Huawei Ascend G300: Günstiges Android-Smartphone im Kurztest

Frank Ritter 8

Ein Hoch auf die Android-Gerätevielfalt! Denn neben aktuellen Quad Core-Boliden gibt es natürlich auch Smartphones, die nicht unbedingt der aktuellen Performance-Speerspitze entsprechen, aber trotzdem interessant sind. Das Huawei Ascend G300 ist so ein Modell. Das Smartphone aus der 1 GHz-Klasse kostet ohne Tarifbindung und als Prepaid-Version bei Vodafone derzeit nur rund 160 Euro. Im Kurztest klären wir, ob das Smartphone trotz des kleinen Preises etwas kann.

Huawei Ascend G300 im Videorundgang

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Optik und Verarbeitung

Das Ascend G300 liegt gut in der Hand, obwohl es etwas klobig ist. Die kapazitiven Tasten haben eine nicht allzu große Druckfläche, man gewöhnt sich aber daran. Das Gerät ist aus Plastik, das aber am oberen und unteren Rand leicht gummiert ist, sonst beinahe metallisch wirkt. Die gut erreich- und eindrückbaren Tasten für Lautstärke und Power runden den guten Gesamteindruck ab.

Display

Das IPS-Display im Huawei Ascend G300 besitzt eine 4-Zoll-Diagonale. Die Auflösung von 800×480 geht für diese Größe in Ordnung, insgesamt ist das Display aber leider viel zu dunkel – man sollte den Bildschirm dauerhaft auf die höchste mögliche Helligkeit einstellen, um darauf auch bei Tageslicht etwas erkennen zu können. Die Farben sind noch gut, allerding besitzen helle Flächen einen gelblich-grauen Farbstich. Die Farben sind bei hellster Einstellung recht satt, die Kontraste noch gut. Trotzdem hätte Huawei in das Display mehr investieren können.

Kamera

Die 5 MP-Kamera nimmt Fotos auf, die zwar nicht vom Hocker reißen, aber in diesem Preisrahmen ebenfalls in Ordnung sind. Vor allem bei guten Lichtverhältnissen – sprich: Tageslicht – können die Ergebnisse durchaus überzeugen. Wird es dunkler oder kommt Gegenlicht ins Spiel, nimmt die Qualität freilich rapide ab. Das Bildrauschen bleibt zwar erfreulich niedrig, aber beim Heranzoomen muss das Auge Pixelmatsch und geringe Kontraste erdulden. Bei der Fotosoftware nervt der oft nachpumpende Autofokus und die niedrige Geschwindigkeit der Standard-Foto-App von Gingerbread. Der LED-Blitz ist nicht allzu stark, eine Frontkamera fehlt. Hier einige Testfotos:

Videos nimmt das Huawei Ascend G300 in 480p auf. Die Qualität ist ausreichend, allerdings treten bei schnellen Schwenks deutliche Artefakte auf.

Software

Huawei installiert Android 2.3.6 „Gingerbread“ auf das Ascend G300, das erfreulicherweise recht naturbelassen wurde. Ein Update auf Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ wurde für den Sommer angekündigt – wir sind gespannt, wie gut das G300 mit der neuesten Android-Iteration performt. Einige kleine Framework-Änderungen, die die UI eher ins Blaue tendieren lassen, sind wenig auffällig. Lobenswert ist der Lockscreen, der per Ringmenü Shortcuts zur Foto-App, den verpassten Anrufen und der Textnachrichten-App beinhaltet. Zudem integriert Huawei auch praktische Kurzeinstellungs-Schalter für häufig an- und ausgeschaltete Funktionen wie GPS und WLAN in die heruntergezogene Benachrichtigungsleiste – TouchWiz lässt grüßen. Weniger schön ist der leider sehr ruckelige Standard-Launcher, der mit einem unnötigen und wenig ästhetischen 3D-Effekt aufwartet. Wir empfehlen, stattdessen den Go Launcher EX oder Launcher Pro zu installieren. Mit diesem wirkt das Interface des G300 – zumindest bis zur Verteilung von Android 4.0 – deutlich flüssiger.

Einige zusätzliche Apps werden mitgeliefert. Manche davon, etwa die Vodafone-Apps, lassen sich deinstallieren. Andere, wie Qype und die Trial-Versionen der Spiele UNO und Die Sims 3, sind leider nicht deinstallierbar. Als Tastatur kommt TouchPal zum Einsatz – dieses Keyboard konnte im Test nicht überzeugen und sollte durch die ebenfalls vorinstallierte Android-Tastatur (oder eine Alternative im Play Store) ersetzt werden.

Etwas seltsam kam uns vor, dass bei jedem Download einer App über den Play Store die Meldung „Datei gespeichert unter: loadfile.apk“ eingeblendet wurde. Apps funktionierten aber dennoch problemlos.

Performance

In Benchmarks schneidet das Huawei Ascend G300 dank 1 GHz Single Core-CPU (Qualcomm Snapdragon) etwa auf demselben Niveau ab wie das Samsung Galaxy S1 und das HTC Desire, mit letzterem teilt das Huawei-Gerät dann auch einen Großteil der Hardware-Konfiguration – im Alltagsbetrieb sind diese beiden Gerät in etwa auf demselben Niveau. Aufwändigere 3D-Spiele laufen nur von Fall zu Fall, mit 2D- und Casual Games im Stile eines Cut the Rope oder Fruit Ninja hat das Huawei-Smartphone aber keine Probleme. Im Alltag ist das G300 kein Performance-Held, kann aber alle Aufgaben in zufriedenstellendem Tempo verrichten, ohne dass man als Nutzer ständig sekundenlange Wartezeiten zwischen einzelnen Aktionen in Kauf nehmen müsste – wiewohl das in Einzelfällen trotzdem vonnöten ist.

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Konnektivität und Speicher


Das Huawei Ascend G300 verfügt über das aktuelle Mindestmaß an Verbindungsoptionen: Mobiles Datennetz mit HSDPA bis 7,2 MBit/s, WLAN b/g/n, Bluetooth mit A2DP und GPS. Beachten sollte man, dass die im Gerät verbauten Antennen sehr empfindlich auf Handkontakt reagieren – soll heißen: Fasst man das Gerät am oberen Ende an, verschlechtert sich die Verbindung massiv. In der Regel hat das keine Auswirkungen, hält man das Smartphone allerdings im Landscape-Modus, kann das zu Problemen führen. Das GPS-Modul braucht verhältnismäßig lange, um die aktuelle Position zu ermitteln. Im WLAN kam es zu seltenen Verbindungsabbrüchen, sonst funktionierte das G300 aber zuverlassig. Beim Telefonieren klang das G300 etwas dumpf, funktionierte sonst aber gut. Für das G300 benötigt man eine herkömmliche SIM-Karte.

An internem Speicher hat das Huawei Ascend G300 2,4 GB verbaut, wovon rund 600 MB für Apps zur Verfügung stehen. Das ist für reguläre Zwecke ausreichend – wer allerdings hunderte Apps ausprobiert (und bei Nichtgefallen nicht wieder löscht) kann schon einmal an Grenzen stoßen. Ein Slot für MicroSD-Karten zum Auslagern von Bildern und Filmen ist vorhanden.

Alltagstauglichkeit

Mit Ausnahme des zu dunklen Displays, das insbesondere im prallen Sonnenlicht schwer ablesbar ist, und der Verbindungsprobleme bei unsachgemäßem Halten im Landscape-Modus kann man dem Huawei Ascend G300 ein gutes Zeugnis ausstellen. Das Handling ist okay, der 1500 mAh-Akku kann – je nach Nutzungsverhalten – auch einmal 2 bis 3 Tage durchhalten. Dank der LED wird man auch über verpasste Anrufe informiert, ohne das Handy in die Hand nehmen zu müssen.

Fazit

Das Huawei Ascend G300 ist ein Handy, das man durchaus in Betracht ziehen kann, wenn man keinen Wert auf High-End-Performance und HD-Displays legt. Für 160 Euro bietet es ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und leistet auch deutlich mehr als andere Budgetmodelle wie etwa das Huawei Ideos X3 oder das BASE Lutea 2. Die Android-Topmodelle von 2010 wie das Samsung Galaxy S und HTC Desire sind etwa auf demselben Leistungsniveau, kosten aber selbst gebraucht noch deutlich mehr. Wer etwas mehr ausgeben kann, sollte freilich lieber zu einem der aktuellen Mittelklasse-Smartphones von Sony greifen: Das Xperia U bietet beispielsweise für ca. 50 Euro mehr bereits eine Dual Core-CPU und eine Frontkamera für Videochats. Wer partout im Rahmen von 150 Euro bleiben will und/oder ein gutes Prepaid-Smartphone sucht, macht jedoch mit dem G300 nichts falsch.

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Wertung

Display: 2/5
Verarbeitung und Haptik: 3/5
Software: 2/5
Performance: 2/5
Telefonie: 4/5
Kamera: 2/5
Konnektivität und Speicher: 2/5
Alltagstauglichkeit: 3/5

Gesamt: 2,5/5

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Starker Akku
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Kontra

  • Display zu dunkel
  • Noch mit Android 2.3 „Gingerbread“
  • Unterdurchschnittliche Leistung

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Galerie zum Huawei Ascend G300

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