Huawei: Android-Smartphones mit 6 GB RAM und mehr sind unnötig

Thomas Lumesberger 2

Brauchen wir 6 GB RAM in einem Smartphone? Huawei-Manager Lao Shi glaubt nicht. Das Ganze widerspricht allerdings der momentanen Vorgehensweise seines Arbeitgebers.

Der Arbeitsspeicher eines Smartphones ist mit 4 GB vollkommen ausreichend groß dimensioniert, hat der Huawei-Manager Lao Shi im sozialen Netzwerk Weibo verkündet. Er meint, dass Huawei intern Smartphones getestet habe, die mit 4 GB RAM und Kirin-960-Prozessor langfristig besser und zuverlässiger funktioniert haben, als Konkurrenzgeräte mit mehr Arbeitsspeicher.

Darüber hinaus sieht Lao Shi mehr Potential beim Betriebssystem beziehungsweise der Oberfläche. Es gibt noch viele Stellschrauben, an denen man drehen kann, um eine bessere Performance zu ermöglichen, ohne den RAM weiter in die Höhe zu treiben. Er weist dabei auf die iPhones hin, die derzeit mit 2 GB beziehungsweise 3 GB großem Arbeitsspeicher ausgestattet und sehr performant sind.

Der Huawei-Manager kritisiert zudem an dem Wettrüsten, dass die Kosten für die Geräte steigen, die schließlich von den Kunden zu tragen sind.

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Huawei verbaut auch 6 GB RAM

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Was Lao Shi hier beanstandet, steht allerdings in einem direkten Widerspruch mit der aktuellen Strategie des Konzerns. Erst vor wenigen Tagen wurde im Rahmen des Mobile World Congress (MWC 2017) das Huawei P10 Plus vorgestellt, das in Europa mit einem 6 GB großen Arbeitsspeicher aufwarten kann. Der Manager hat in seinem Post nicht gesagt, dass der große Arbeitsspeicher an sich schlecht ist, er hält das Ganze nur nicht für wirklich sinnvoll, da die Nutzer nur in wenigen Situationen von der zusätzlichen Kapazität profitieren.

Huawei P10 im MWC-Hands-On.

Das Dilemma mit den WQHD-Displays

Wir haben schon einmal eine ähnliche Situation mit dem chinesischen Unternehmen erlebt. Vor fast drei Jahren hat sich Huawei-Chef Richard Yu zu den damals aufkommenden WQHD-Displays geäußert und harsche Kritik kundgetan. Er war damals der Meinung, dass eine derartige Auflösung keinen Sinn in einem Smartphone macht, da mit dem bloßen Auge sowieso kein Unterschied auszumachen ist. Zwei Jahre später gab es dann das erste Huawei-Gerät mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel, nämlich das Nexus 6P. Übrigens ist auch das neue Huawei P10 Plus mit einem WQHD-Display ausgestattet.

Der Sinneswandel hatte einen einfachen Grund: Mit dem Vormarsch von Virtual Reality und den Ambitionen seitens Google, Samsung und Co. war auch der chinesische Hersteller mehr oder weniger dazu gezwungen, einen solchen Bildschirm zu verbauen. Vermutlich wird die Arbeitsspeicher-Thematik ähnlich verlaufen.

Quelle: Weibo via GizmoChina

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