5 Wünsche an HTC: Was wir 2016 gerne sehen würden

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Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen – Zeit also, die vergangenen 12 Monate Revue passieren zu lassen. In unserer Artikelserie „5 Wünsche an …“ blicken wir auf die Höhen und Tiefen von fünf unterschiedlichen Herstellern zurück und formulieren unsere Wünsche für 2016. Heute an der Reihe: HTC

Liebes HTC,

im Sinne unseres pädagogischen Anspruches, beginnen wir unsere kleine Wünsche-Serie zunächst immer mit Lob – nach anerkennenden Worten ist man schließlich offener für konstruktive Kritik. Leider ist es dieses Jahr aber sehr schwer, Positives bei dir zu finden und es ins gebührende Licht zu stellen. Die HTC Vive ist einer der wenigen Hoffnungsschimmer: Deine VR-Brille hat uns sehr beeindruckt und könnte, wenn sich die vollmundigen Wort eines „technologischen Durchbruches“ bestätigen, tatsächlich ein zweites Standbein für dich werden. Im Großen und Ganzen war’s das leider auch schon. Aber kein Beinbruch: Das Jahr ist bald vorüber und 2016 steht vor der Tür – und damit vielleicht eine Chance, wieder alles gerade zu biegen. Für das kommende Jahr haben wir einige Wünsche an dich gerichtet.

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Frische Optik für das neue Flaggschiff

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Ganz oben auf der Liste steht ein neues Design für deine Flaggschiff-Serie. Das HTC One M9 war, da müssen wir gar nicht um den heißen Brei herumreden, ein Totalausfall und einer der Hauptgründe dafür, weshalb ein so stolzes und einstmals innovatives Unternehmen am wirtschaftlichen Abgrund steht. Ob dein kommendes Topmodell „One M10“ heißen oder einen gänzlich anderen Namen tragen wird, ist nur von geringer Bedeutung – es muss sich optisch jedoch spürbar von seinen drei Vorgängern absetzen. In deinem Hause arbeiten hervorragende Designer und mit dem One M7 hast du 2013 erstmals und eindrucksvoll bewiesen, dass sich die Android-Zunft in Sachen Aussehen und Verarbeitungsqualität nicht vor Apples iPhones verstecken muss. Wir haben also berechtigte Hoffnung, dass uns dein nächstes Smartphone-Flaggschiff wieder ein „Wow“ entlocken kann.

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Endlich eine gute Kamera

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Und wo wir schon bei der One-Serie sind: Seit drei Generationen – eigentlich seit vier, wenn wir das One X mitzählen – hast du es nicht hinbekommen, eine anständige Kamera in deinen Vorzeige-Smartphones zu verbauen. Stattdessen bist du mit Gimmicks wie „UltraPixeln“ oder einer „Duo Camera“ gekommen. Die haben zwar kurzweilig Spaß gemacht, konnten die schlechte Gesamtperformance der Knipsen aber nicht mal ansatzweise wettmachen. Die 20 MP-Kamera im One M9 klang auf dem Papier zwar gut, vermochte es in der Praxis jedoch nicht, mit den exzellenten Shootern des Galaxy S6 oder LG G4 mithalten. Daher unsere Bitte, HTC: Lass‘ dich nicht lumpen, geh‘ zu Sony und kauf‘ für das One M10 (oder wie immer es letztlich heißen wird) einen guten Kamerasensor, mit dem endlich auch ansprechende Bilder gelingen.

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Besseres Marketing

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Dass ein vergleichsweise kleiner Hersteller nicht mit Werbe-Kohle um sich werfen kann, sollte natürlich klar sein. Im Gegensatz zu den „Big Playern“ der Branche wie Apple oder Samsung, muss bei dir jeder investierte Euro gut durchdacht sein. Wieso schmeißt du dann aber, um mal ganz offen zu fragen, Millionen und Abermillionen für eine obskure Werbekampagne mit Robert Downey Jr. aus dem Fenster? Keiner der Werbespots hatte eine klar erkennbare Botschaft – von der Tatsache, dass die dort „beworbenen“ Smartphones wie etwa das One M9 immer nur für einen kurzen Augenblick zu sehen waren, mal ganz zu schweigen. Jeder einzelne Spot war ein riesiges Durcheinander und wohl nur die wenigsten Zuschauer konnten durchblicken, für was eigentlich geworben wird: Robert Downey Jr. selbst, das Smartphone am Ende oder eine Entziehungsklinik, weil Tony Stark offenbar einen Drogen-Traum hat und Typen im Meerjungfrauen-Kostüm sieht? Der dritte Wunsch also: Verbessert 2016 dringend euer Marketing.

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Ausgewogenere Display-to-Body-Ratio

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Platz 4 auf unserer kleinen Wünsche-Liste ergattert sich eine ausgewogenere Display-to-Body-Ratio, oder auf Deutsch: Eure Smartphones, geschätztes HTC, sind im Schnitt einfach viel zu lang. Zumindest wenn man Displaydiagonale und Gehäusegroße ins Verhältnis setzt. Beispiel gefällig? Das HTC One A9 kommt auf Maße von 145.8 x 70.8 x 7.3 mm, das Huawei P8 hingegen auf 144.9 x 72.1 x 6.4 mm – dabei besitzt das Huawei-Smartphone ein um 0,2 Zoll größeres Display.

Nun mag das One A9 aufgrund seines physischen Homebuttons ein Sonderfall sein, aber auch das M9 besaß trotz kleinerer Displaydiagonale ein größeres Gehäuse als direkte Konkurrenten wie etwa das Galaxy S6. Ähnliches traf auch auf das M8 zu und das M7, dein 2013er Topmodell, besaß bei einem 4,7-Zoll-Display Ausmaße von 137,4 x 68,2 x 9,3 mm – das LG G2 hingegen war mit einer Bildschirmdiagonale von 5,2 Zoll und Maßen von 138,5 x 70,9 x 8,9 mm nur unwesentlich größer. Natürlich braucht Technik, insbesondere die hervorragenden BoomSound-Lautsprecher, auch ausreichend Platz. Dennoch muss es möglich sein, die vorhandene Fläche besser auszunutzen, sodass das Gehäuse insgesamt schrumpfen oder das Display wachsen kann.

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Einstieg ins Smartwatch-Geschäft

Android Wear: Googles Software-Plattform für Smartwatches und Co. Bild

Auch wenn sie einen holprigen Start hinter sich haben und noch einige Probleme gelöst werden müssen: Smartwatches gehört die Zukunft. Die kleinen Handgelenk-Computer werden zwar mit Sicherheit nicht unsere geliebten Smartphones ablösen. Wenn allerdings die ersten „Kinderkrankheiten“ ausgestanden sind – sich die Geräte intuitiver bedienen lassen, längere Akkulaufzeiten mitbringen und noch ein Stück weit im Preis fallen –, dürften Smartwatches auch im Massenmarkt ankommen und für Hersteller eine lukrative Einnahmequelle darstellen.

Bislang hat aber nur Apple das Wunder vollbracht, mit iPod, iPhone und iPad einen bereits existierenden Markt von hinten aufzurollen. Andere Unternehmen können es sich hingegen nicht leisten, entspannt abzuwarten und zu schauen, was die Konkurrenz so treibt – sie müssen bereits früh in einen Nischenmarkt eingreifen, um sich ein Stück des Kuchens zu sichern. Du, HTC, bist aber bislang der einzige der großen Hersteller, der noch keine intelligente Uhr im Angebot hat. Für 2016 wünschen wir uns also, dass deine bereits seit Jahren in der Gerüchteküche umherschwirrende Smartwatch endlich offiziell vorgestellt wird und mit einem gelungen Design den etablierten Mitbewerbern Samsung Gear S2, Huawei Watch und Moto 360 Konkurrenz macht.

Das waren unsere 5 Wünsche an HTC für das Jahr 2016. Fallen euch noch weitere ein? Sagt es uns in den Kommentaren! 

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