigenen Namen verkaufen

Nokia hat es vorgemacht und den Namen „Nokia“ an HMD Global lizenziert. Für 10 Jahre können die Finnen Nokia-Smartphones bauen, obwohl sie nicht Nokia, das Unternehmen, sind. Der Erfolg gibt diesem Konzept recht. Nokia selbst baut keine Smartphones und Handys mehr, HMD Global hingegen schon – und das mit Erfolg. Seitdem Nokia-Smartphones mit Android-Betriebssystem laufen, läuft das Geschäft auch wieder. Erst kürzlich wurde mit dem Nokia 9 PureView ein Smartphone mit Penta-Kamera vorgestellt. HTC will diese Idee aufgreifen – könnte sich damit aber ins eigene Bein schießen.

Laut „The Economic Times“ will HTC seinen Namen für den indischen Markt an andere Unternehmen lizenzieren – berichtet Android Police. Hersteller wie Micromax, Lava und Karbonn, ohne starke und bekannte Marke, wollen sich die Lizenz kaufen und in Indien HTC-Smartphones, -Tablets und -Zubehör anbieten. HTC selbst hat wohl kein Interesse mehr auf diesem Markt zu bestehen. Bei dem Unternehmen scheint die Luft nach den schlechten Quartalszahlen der letzten Jahre im Smartphone-Sektor raus zu sein.

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HTC-Lizenzierung: Letzte Rettung oder fataler Fehler?

Für HTC könnte die Lizenzierung des eigenen Namens durchaus ein gutes Geschäft werden. Für jedes verkaufte Produkt würde HTC ein wenig Geld kassieren. Um so mehr Geräte andere Hersteller verkaufen, um so mehr Geld würde HTC ohne eigene Leistung bekommen. Andererseits könnte so ein Lizenzgeschäft die Marke HTC auch verwässern. Käufer werden die HTC-Produkte von Micromax, Lava und Karbonn mit dem Namen HTC verbinden. Wenn die Qualität nicht stimmt oder es zu Problemen kommt, ist HTC der Schuldige – obwohl das taiwanische Unternehmen nichts dafür kann.

Im Vergleich zum Deal zwischen Nokia und HMD Global hat HTC noch ein weiteres Problem. Nokia verkauft überhaupt keine Handys mehr. HMD Global darf 10 Jahre exklusiv Geräte bauen. HTC will aber laut früheren Äußerungen auch weiterhin Smartphones auf den Markt bringen. Man würde also auch hier die Marke verwässern. Was ist wirklich HTC und was nicht? Vielleicht ist das aber auch die einzige Chance, dass es in Zukunft überhaupt noch echte HTC-Smartphones gibt. Das Geld, das durch die Lizenzen eingenommen wird, könnte in die Entwicklung fließen. Was glaubt ihr?

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